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Festivalleiter Thorsten Schaumann Was die Hofer Filmtage so besonders macht

Neuentdeckungen garantiert: Die Internationalen Hofer Filmtage haben begonnen - mittlerweile unter der Leitung von Thorsten Schaumann. Was er im Programm hat, das verrät er im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

Stand: 26.10.2017

Frage: Sie übernehmen die Nachfolge von Heinz Badewitz. Sind das große Fußstapfen?

Thorsten Schaumann: Ohne Heinz hätte es die Hofer Filmtage nie gegeben, von daher muss ich sagen ist es für mich auf alle Fälle eine große Aufgabe, eine große Herausforderung hier das weiterführen zu dürfen. Ich sage immer: Hof ist eine Mission, der man folgen darf. Und dabei hoffe ich natürlich immer, dass der gute Geist von Heinz über uns allen schwebt und er sich freut, wenn es weitergeht.

Hofer Filmtage Kinotafel | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Internationale Hofer Filmtage 2017 Eines der bedeutendsten Filmfestivals

Vom 24. bis 29. Oktober 2017 finden im oberfränkischen Hof wieder die Internationalen Filmtage statt, dieses Jahr bereits zum 51. Mal. Nach dem Tod des langjährigen Festivalleiters Heinz Badewitz übernimmt nun Thorsten Schaumann die künstlerische Leitung. [mehr]

Frage: Hof gilt als gute Bühne für unentdeckte Talente. Werden Sie diese Tradition fortführen?

Thorsten Schaumann: Ja, unbedingt. Wir haben dieses Jahr viele Erst-,  Zweit- , Drittlinge am Start und da kann man, glaube ich, vieles entdecken, was uns in ein paar Jahren mit Sicherheit immer wieder über den Weg laufen wird: Kurzfilme, die oftmals Start für Karrieren sind für Filmemacher. Das haben wir dieses Jahr beispielsweise auch verstärkt, indem wir einige Kurzfilme en bloc Samstag- und Freitagnacht zeigen.

Frage: Es sind auch zwei BR-Koproduktionen mit dabei: "Familienzuwachs" und "Ein Leben in 8 bit". Bei den Spielfilmen wird "Lux – Krieger des Lichts" vorgestellt. Der Film erzählt, wie die Filmbranche so tickt. Was macht ihn künstlerisch wertvoll?

Zum Glück kann ich sagen, dass ist die Fernsehbranche, aber wir würden es im allgemeinen so als Medienbranche bezeichnen, die da ja sehr negativ auf das gute Handeln von Menschen einwirkt. Als wir den Film das erste Mal gesehen haben, war ich sehr beeindruckt, weil er in einer Ruhe ein sehr tragisches Schicksal eines jungen Mannes vermittelt, der auf der Suche nach Gutem Gutes tut und natürlich dann durch gewisse reale Umstände absolut von seinen Idealen abweicht.

Frage: Wie waren die Reaktionen auf den Eröffnungsfilm "Drei Zinnen" von Jan Zabeil?

Die Reaktionen waren auf alle Fälle sehr sehr positiv, wobei  ich natürlich jetzt direkt gar nicht immer so viel von den Reaktionen mitbekommen habe. Aber ich kann sagen, dass das, was die Leute mir gesagt haben ausnehmend positiv war.

Frage: Warum haben Sie sich für diesen Film entschieden?

Wir haben ihn erst gesehen, und ich habe irgendwie sofort gespürt, da ist eine große Power dahinter, „Drei Zinnen“ -  großartige Landschaftsbilder – das ist Kino, verwoben mit einer Familiengeschichte, die wirklich dramatisch endet. Ich fand gleichzeitig hat das wahnsinnig Realitätsbezug und ist ganz großes Kino und somit perfekt für die Eröffnung.

Frage: Der Film und das Kino durchlaufen einen großen Wandel. Inwiefern ist das in Hof zu sehen?

Wir haben ein Rahmenprogramm initiiert, „Hof Plus“, das brandheiße Themen der Filmbranche, Kinobranche aufgreift, da ist eben ein Bereich die Augmented  und Virtual Reality, wo die Firma Arri an zwei Teststationen das einmal zum Ausprobieren bereitstellt. Diese Begriffe schwirren ja umher. Virtuelle Welten - was ist das: Leute, die mit Brillen verwirrt umeinander zu laufen scheinen, das muss man leben, sehen, spüren, um zu verstehen, was das bedeutet. Wir sind hier, ich glaube an einem frühen Punkte einer langen Entwicklung – und auch da ist Hof als Festival der Neuentdeckung ganz früh mit am Start.


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