Tiere an die Macht Warum wir Murmeltieren glauben sollten...
Man kann nie genug Murmel- und andere Tiere zur Hand haben. Wer sonst ist so zuverlässig dabei, uns den richtigen Weg in die Zukunft zu weisen?
Von wegen täglich grüßt das Murmeltier. Bei Murmeltiers ist derzeit an sich Winterschlaf.
So wie sich das für ordentliche Nager um diese Jahreszeit gehört. Aber weil wir Menschen dann und wann nicht mehr weiter wissen, müssen's eben die Tiere richten. Und schon ist Schluss mit Schlafen. Davon kann Good Old Phil aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania ein Liedchen murmeln.
Murmeltier Phil hat bald seinen großen Auftritt
Bereits kommenden Donnerstag, am berühmten Murmeltiertag, dem Groundhog Day, wird der Präsident des ortsansässigen Murmeltiervereins, gekleidet in Frack und Zylinder, kurz nach Sonnenaufgang Moppel Phil unsanft aus seinen winterlichen Träumen reißen, auf dass er den weiteren Verlauf der Wintermonate vorhersage.
Sieht Phil dann seinen Schatten und zieht sich erschrocken zurück, wird es weitere sechs Wochen frostig sein. Erblickt er keinen Schatten, weil der Himmel bewölkt ist, liegt Frühling in der Luft! Und weil das bisher - im großen und Ganzen - hingehauen hat, liegt der Schluss nahe, dass Murmeltier Phil es einfach drauf hat.
Frösche und Wal - zuverlässige Ratgeber
Ganz so wie seine Kollegen hierzulande: ob Frösche, die mit ihren gelenkigen Schenkeln kühne Leiterakrobatik vollbringen oder im Gras liegende Wiederkäuer - der tierische Wetter-Durchblick lässt die Kachelmänner und -frauen dieser Welt oft ziemlich blind erscheinen.
Nun könnte man hier einwenden, es gehe ja nur um's Wetter. Was aber ist mit den wahrhaft großen Problemen der Menschheit? Mit Bedrohungslagen aus dem All, mit unkalkulierbaren Fußballergebnissen oder mangelnden Kochkünsten?
Auch hier, wo Computer, Mathematiker und Spitzenköche bisher versagten, haben uns Tiere aus der Patsche geholfen:
Ein in die Zukunft transportierter Wal aus Star Trek kommunizierten so erfolgreich mit gefährlichen Außerirdischen, dass sich diese wieder in die Weiten des Universums zurückzogen.
Tiere finden immer einen Weg aus der Krise
Oktopus Paul tat wahrhaft weltmeisterliche Dienste und sagte treffsicher die Ergebnisse der Fußballspiele voraus. Und eine Ratte mit Ratatouille-Rezept, Star des gleichnamigen Films, kochte ganz Paris in den Gourmet-Himmel.
Die Wahrheit ist tierischer Ernst: Wo alles Menschliche an seine Grenzen stößt, finden Murmeltiere, Meeressäuger, Tintenfische oder Großstadtratten einen Ausweg.
So gesehen hätten sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Säuger und Nager, Amphibien und Reptilien, Vögel, Fische und Insekten treffen müssen - zu einer großen einmaligen Konferenz der Tiere. Sie hätten Schuldenberge niedergetrampelt, die Nahrungskette wieder in Gang gebracht und das Gleichgewicht unter den Lebewesen wieder hergestellt. Sie hätten nicht geredet. Sie hätten gebrüllt. Vielleicht ist es an der Zeit, auch hinsichtlich der Eurokrise tierischen Rat einzuholen. Vor allem jetzt, wo Griechenland wieder solchen Ärger macht!
An dieser Stelle empfehlen wir Angela Merkel und Nicolas Sarkozy den Rat der weisen Eule. Sie hat schon ganz anderen Personen der Zeitgeschichte gute Dienste erwiesen.
Etwa einer antiken Schutzgöttin oder auch einem Kinderbuchstar mit Namen Winnie-Puuh. Könnte nur sein, dass sie nicht ganz unparteiisch ist. Nachdem ja die Eule - wie wir wissen - in Athen zu Hause ist, wohin man tunlichst dieselbe per definitionem auch nicht tragen sollte. Wecken müssen die beiden sie jedenfalls nicht. Eulen halten keinen Winterschlaf.

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