Bayern 2 - radioWelt


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Ende der Welt Jetzt beginnt die After-Wiesn

Tja. Jetzt ist es also vorbei. Und wir sollen zum Alltag übergehen. Einfach so. Wie soll das funktionieren? Achtzehn Tage lang waren wir im Rausch.

Von: Thomas Koppelt

Stand: 04.10.2017

Kein Wunder: 7,5 Millionen Liter Bier haben wir uns hinter die Binde gekippt, 127 Ochsen verspeist, 120 Tausend Maßkrüge entwendet, 231 Führerscheine abgegeben, 4.055 Gegenstände und 5 Kinder verloren. Eine eindrucksvolle Bilanz. Keine Rekordwiesn, aber es geht bergauf.

Rechtzeitig zum letzten Oktoberfesttag ist sogar unser Bundespräsident kurzzeitig erwacht. Steinwalter Frankmeier, ne, äh, Meierstein Frankwalter, wie hieß er doch gleich wieder? Na, egal. Auf jeden Fall hat er eine Rede gehalten. Es muss ein Schluck durch Deutschland gehen! Gravitationswellen hat seine Rede zwar nicht ins All geschickt, so gedankenschwer war sie dann doch nicht, aber es war schön zu hören, dass er noch sprechen kann. In der Mainzer Rheingoldhalle ist er aufgetreten, früher mal Austragungsstätte der Fastnachtssitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht".

Singen ist ja ein dehnbarer Begriff, das wissen alle, die sich in den letzten 18 Tagen auf die Münchner Theresienwiese verirrt haben. Festleiter Josef Schmid immerhin hat's gefallen. Wie hat er's nochmal ausgedrückt? "Es ist eine gmiatliche Wiesn, eine wunderbare Wiesn, eine Wiesn zum Genießen." Die Suche nach Entschleunigung in einer hektischen Zeit habe sich bemerkbar gemacht. Er muss mir unbedingt verraten, in welchem Zelt er war.

Endlich können wir uns wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren

Egal, ist jetzt sowieso zu spät. Seit heute Morgen läuft das Leben wieder in geregelten Bahnen. Endlich können wir uns wieder auf die wichtigen Dinge konzentrieren. Zum Beispiel aufs Oktoberfest 2018. Nach der Wiesn ist ja bekanntlich vor der Wiesn. Und so verrät uns die Gala: "So wäscht man sein Dirndl richtig, die Dos und Don'ts". Mit dem wertvollen Insidertipp, man solle – bevor man sein Dirndl in die Waschmaschine stecke – die Hinweise auf dem eingenähten Etikett beachten. Danke für den Ratschlag.

Ja, was haben wir gelernt in den letzten 18 Tagen?  Zum Beispiel, dass der Begriff "Italiener-Wochenende" nicht länger haltbar ist. Die Italiener kommen jetzt täglich. Und sie sind nicht allein. Menschen aus 65 Nationen waren heuer da. 81 Prozent der Besucher kamen aus Deutschland, 19 Prozent aus dem Ausland. Trotzdem will die CSU auch künftig keine Obergrenze für Wiesntouristen fordern. die Sonne.

Apropos: Müssen wir uns jetzt wieder mit Politik beschäftigen? Oder mit Fußball? Macht ja auch keinen Spaß mehr in Bayern. Aber das Leben muss weitergehen. Weihnachten steht vor der Tür. Augen zu und durch. Packen wir's an.


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