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Ende der Welt Bayern und der Wolf

Wenn Sie sehen wollen, wie gute Lobby-Arbeit funktioniert, dann empfehle ich Ihnen: Schauen Sie sich die Diskussion um den Wolf in Bayern an!

Von: Helmut Schleich

Stand: 13.10.2017

Eine blutrünstige Bestie, vor der wir uns schützen müssen und gegen die nur der Abschuss durch unsere bayerischen Jäger wirklich hilft.

Jetzt ist die Zahl von Wolfs-Attacken auf Menschen in Bayern mit 1 in den letzten 40 Jahren durchaus überschaubar und verglichen mit der Zahl der Verkehrstoten im gleichen Zeitraum, die weit über 10.000 liegt, statistisch kaum messbar, aber das kann man auch nicht vergleichen. Schließlich hat das Auto in Bayern seine Heimat, der Wolf nicht. Die hat er hier vielleicht einmal gehabt, aber das ist Jahrhunderte her und jetzt hat er eben Pech gehabt.

Außerdem ist er ja selber schuld, dass er seine Heimat hier verloren hat. Was für ein Barbar er ist, der Isegrim, das ist doch literarisch-historisch belegt. Denken Sie nur an Rotkäppchen oder den Wolf und die sieben Geißlein. Wenn er lesen könnte, der Wolf, dann wüsste er doch schon durch diese Geschichten, dass wir uns das von ihm nicht bieten lassen, dass er Großmütter frisst oder kleine Ziegen.

Er kann ja froh sein, dass wir ihn bloß abschießen. Beim Rotkäppchen haben wir ihm noch Wackersteine in den Bauch hineingenäht, dass er beim Trinken ersäuft. Aber durch die Flußbegradigungen und die Flurbereinigung ist die Zahl der Wackersteine in Bayern natürlich stark rückläufig.

Leider, muss man sagen, leider, leider ist unser Altministerpräsident Dr. Stoiber nicht mehr im Amt! Der hat sich damals, 2006, als von Italien her eine schreckliche Bärenplage über Bayern hereingebrochen ist, noch hingestellt und gehandelt.

Zumal wir in Bayern ja überhaupt nichts gegen den Wolf haben. Solange er sich vernünftig verhält

Der hat, als diese Bestie namens Bruno da bei Kochel einen Hühnerstall verwüstet hat, klipp und klar gesagt: „Problembär!“ - und aus war’s. Zumal wir in Bayern ja überhaupt nichts gegen den Wolf haben. Solange er sich vernünftig verhält.

Er braucht sich doch bloß den Hund anschauen. Der frisst statt Hühnern und Schafen eine Wurst und geht an der Leine. Das passt zu uns. Wie ein Wolf kann er sich in der Wildnis benehmen, der Wolf, aber nicht bei uns in Bayern!

Schließlich ist unsere Heimat heute von allen Seiten bedroht: Von der Globalisierung, der Migration, der Homoehe, von Brüssel, den Preußen, den Veganern und jetzt käme die Natur auch noch daher. Da muss man schon einmal deutlich fragen: San mir überhaupt noch mir?

Eben alles eine Frage der Perspektive.


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