Königin Luise Die preußische Madonna
Am 19. Juli 1810 starb Königin Luise, an "gebrochenem Herzen", wie die Legende sagt. Schon zu Lebzeiten war sie eine Art Madonna, eine Identifikationsfigur für das erwachende deutsche Nationalgefühl der Romantik. Noch heute ist sie als deutsche "Königin der Herzen" durchaus präsent.
Tatsächlich erlag Luise mit nur 34 Jahren im mecklenburgischen Hohenzieritz einer Lungenentzündung. Das anstrengende Leben mit zehn Schwangerschaften, zahlreichen, beschwerlichen Reisen und kriegerischen Ereignissen bis hin zur winterlichen Flucht vor Napoleon quer durch Europa hatten ihre Gesundheit ruiniert.
Schon zu Lebzeiten war sie eine Art preußische Madonna, wurde romantisch verehrt und verklärt. Alle bedeutenden deutschen Autoren der Zeit, darunter Jean Paul, Novalis, Heinrich von Kleist und Friedrich Schiller zeigten sich von der Königin angetan und widmeten ihr Huldigungsgedichte. Inzwischen gilt Luise als deutsche Lady Diana, als Mode-Ikone, Leidensfigur, als "Königin der Herzen", wie es August Wilhelm Schlegel schon unmittelbar nach ihrem Tod formulierte.
Im Nationalismus des 19. Jahrhundert wurde Luise zunehmend als patriotische Heldin und "Mythos im Marmor" verewigt. Die Nationalsozialisten nutzten diese Wirkungsgeschichte im Durchhaltefilm "Kolberg" von 1945, in dem Luise als ätherische Passionsfigur auftritt und zum Kampf ermuntert.
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Seit der deutschen Wiedervereinigung von 1990 gibt es neuen Kult und Rummel um Luise. Zahlreiche Touristen pilgern zu den Schlössern, in denen sie lebte, ein Luise-Musical wurde produziert, drei Ausstellungen und fast zwanzig neue Bücher widmen sich dem 200. Todestag. Die "Königin der Herzen" ist wieder sehr präsent. Peter Jungblut lässt in seinem Feature Skeptiker, Bewunderer und Wissenschaftler zu Wort kommen, und natürlich werden die erfrischend offenen, manchmal verspielten, gelegentlich deprimierten Briefe der Königin ausführlich zitiert.

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