Prominente stellen vor Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben
Er ist einer der führenden Palliativmediziner Europas und Anhänger der Zen-Meditation: Gian Domenico Borasio. Am 5. Juni stellt der italienische Professor sein Lieblingsbuch vor: "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben".
Prominente Leser und ihr Lieblingsbuch
"Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben"
von Sogyal Rinpoche
"Was wir uns allen zu wünschen ist, ist ein nüchterner und gelassener Blick auf die eigene Endlichkeit", sagt Gian Domenico Borasio. Seit Jahren setzt sich der Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Universität Lausanne und Lehrbeauftragter an der Technischen Universität München für eine Medizin ein, die die letzte leidvolle Lebensphase todkranker Patienten lindern soll.
"Ich habe mich für dieses Buch entschieden, weil es mir einen sehr wichtigen Anstoß gegeben hat, um mich als Arzt mit der Tatsache meiner eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen und durfte erfahren, dass das für den Beruf des Arztes ein großer Segen ist."
(Gian Domenico Borasio)
Zu viele Ängste: vor dem Tod und vor dem Sterben als Prozess
Gian Domenico Borasio kennt die komplizierten medizinischen Maßnahmen, die im letzten Stadium ergriffen werden sollen. Aber er kennt auch die Seelennöte kranker Menschen und die Sorgen ihrer Angehörigen. Deswegen plädiert der Mediziner für eine Palliativbetreuung und Sterbebegleitung, die auf der Ebene der Kommunikation, der gemeinsamen Gespräche zwischen den Beteiligten stattfindet. Wir sollten den Tod nicht tabuisieren. Denn daraus resultiert nur unsere Angst, die, so Borasio, das größte Hindernis auf dem Weg des Abschieds darstellt.
"Warum ist es so ungeheuer schwierig, den Tod und die Freiheit zu üben? Warum leben wir in solch panischer Angst vor dem Tod? Vielleicht ist (...) die eigentliche Ursache unserer Angst die Tatsache, dass wir nicht wissen, wer wir wirklich sind."
(Sogyal Rinpoche)
Tibetische Weisheit als medizinische Inspirationsquelle
Zu den grundlegenden Werken über den Tod gehört für Gian Domenico Borasio "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" von Sogyal Rinpoche, ein tibetischer Lama. Mithilfe jahrtausendalter, bewährter meditativer Übungen lehrt uns der in Tibet geborene Meditationsmeister, dass wir uns unserer eigenen Vergänglichkeit stellen sollen, um dadurch die Furcht vor dem Tod zu verlieren. Seine "Kunst zu sterben" ist gleichzeitig auch die Kunst, "leben zu lernen". Die Tatsache, dass sich das Buch über zwei Millionen Mal verkaufte und in 30 Sprachen übersetzt wurde, offenbart das große Bedürfnis, über das Lebensende zu kommunizieren.
"Menschen sterben so, wie sie auch gelebt haben - als sie selbst."
(Sogyal Rinpoche)
Am 5. Juni, kurz nach 21.00 Uhr stellt der Palliativmediziner und Autor Gian Domenico Borasio in den radioTexten am Dienstag sein Lieblingsbuch vor:
"Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" von Sogyal Rinpoche ist im O. W. Barth Verlag erschienen.
Eine Lesung mit Rainer Bock

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