Deutscher Kleinkunstpreis 2012 Unorthodox und konzeptionell eigenwillig
Seit nunmehr 40 Jahren wird im Mainzer Forum-Theater der Deutsche Kleinkunstpreis verliehen, eine der wichtigsten Auszeichnungen ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Auch in diesem Jahr können sich die Geehrten sehen, beziehungsweise hören lassen ...
Dieser Preis wurde vor 40 Jahren vom Mainzer Forum-Theater "unterhaus" gestiftet. Der erste Preisträger war der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (1972). Die Gewinner (und Jurybegründungen) für 2012 sind:
In der Kategorie "Kabarett" fiel die Wahl der Jury heuer auf den Münchner Kabarettisten und radioSpitzen-Autor Max Uthoff. "Charmant wie durchtrieben legt er als Jurist empört die Kluft zwischen Rechtsprechung und Gerechtigkeit frei", heißt es in der Jurybegründung.
In der Sparte Kleinkunst wurde mit dem Berliner Bühnendichter und Buchautor Marc-Uwe Kling ein "unorthodoxer Weltbetrachter" ausgezeichnet, in dessen absurden Geschichten ein kommunistisches Känguru eine wichtige Rolle spielt.
Sparte Kabarett: Max Uthoff
"Ein Solist, der in Wort und Geste zur satirischen Urteilsverkündung schreitet. Ebenso charmant wie durchtrieben legt er als Jurist empört die Kluft zwischen Rechtsprechung und Gerechtigkeit frei und trifft dabei immer die Richtigen."
Sparte Chanson/Lied/Musik: Martin O.
"Ein Sänger und Musiker, der "mit der Stimme tanzt". Voller Körper- und sparsamer Technikeinsatz zaubern ein multimediales Kunstwerk. In einer universellen Sprache erzählt der Schweizer Martin Ulrich wunderbare Geschichten und zieht das Publikum in seine einzigartige Welt aus Tönen und Bewegungen hinein."
Sparte Kleinkunst: Marc-Uwe Kling
"Ein unorthodoxer Weltbetrachter, der eine überzeugende Form des Kabaretts entwickelt hat. Im dialektischen Prozess mit einem kommunistischen Känguru streitet ein unterbeschäftigter Kleinkünstler über Weltanschauungen, doch was sie eint und trennt ist der Eigennutz."
Förderpreis der Stadt Mainz: Christine Prayon
"Eine Künstlerin, die sich konsequent kabarettistischer Meterware verweigert. Schauspielerisch brillant und konzeptionell höchst eigenwillig lotet sie die Untiefen aus zwischen Groteske und Comedy, Agitprop und Blödsinn."
Ehrenpreis der des Landes Rheinland-Pfalz: Georg Schramm
"Ein gradlinig-kompromissloser Kabarettist und renitenter Humanist, der böse-brillant den verbalen Schwachsinn und die verlogenen Erscheinungsformen heutiger Wertverkäufer desavouiert. "Georg", so Dieter Hildebrandt, "sollte mir der Glaube an die wie immer geartete Wirksamkeit des Kabaretts abhanden gekommen sein, als Du kamst, hatte ich ihn wieder!"
Der Deutsche Kleinkunstpreis
Der Deutsche Kleinkunstpreis ist der älteste deutsche Preis, der in den Sparten Kabarett, Chanson/Lied/Musik und Kleinkunst verliehen wird und mit jeweils € 5.000 dotiert ist.
Den mit € 5.000 dotierten Förderpreis stiftet die Stadt Mainz, den ebenfalls mit € 5.000 dotierten, ab 2008 vergebenen Ehrenpreis stiftet das Land Rheinland-Pfalz.
So ist der Deutsche Kleinkunstpreis mit insgesamt € 25.000 der höchst dotierte Preis seiner Art in Deutschland.
Mitschnitt auf Bayern 2
Wir senden die Höhepunkte der Preisverleihung aus dem Mainzer "unterhaus" vom 26. Februar 2012 bei den radioSpitzen:
- Freitag, 9. März 2012 um 14.05 Uhr
- Samstag, 10. März 2012 um 20.05 Uhr (Wdh.)

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