Bayern 2 - radioReisen


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Liparische Inseln Sieben Tipps für sieben Inseln

Klein, abgelegen, wunderschön – die Liparischen Inseln lassen niemanden kalt. radioReisen-Autor Andreas Pehl kennt den Archipel seit Jahren und verrät seine Tipps. Bei einer echten BRreise im April 2018 führt er Sie auch persönlich an seine Lieblingsorte.

Von: Andreas Pehl

Stand: 02.11.2017

Lipari - die Quirlige

Lipari ist die Hauptinsel des Archipels mit zahlreichen Hotels, aber auch weiterführenden Schulen und einem Krankenhaus. Hier legen täglich die Linienschiffe aus Milazzo an. Auch wenn die Inselhauptstadt mit rund 5000 Bewohnern nur die Einwohnerzahl eines größeren Dorfes hat, so ist man hier doch in einer typischen sizilianischen Kleinstadt zu Gast.

Mein Tipp: Machen Sie am späteren Nachmittag eine Bootsrundfahrt um die Insel, dann leuchtet die zerklüftete Westküste in allen erdenklichen Farben. Außerdem lohnt ein Abstecher ins Inselinnere zu Marisa in Pianoconte, direkt an der Hauptstraße. Sie ist berühmt für ihre Konditorenkunst. Bei ihr können Sie auch gleich zu Abend essen oder ein paar hundert Meter weiter bei Giovanni im Ristorante "Le Macine".

Buchen Sie Ihre Reise! Genießen und Wandern auf den Liparischen Inseln

Erstmals bieten die Bayern 2 radioReisen in Zusammenarbeit mit BRreisen eine Tour auf den Spuren unserer Reportagen an. Mit unserem Autor Andreas Pehl erleben Sie die Liparischen Inseln, wie sie anderen Besuchern sonst verschlossen bleiben: Wir kochen auf Lipari, treffen einen Slow-Food-Bauern auf Salina und beobachten den Ausbruch des Stromboli.

Vulcano - die Duftende

Schwefelgestank begrüßt den Besucher: nur wenige Meter vom Kai wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts unter menschen-verachtenden Bedingungen Schwefel und Alaun abgebaut. Heute stehen hier Andenkenläden, Hotels und Bars, und wer möchte kann sich im warmen Schwefel-schlick suhlen. Touristenmagnet ist der Krater mit seinen Schwefelfumarolen.

Mein Tipp: Ein Aufstieg auf den Krater ist auf Vulcano eigentlich Pflicht. Um aber dann dem Trubel und den Touristenmassen der Ausflugsboote zu entkommen, mieten Sie sich für zwei Stunden ein Auto am Hafen und fahren Sie mit einer belegten Semmel, einem Panino (die gibt es frisch gemacht und günstig im kleinen Supermarkt gleich links an der Hauptstraße) zum Capo Grillo. Und versäumen Sie nicht, den exzellenten Käse von Fabrizio zu probieren!

Panarea - die Exklusive

Panarea ist die kleinste Insel des Archipels und gilt als Insel der Reichen und Schönen. Bei einem Spaziergang durch die schmalen Gassen kann sich der Besucher selbst ein Bild machen, wie gepflegt die Insel sich präsentiert. In der römischen Antike waren die Inseln vor Panarea ein Refugium der höheren Gesellschaft, wie die Ruinen auf dem heute unbewohnten Eiland belegen.

Mein Tipp: Genießen Sie das Treiben am Hafen mit einer Granita (eine Art Sorbet in verschiedenen Geschmacksrichtungen) bei Carola – mit bestem Ausblick auf den rauchenden Stromboli. Ganz Eifrige bilden sich in der Frühgeschichte fort und spazieren zum bronzezeitlichen Dorf am Capo Milazzese.

Stromboli - die Explosive

In der Antike war der Vulkan nachts eine Orientierung für die Seefahrer – etwa alle 15 bis 20 Minuten bricht der Stromboli aus. Je nach Magmastand im Schlot werden die Lavafontänen mehrere hundert Meter über den Kraterrand geschleudert. Heute ist der Vulkantourismus ein gutes Geschäft. Denn ohne lizensierten Führer darf niemand den Kraterrand erklimmen.

Mein Tipp: Fragen Sie im Bazar Ginostra nach den selbst eingelegten Oliven – vielleicht haben Sie Glück und es sind noch welche zu haben. Wer den anstrengenden Aufstieg scheut, der kann über den gut angelegten Panoramaweg bis auf 400m alleine wandern und hat einen spektakulären Blick auf die Sciara del Fuoco und die Krater. Hier kann es sehr zugig sein, also gehören eine gute Windjacke und eine Mütze in den Rucksack – und zum Sonnenuntergang eine Flasche sizilianischer Wein.

Salina - die Eigenwillige

Während alle anderen sechs Inseln zentral von Lipari aus verwaltet werden, leistet sich Salina gleich drei Bürgermeister für die etwa 2300 Einwohner. Salina wird die grüne Insel genannt, denn man hat hier schon in den 1970er Jahren begonnen, nicht ausschließlich auf den Tourismus zu setzen, sondern auch die Landwirtschaft als zweites Standbein wieder aufzubauen.

Mein Tipp: Lassen Sie sich den Sonnenuntergang in Pollara, die Granita in Lingua bei Alfredo und ein kleines Mittagessen in der Bar PaPeRò in Rinella nicht entgehen. Und wer früh aus den Federn kommt, dem empfehle ich eine Wanderung zum Sonnenaufgang auf den Pizzo Capo über Malfa und mit den ersten Sonnenstrahlen den Aufstieg auf den höchsten Gipfel des Archipels, den 962m hohen Monte Fossa delle Felci mit einem märchenhaften Kiefern- und Kastanienwald.

Impressionen von den sieben Inseln

Filicudi - die Älteste

Wie eine riesige Schildkröte taucht sie aus dem Meer auf: Das Capo Graziano mit den Überresten einer bronzezeitlichen Siedlung bildet den Kopf, der erloschene Hauptkrater den Panzer. Vor über 4000 Jahren haben die Äolier aus der Ägäis hier eine kleine Stadt mit über 30 Rundhütten errichtet. Heute verirren sich nicht allzu viele Besucher auf dieses Naturparadies.

Mein Tipp: Ein Traumort ist für mich der aufgelassene Mühlsteinbruch "Le Macine“ unterhalb des Capo Graziano. Mit einer leichten Kletterei ist dieser Vorgipfel von Filicudi dann auch zu besteigen und es erwartet einen ein wunderbarer Rundumblick. Aber was soll ich für den Abend raten? Ein Abendessen bei Adelaide in der Villa la Rosa oder doch ein Abendessen zum Sonnenuntergang an Bord eines kleinen Bootes vor der Canna di Filicudi, einer Lavafelsnadel im Westen der Insel? Am besten zwei Abende auf der Insel verbringen!

Alicudi - die Ursprüngliche

Alicudi scheint die Stiefschwester unter den sette perle zu sein, unter den sieben Perlen des Mittelmeeres, wie man die Liparischen Inseln auch nennt: abseits der Touristenwege, fast unbesiedelt, ein Ort für Aussteiger. Außerhalb der Saison wird die Insel nur selten von Schiffen angefahren. Erst seit 1990 gibt es hier Telefon und Strom für die etwa 100 Bewohner.

Mein Tipp: Wer es bis hierher geschafft hat, der sollte auch ein bisschen Zeit mitbringen und mindestens eine Nacht bleiben. Und auch hier lohnt ein frühes Aufstehen, um den Sonnenaufgang über den Inseln zu erleben. Zur Erfrischung gibt es dann am Strand ein Bad im kristallklaren Wasser des Tyrrhenischen Meeres.

Alle Beiträge der Sendung

  • Lipari und Vulcano. Die Quirlige und die Duftende. Von Andreas Pehl
  • Panarea, Stromboli und Salina. Die Exklusive, die Explosive und die Eigenwillige. Von Andreas Pehl
  • Alicudi und Filicudi. Die Älteste und die Ursprünglichste. Von Andreas Pehl

Moderation: Bärbel Wossagk

Die komplette Sendung ist im Download-Center nachzuhören.


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