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Schwimm-Urlaub in der Stadt der Liebe Die fünf schönsten Schwimmbäder von Paris

Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller war hier Bademeister und der Bikini erblickte das Licht der Welt: Die Piscine Molitor war einst DER “Strand” von Paris. Dort beginnt Till Ottlitz seine Suche nach den schönsten Badestellen der Stadt der Liebe.

Von: Till Ottlitz

Stand: 06.09.2017

1. Piscine Molitor - Wo Tarzan Bademeister war

Das Molitor wurde 1929 von Architekt Lucien Pollet im schönsten Art-Déco-Stil erbaut. Mit seinen Deckchairs, weißen Balkonen und Umkleidekabinen mit Bullaugen wirkt das Molitor noch heute wie ein Ozeandampfer. Hier hat der spätere Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller einen Sommer lang als Bademeister gearbeitet und 1946 wurde der erste moderne Bikini der Weltöffentlichkeit präsentiert.

Über die Jahrzehnte hat das Molitor drei Inkarnationen durchlebt: Zuerst war es ein beliebtes öffentliches Freibad. Nach seiner Schließung im Jahr 1989 wurde es zur Bühne für Graffiti-Künstler und illegale Partys. Und seitdem es komplett renoviert und zum Denkmal erklärt wurde, ist es ein Fünf-Sterne-Hotel und privater Club. Heute können nur noch Hotelgäste und Club-Mitglieder in den beiden Pools baden. Dafür ist das Molitor immer noch der beste Ort in Paris, um sich für kurze Zeit wie auf hoher See zu fühlen.

Adresse:

8 Avenue de la Porte Molitor, 75016 Paris. Métro Station: Porte d’Auteuil

2. Piscine de la Butte aux Cailles - Schwimmen im Jugendstil

Die Butte aux Cailles ist eines der sympathischsten Stadtviertel von Paris - ein echtes Dorf in der Stadt mit einer intakten Nachbarschaft, in die sich nur wenige Touristen verirren. Das Schwimmbad des Viertels ist eines der ältesten von Paris: 1924 wurde es in schönstem Jugendstil gebaut. Herzstück ist das große 33-Meter-Becken, dessen Dach von schlanken Rundbögen aus Beton getragen wird.

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Adresse:

5 Place Paul Verlaine, 75013 Paris. Métro Station: Corvisart

3. Piscine Joséphine Baker - Das Freibad, das selber schwimmt

Schwimmbäder waren einst in Paris tatsächlich vor allem “schwimmende Bäder”. Ende des 19. Jahrhunderts gab es an die zwanzig Badeanstalten, die auf Pontons oder Kähnen in der Seine trieben und ihre Schwimmbecken mit Wasser aus dem Fluss füllten.

Die Piscine Joséphine Baker setzt diese Tradition fort - auch wenn das Wasser heute nicht mehr aus der Seine stammt, dafür reicht die Wasserqualität schon lange nicht mehr. Das fest in der Nähe der Nationalbibliothek verankerte Schwimmbad hat ein Cabrio-Dach, das im Sommer geöffnet wird und viele Pariser zum Sonnenbaden anzieht. Dann gibt es oft lange Schlangen vor dem Steg zur Piscine Joséphine Baker - auch wenn das Becken selbst nur 25 Meter lang ist und Badekappenpflicht herrscht.

Adresse:

Quai François Mauriac, 75013 Paris. Métro Station: Quai de la Gare

4. Piscine Pontoise - Schwimmen im Disco-Licht

Die Piscine de Pontoise wurde vom selben Architekten erbaut wie die Piscine Molitor, von Lucien Pollet. Auch hier kann man im Art-Déco-Flair baden - in einem denkmalgeschützten Bassin mit den für Pollet typischen umlaufenden Balkonen und ihren Umkleidekabinen - allerdings muss man dafür weit weniger tief in die Tasche greifen als für einen Aufenthalt im Molitor.

In der Piscine Pontoise wurden bekannte Filme gedreht wie “Die fabelhafte Welt der Amélie” oder “Drei Farben: Blau”. Besonders stimmungsvoll ist ein Bad während einer “Nocturne”. Zwischen 20 Uhr und Mitternacht wird die Schwimmhalle dann bunt illuminiert und es wird Musik aufgelegt - je nach Laune des Personals oder des DJs kann man dann zu Elektro, House, Jazz oder Klassik seine Bahnen ziehen.

Adresse:

19 Rue de Pontoise, 75005 Paris. Métro Station: Maubert Mutualité

5. Bassin de la Villette - Schwimmen im Kanal

Das neueste Freibad von Paris erfüllt einen langgehegten Traum von Bürgermeisterin Anne Hidalgo: Sie will die Wasserqualität in der Seine und den Pariser Kanälen so weit verbessern, dass man darin wieder schwimmen kann. Die Seine ist noch nicht so weit. Aber im Bassin de la Villette, einem alten Hafenbecken, wurde im Sommer 2017 das erste Freibad eröffnet, wo man im normalen Kanalwasser schwimmt.

Jeden Tag wird das Wasser untersucht, damit es auch wirklich sicher ist. Trotzdem ist das Wasser grün, trübe und manchmal schwimmen Algen und kleine Fische an einem vorbei. Dafür ist es herrlich weich und ganz ohne Chlor. In der Mittagspause kommen viele Angestellte aus den Büros in der Gegend und an den Wochenenden breiten sich auf den Pontons ganze Familien aus der Nachbarschaft aus, die sich vielleicht keinen Strandurlaub leisten können. Der Eintritt ist für alle frei.

Adresse:

27 Quai de la Loire, 75019 Paris. Métro Station: Jaurès

Alle Beiträge der Sendung

  • Am Strand mit Sondengängern: Die Schatzsucher von Kapstadt – von Kerstin Welter
  • Strand-Urlaub in der Stadt der Liebe: Die schönsten Bäder von Paris – von Till Ottlitz
  • Gold des Meeres: Der letzte Bernsteinschleifer von St. Peter-Ording – von Saskia Guntermann und Michael Marek

Die Songs der Sendung

  • Blk Sonshine - Nkosi
  • Camille - Piscine

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Moderation: David Mayonga


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