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Dota Kleingeldprinzessin und große Liedermacherin

Ihre Auftritte als Straßenmusikerin brachten Dota einst den Spitznamen  "Kleingeldprinzessin" ein. So heißt noch heute ihr eigenes Plattenlabel. Inzwischen wird die Berlinerin mit Auszeichnungen überhäuft und gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der deutschen Songwriter-Szene. 

Von: Bernhard Jugel

Stand: 28.09.2017

Mit ihren Auszeichnungen kann Dota schon eine kleine Vitrine füllen. 2007 bekam sie den Förderpreis der Liederbestenliste, 2011 den Deutschen Kleinkunstpreis, 2014 den Fred-Jay-Preis für deutschsprachige Textdichter und 2016 wurde das Album "Keine Gefahr" mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Die Lieder dieses Albums bildeten auch den Schwerpunkt des Dota-Konzerts am 3. Februar 2016 in München im Ampere.

Live schafft es die Berlinerin mit ihrer Band, die Intimität dieser Lieder zu bewahren und sie doch gleichzeitig mit zeitgemäßem Pop zu unterfüttern. Rock-, Funk- und Bossa Nova-Anteile mischt sie dabei mit elektronischen Klängen zu einem sehr zeitgemäßen, mal eher lyrischen, mal durch und durch tanzbaren Pop-Sound. Mit Texten jenseits aller sprachlichen Klischees gelingt es Dota, eine ganz eigene Poesie zu entwickeln, die in ihrer Originalität an einen der ganz großen Liedtexter erinnert: an Rio Reiser. Nicht von ungefähr ist der einzige Coversong, den Dota im Programm hat, Rio Reisers wenig  bekanntes Lied "Der Krieg".

Genau wie beim Ex-Frontmann von Ton Steine Scherben gehören auch bei Dota Poesie und Politik eng zusammen. In ihren Liedern hält die studierte Medizinerin, die nie als Ärztin praktiziert hat, mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Sie thematisiert die Flüchtlingsproblematik ("Grenzen"), das Sicherheitsdenken ("Diebe") oder die Sehnsucht nach einem besseren Leben ("Utopie") - und singt dabei nicht nur für Gleichgesinnte.

"Ich hoffe, dass meine Lieder eine möglichst große Verbreitung finden und damit auch Leute erreichen, die nicht meiner Meinung sind. Ich glaube auch, wenn ich jetzt ein politisches Lied schreibe, das einfach nur den Effekt hat, jemand in seinem Engagement für eine gute Sache zu bestärken, dann ist das auch schon ein gutes Ziel. Oder auch jemanden, der vielleicht keine Meinung zu einem Thema hat, durch eine besonders präzise Formulierung auf eine politische Frage hinzuweisen. Aber gerade über eine Verbreitung im Internet - oder eben im Radio! – da erreicht natürlich ein politisches Lied auch Leute, die anderer Meinung sind  - und das ist gut. Ich will nicht nur Zustimmung!"

Dorothea Kehr in Eins zu Eins. Der Talk

Setlist
Nr.Titel
1.Mantel
2.Monster
3.Warten auf Wind
4.Stille Wasser
5.Diebe
6.Rennrad
7.Geld
8.Grenzen
9.Spiegel der Zeit
10.Aber hey
11.Der Krieg 
12.Utopie
13.Alles du, alles dur

Besetzung

Dorothea Dota Kehr: Gesang, akustische Gitarre
Jan Rohrbach: E-Gitarre, E-Bass
Janis Görlich: Schlagzeug, Elektronik
Jonas Hauer: Keyboards

Eine Produktion des Bayerischen Rundfunks 2016

Aufnahme des Konzerts vom 3. Februar 2016 im Münchner Ampere
Ton & Technik: Thomas Schinko, Robert Hasler, Lucia Gießübel


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