Süßstoff Der konservative Homo
Hier gibt es den Süßstoff vom 11. August zum Nachlesen! Jetzt ist er erstmal in der Sommerpause. Die nächste Folge gibt es am 15. September.
Süß: König Ludwig der II. von Bayern war es. Der Modeschöpfer Rudolph Mooshammer war es. Und auch der Volksschauspieler Walter Sedlmayr war es. … Konservativ. Ja und auch schwul. Aber das waren damals noch andere Zeiten. Heute hat selbst die Union erkannt, Homo ist kein Problem. Und die Homo Ehe auch nicht. Warum? Nun, nächstes Jahr wird gewählt. Und der selber schwule CDU Abgeordnete Stefan Kaufmann sieht Potential:
(Kaufmann) "... wir werden Wahlen in Zukunft auch nicht nur auf dem Land gewinnen, sondern wir müssen unsere Wahlen auch in Städten gewinnen."
Süß: Aha, die Schwulen und Lesben sollen also jetzt Union wählen. Und da sich nämliche in den Metropolen ballen, muss man die Homos dort abholen, wo sie sich befinden. Gut. Warum nicht? Immerhin würde das Bundesverfassungsgericht die Gleichstellung wohl sowieso demnächst herbei diktieren. Da mal in der Politik eine Nasenlänge voraus zu sein - gute Sache. Denn um was geht es denn in der Ehe überhaupt? Die kindliche Familienministerin Schröder weiß es:
(Schröder) "Ehe heißt, dass zwei Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen, und ja, sowohl in guten wie in schlechten Zeiten, also sowohl Rechte als auch Pflichten eingehen. Das halte ich schon für etwas, das staatlich unterstützenswert ist."
Süß: Na also. Immerhin haben wir ja auch schon das Jahr 2012 und das Land in dem wir leben heißt nicht Russland. Oder Iran, oder so. Also….ein biss‘l langweilig das Ganze. Wäre da nicht so jemand wie der CSU Mann Norbert Geis.
(Geis) "... sie können niemals eine Ehe gleichstellen mit der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft. Das entspricht überhaupt nicht unserer Tradition."
Süß: Aha. Das geht nicht, weil es nicht immer schon so war. Denn nur was immer schon so war, kann auch weiter so sein. Das ist eine kritikfeste Weltsicht.
(Geis) "Man versteht unter Ehe eben eine Verbindung zwischen Mann und Frau."
Süß: Das versteht MAN da also darunter. Aha. Und was versteht FRAU? Ja, vermutlich gar nix. Die putzt. Sie meinen, ich würde die intellektuelle Durchdringungsfähigkeit von Herrn Geis jetzt sträflich unterschätzen? Hm. Ich bin nicht sicher. Hören wir mal, was Herr Geis glaubt, warum manche Männer schwul und manche Frauen lesbisch sind:
(Geis) "... diese Verbindung als Verbindung kann ja keine Kinder hervorbringen, das wollen die auch gar nicht, sonst wären sie ja nicht in einer lesbischen oder in einer schwulen Lebensgemeinschaft."
Süß: Man könnte den Herrn Geis jetzt mit Erläuterungen bedröhnen. Aber ich denke, das kann man auch bleiben lassen. Wenn er jetzt nicht verstanden hat, wird das nix mehr. Und für ihn ist und bleibt die Ehe der Ort der Reproduktion und das war’s:
(Geis) "... also die Privilegierung der Ehe wird damit begründet, dass sie die Generationenfolge sichert. Vom Prinzip her. Das kann natürlich die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft aus der Natur der Sache heraus nicht..."
Süß: Das ist so herrlich falsch. Schon deswegen, weil ja Homo Paare den Heten Paaren beim Adoptionsrecht nicht gleichgestellt sind. Und deswegen wohl in den meisten Fällen die Kinder durchaus von sich aus haben. Aber… ich finde es schön, dass es solche wie den Herrn Geis noch gibt. Vermutlich aber wird man ihn bald unter Schutz stellen müssen, weil er halt ein so seltenes Exemplar darstellt. Wenn das demnächst von jemand gefordert wird, bin ich dafür. Schönes Wochenende.
Es gilt das gesprochene Wort.

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