Online-Einkauf in China Vorsicht Explosionsgefahr!
Ebay gilt nach wie vor als Paradies für Schnäppchenjäger. Allerdings lauern bei Käufen aus dem außereuropäischen Ausland versteckte Kosten: Zollgebühren und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Die Ware kann sogar gefährlich sein.
Gefälschte Marken-Zigaretten, die keinen Tabak, sondern geschredderte CDs enthalten - das war wohl das Skurrilste, was der Münchner Zoll bisher aus dem Verkehr gezogen hat. Sehr häufig finden die Beamten am Flughafen Potenzmittel in Paketen, die Verbraucher online im außereuropäischen Ausland bestellt haben. "Die werden ausnahmslos alle beschlagnahmt", sagt der Zollbeamte Thomas Meister. Häufig sind Medikamente, etwa aus Asien, ohne Wirkstoffe. Im schlimmsten Fall sind sie gesundheitsschädlich. Tests des Zolls haben ergeben: Bei angeblich blutdruckfördernden Mitteln waren in Wirklichkeit blutdrucksenkende Inhaltsstoffe enthalten.
Gefährliche Akkus
Auch bei Produkten, die über die Onlineplattform Ebay verkauft werden, hat der Zoll immer wieder etwas zu beanstanden - so wie bei den Ersatzteilen für das Modell-Segelflugzeug des Verbrauchers Klaus R. "Ich habe einen Brief vom Zoll bekommen, dass ich mein Paket mit der Ware aus China am Flughafen abholen soll", sagt er. Zusammen mit den Beamten öffnet er das Päckchen. Das bestellte Segelflugzeug darf er behalten, die zugehörigen Akkus nicht, denn sie entsprechen nicht den europäischen Sicherheitsstandards, "bei solchen Akkus besteht Explosionsgefahr", warnt der Zollbeamte Thomas Meister.
"Da können wir leider nichts machen"
Pro Tag berechnet der Zoll 50 Cent Lagerkosten, die der Verbraucher anstandslos bezahlt. Was ihn aber ärgert: Hinterher will er Ebay vor dem offensichtlich unseriösen Händler aus China warnen. Er regt an, man solle den Verkäufer sperren, damit nicht noch mehr Verbraucher bei ihm Akkus mit Explosionsgefahr bestellen – aber er beißt bei Ebay auf Granit. "Ich habe bei der Hotline drei verschiedenen Mitarbeitern meine Story erzählt, die Antwort war: Da können wir leider nichts machen."
Außerdem möchte er seine 30 Euro für die Akkus wieder haben, bekommt auf seine Beschwerden bei Ebay und dem Zwischenhändler Paypal aber zunächst keine Antwort. Erst, als sich der Bayerische Rundfunk einschaltet, wird der unseriöse Händler aus China gesperrt und der Verbraucher bekommt sein Geld zurück. "Käufer und Verkäufer sind beim internationalen Versand für die Einhaltung der Zoll- und Dokumentationsvorschriften verantwortlich und sollten sich daher vorab, etwa auf den Seiten des deutschen Zolls, über die Zollvorschriften zu betreffenden Artikeln informieren. Das gilt ja gleichermaßen auch, wenn man auf einer Geschäfts- oder Urlaubsreise etwas kauft und dann mit nach Deutschland bringen möchte", heißt es bei Ebay.
Das sollten Sie beim Online-Shoping im Ausland beachten
- Außerhalb der EU gelten oft keine Gewährleistungs- und andere Verbraucherschutzrechte. Hat die Ware beispielsweise einen Mangel, kann man sie meistens nicht zurückgeben.
- Wenn beim ausländischen Online-Shop kein Impressum zu finden ist oder keine Anschrift - lassen Sie die Finger vom Einkauf per Mausklick!
- Wenn man den Anbieter testen möchte, kann man eine E-Mail mit Fragen an die Service-Adresse schicken - wenn als Antwort nur unverständliche Textbausteine kommen, dann ist das ein Hinweis auf einen unseriösen Verkäufer.
Genau auf das Anschriftsfeld achten
Dass Verbraucher auf den Kosten für ihre Pakete aus Fernost sitzen bleiben, passiert laut dem Zollbeamten Meister häufig: Die Verkäufer bringen ihre gefährliche Ware an den Mann und tauchen danach ab. Die einzige – wenn auch geringe Chance, sein Geld zurück zu bekommen, ist: Die Ware zurückzuschicken. Hier sollten Verbraucher genau darauf achten, was auf dem Anschriftsfeld des Pakets angekreuzt ist.
"Mein Tipp: Kontrollieren, was der Verkäufer angekreuzt hat, am besten, dass das zurückgeht an den Absender. Wenn es als verlorene Ware behandelt wird, passiert es häufig, dass die Ware dann zur Post geschickt wird und danach versteigert wird. Und dann schauen Sie wirklich, wie man in Bayern sagt, mitm Ofenrohr ins Gebirg, Sie haben weder die Ware noch das Geld zurück."
Thomas Meister, Münchner Zoll

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