Bayern 2 - Notizbuch

Unternehmensgründer haben gute Chancen, aber... Risikofreude allein reicht nicht

Viele denken darüber nach, aber nur einer von 100 in Deutschland wagt jedes Jahr den Sprung in die Selbständigkeit und gründet ein eigenes Unternehmen. Ein Risiko, aber auch eine Chance. Studien zu dem Thema zeigen, dass Unternehmensgründungen umso erfolgreicher sind, je besser sie vorbereitet und fachlich begleitet werden. Und: Wer durchhält, wird häufig mit einem höheren Einkommen belohnt.

Autor: Carola Brand Stand: 01.02.2012
Der Chefsessel in einem Büro | Bild: Stockbyte

Jeder dritte Chef ist eine Frau

Seit 1991 steigt die Zahl der Selbständigen kontinuierlich an. Inzwischen sind bundesweit zehn Prozent der Erwerbstätigen ihr eigener Chef. Fast jeder dritte Selbständige ist weiblich, Frauen als Unternehmerinnen haben damit kräftig aufgeholt. Selbständigkeit ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie ermittelt. Demnach sind Unternehmer nicht nur risikofreudiger und kommunikativer als Arbeitnehmer, sie glauben auch viel stärker daran, dass ihre beruflichen Erfolg von ihnen selbst abhängen.

Gute Beratung lohnt sich

Vor Selbstüberschätzung aber wird gewarnt. Gut beraten ist, wer sich beraten lässt. Das bestätigt auch die IHK für München und Oberbayern. Existenzgründer, die den Schritt in die Selbständigkeit gut durchdacht haben und fachlich begleitet werden, überleben fast alle die ersten vier Jahre. Läuft es gut, beschäftigen die Unternehmen dann im Schnitt drei Angestellte, außerdem verdienen 38 Prozent der Unternehmer mehr als vorher.

Gefahr des Scheiterns

Dr. Konrad Zipperlen, IHK München | Bild: IHK München zum Audio Konrad Zipperlen Gründungsexperte von der IHK München-Obb

Dr. Konrad Zipperlen ist Abteilungsleiter Start- und Unternehmensförderung der IHK für München und Oberbayen, hat viele Jahre lang selbst Unternehmensgründer beraten sowie das Münchner Existenzgründungsbüro (MEB) mit aufgebaut. [mehr]

Die Kehrseite der Selbständigkeit: Das Risiko des Scheiterns ist hoch. Bis zu 60 Prozent der Existenzgründer müssen innerhalb der ersten fünf Jahre aufgeben. Außerdem laborieren vor allem Ein-Mann- oder Ein-Frau-Unternehmen oft am Rand des Existenzminimums. Und so ganz freiwillig ist die Selbständigkeit auch nicht immer. Nach Angaben der IHK korreliert das Gründungsgeschehen durchaus mit dem Konjunkturverlauf und der Entwicklung am Arbeitsmarkt. In wirtschaftlich schlechten Zeiten steigt die Selbständigen-Quote.

Fallstricke bei der Gründung

Wer also keinen Job findet, denkt schon mal darüber nach, sein Glück als Unternehmer zu versuchen. Doch die IHK für München und Oberbayern warnt vor Verlegenheitslösungen.

Gründungsprobleme

Als häufigste Probleme von Gründern haben die Experten identifiziert:

  • 1. Das Produkt oder die Dienstleistung gibt es schon auf dem Markt.
  • 2. Die Jungunternehmer haben kaufmännische Defizite.
  • 3. Über Zielgruppe oder der Kundenkreis gibt es keine klaren Vorstellungen.