Ski fahren Bretter leihen oder kaufen?
Skier leihen oder kaufen? Die Schuhe dazu auch mieten? Will man hier die richtige Entscheidung treffen, muss man kalkulieren, wie viele Tage man pro Saison auf Brettln steht. Sind es weniger als zehn Tage, fährt man mit Leihen günstiger.
Slalomcarver, All-Mountain-Ski oder Rocker: Es gibt eine riesige Auswahl an verschiedenen Skitypen. Ist man kein ausgesprochener Ski-Experte, ist es schwer, vor lauter Brettern den richtigen Ski zu finden. Wer sich also noch nicht recht entscheiden kann und auch nicht weiß, welcher Ski ihm liegt, der ist mit dem Leihen gut beraten. Denn: Man kann verschiedene Modelle auf der Piste ausprobieren und entdeckt dabei im Idealfall das richtige Skimodell.
Bei manchen Verleihern kann man im Verleihzeitraum in der gleichen Kategorie die Skier wechseln. Findet man dabei den perfekten Ski, ziehen manche Sportgeschäfte die Verleihgebühr vom Kaufpreis ab. Fragen Sie am besten vorher, ob das möglich ist.
Was sind Rocker-Ski?
Wendig und Fehler verzeihend sollen Rocker-Ski sein, die seit zwei Jahren auf dem Markt sind. Sie sind tailliert wie Carving-Ski, haben aber große, nach oben gebogene Schaufeln an der Spitze. Sie liegen beim Geradeausfahren nur in der Mitte auf. Erfahrungen der Bayern 2-Testerin Vera Mölkner: Die Rocker sind schnell und sehr stabil in den Kurven.
Andreas König vom Deutschen Skiverband erklärt den Namen: "Dieser Name 'Rocker' kommt eigentlich aus dem Surfbereich. Die Surfbretter hat man gerockt, also auch aufgebogen, damit das Brett leichter aus dem Wasser rauskommt in dieser Angleitphase. Das Ganze hat man dann übertragen auf den Tiefschneebereich und jetzt auf die Piste."
Vorteile: Gewartetes Material, keine Schlepperei
Die Vorteile des Skiverleihs liegen auf der Hand - oder der Schulter: Wer sein Material leiht, muss keine Skier ins Auto schleppen und sie dort umständlich verstauen. Wer die Ausrüstung vor Ort mietet, muss auch kein Geld in eine Auto- Dachbox investieren. Ausleiher müssen sich auch keine Gedanken machen, wo das sperrige Ski-Equipment außerhalb der Saison lagert.
Außerdem sind die Leih-Ski immer bestens gewartet. Skier, die im Verleih verwendet werden, sind härter im Nehmen: Sie haben einen dickeren Belag, stärkere Kanten und sind vom Aufbau her stabiler als Skier, die man kauft. Robuster müssen sie auch sein: Der Belag und die Kanten werden sehr häufig geschliffen und der Ski wird sehr oft gefahren.
"Das heißt, der Ski kommt alle paar Tage in den Service. So etwas würde ein normaler Ski überhaupt nicht durchstehen. Wenn ein normaler Ski so häufig über die Bandschleifmaschine kommt, um den Belag abzuziehen und die Kanten zu schleifen, wäre er innerhalb von ein paar Wochen wahrscheinlich durch."
Philipp Radke, Skilehrer beim Deutschen Alpenverein
Der Preis ist oft eine Frage der Lage
Ist der Skiverleih direkt an der Gondelstation, verlangt er in vielen Fällen höhere Preise als Sportgeschäfte, die nicht direkt an der Piste liegen. Daher lohnt sich ein Preisvergleich - vor allem, wenn man mehrere Tage leiht. Da kann man einiges sparen. Auch das Skigebiet wirkt sich aus: Der gleiche Ski kostet zum Beispiel in Ellmau für sechs Tage 89 Euro, in Kitzbühel 128 Euro - 40 Euro mehr.
Das sollten Sie den Verleiher fragen
- Kann man innerhalb der Ausleih-Kategorie die Skier wechseln und wenn ja wie oft?
- Ist der Service während der Leihzeit kostenlos?
- Ist in der Leihgebühr eine Versicherung gegen Schäden am Ski oder Diebstahl enthalten?
- Muss man sich bei einem Schaden selbst beteiligen?
Quelle: ADAC
Skischuhe: besser kaufen
Auch Skischuhe kann man leihen. Sie kosten im Schnitt acht Euro pro Leihtag. Experten raten aber dazu, sich Skischuhe zu kaufen. Denn ein Skischuh muss perfekt sitzen, sonst leidet nicht nur der eigene Stil, sondern auch der Spaß beim Abfahren. In einem zu kleinen Schuh schmerzen die Füße und werden schnell eiskalt.
"Ich denke, jeder, der es halbwegs ernst mit dem Ski fahren meint, sollte sich auf jeden Fall einen Skischuh zulegen, der ihm wirklich passt. Ein Skischuh ist auch nicht etwas, das man alle zwei Jahre neu braucht."
Philipp Radke, Skilehrer beim Deutschen Alpenverein
Bei Kindern lohnt es sich, Skier zu leihen
Jede Saison neue Skischuhe und Skier für den Nachwuchs, vom Outfit gar nicht zu reden: Das geht ins Geld. Bei der Ausrüstung für die Kinder lohnt sich das Leihen. Manche Sportgeschäfte bieten für Kinder-Ausrüstung ein besonderes "Leasing" an: Man kann - wenn die Schuhe zu klein und die Ski zu kurz werden - das ganze Paket zurückgeben und bekommt es gegen einen kleinen Aufpreis in der nächstgrößeren Größe.

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