Bayern 2 - Notizbuch


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Diebstahl im Urlaub Urlaub? Aber sicher!

Sonne, Meer und süßes Nichts-Tun: Im Urlaub ist Entspannung angesagt. Doch die ist schnell verflogen, wenn plötzlich das Handy, der Geldbeutel oder sogar das Auto verschwunden sind. Was Sie bei Diebstahl im Urlaub beachten sollten.

Stand: 16.07.2014
Trick-Diebe lauern überall | Bild: picture-alliance/dpa

Alles weg: Geld, Handy, Kamera

Im Spanien-Urlaub machen Ruth M. und ihr Mann einen Zwischenstopp an einer Autobahn-Raststätte. Zwei Fremde verwickeln sie in ein Gespräch, nur für einen kurzen Moment sind sie abgelenkt, aber da ist es schon passiert: Ihr Auto wurde aufgebrochen, Handtasche, Fotoapparat und Handy fehlen. Ruth M. kann es nicht fassen: "Mit dem Handy haben die Diebe zuerst 500 und dann 1.800 Euro vertelefoniert – mit dem deutschen Handy von Spanien nach Algerien." Auch von ihrer Kreditkarte haben sich die Langfinger bedient. Der Gesamt-Schaden am Ende der Reise: mehr als 3.000 Euro. So hat sich das Ehepaar seinen Urlaub nicht vorgestellt.

Hilfreiche Telefonnummern und Informationen

Auswärtiges Amt

Spezielle Länderinformationen erhalten Sie beim Auswärtigen Amt: Tel.: 01888/17-0, Fax: 01888/17-3402, E-Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de

Sperrung von Bank- und Kreditkarten

Unter diesen Telefonnummern können Sie Ihre Karten sperren lassen:

EC-Karte: +49 116 116 - VISA: 0800/8118440 - MasterCard: 0800/8191040 - Amex: 069/97972000

Notrufnummern des ADAC

Wenn im Ausland keine Notrufstation erreichbar ist, erhalten Sie Hilfe über den ADAC München: Tel.: 00 49/89/22 22 22.

Erste Schritte bei Diebstahl: Anzeige und Sperrungen

Auch im Ausland sollte man nach einem Diebstahl zuerst die Polizei verständigen und Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Der Grund: Viele Banken, Versicherer und Reiseveranstalter kommen nur für Schäden auf, wenn ein Polizeiprotokoll des Diebstahls vorliegt. Außerdem sollten Bestohlene schnellstmöglich alle Bank- und Kreditkarten telefonisch sperren lassen. Erst danach haftet die Bank für Schäden. Aber im deutschen Durchschnitts-Geldbeutel sind meistens noch mehr Karten, etwa von Krankenkassen, Sportvereinen oder Bibliotheken. Auch hier sollten Sie die Karten-Ausgeber über den Verlust informieren, denn möglicherweise sind Sie sonst für entstehende Schäden verantwortlich.

Hilfe vor Ort: Ersatzausweis und Geldtransfer

Tipp

Notieren Sie sich während des Sperrungs-Anrufs den Namen des Mitarbeiters und die Uhrzeit des Gesprächs. Idealerweise haben Sie auch einen Zeugen für das Telefonat. Dann können Sie die Sperrung im Zweifelsfall beweisen.

Haben die Diebe auch die Ausweispapiere gestohlen, stellen die deutsche Botschaft oder das nächste Konsulat einen "Reiseausweis als Passersatz für die Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland" aus. Am besten ist es, sich vor dem Urlaubs-Antritt Fotokopien aller wichtigen Papiere zu machen. Das erspart im Diebstahls-Fall Zeit und Ärger. Für einen Ersatz für Führerschein, Kfz-Papiere und den Personalausweis können nur deutsche Behörden sorgen. Sie können die Rückreise nach Deutschland aber problemlos antreten, wenn Sie sich vorher eine Verlustbescheinigung der örtlichen Polizei ausstellen lassen. Wer dringend Bargeld braucht, kann sich über Geldtransfer-Dienstleister wie Western Union oder Moneygram von Freunden oder Verwandten Geld schicken lassen. Die Anbieter verlangen dafür – je nach Reiseland – fünf bis zehn Prozent des Überweisungsbetrags.

Sicherheits-Tipps im Urlaub

Falsche Freundlichkeit

Achtung, wenn Sie in Menschenmengen, auf Parkplätzen oder an Autobahn-Raststätten von Fremden angesprochen werden. Sei es, dass Sie nach dem Weg gefragt werden oder Sie jemand auf einen Defekt am Auto hinweisen möchte. Der Trick ist immer gleich: Einer versucht, Sie abzulenken, während der andere etwas aus Ihren Taschen oder Ihrem Fahrzeug entwendet.

Wertsachen am Körper tragen

Wichtige Papiere, Bargeld oder Schecks sind am besten in einem Brustbeutel oder Geldgürtel, der dicht am Körper getragen wird, am besten aufgehoben. Handtaschen oder Rucksäcke sollten möglichst keine Wertsachen enthalten, da Diebe sie einem schnell entreißen können. Im Geldbeutel sollte man im Urlaub keine größeren Beträge aufbewahren und sein Geld auf verschiedene Stellen verteilen.

Vorsicht Trick-Diebe

Kontrollieren Sie Ihr Auto nach jedem Rastplatz-Aufenthalt auf Beschädigungen, überprüfen Sie vor allem die Reifen. Denn Trickdiebe können Fahrzeuge so manipulieren, dass Sie bei der Weiterfahrt auf der Autobahn eine Panne haben. Vorsicht, wenn dann „freundliche Helfer“ Unterstützung anbieten. Ein Komplize könnte darauf aus sein, Wertsachen aus dem nicht-abgesperrten Fahrzeug zu klauen. Deswegen: Auch bei Pannen den Zündschlüssel abziehen und das Auto absperren.


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