Bayern 2 - Notizbuch


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Tipps zum "Tip" Trinkgeld im Urlaub

Nach dem Essen lauert das Fettnäpfchen: Trinkgeld zu geben ist schwieriger als es auf den ersten Blick scheint. Die Gepflogenheiten unterscheiden sich auch in Europa von Land zu Land - trotz größtenteils gleicher Währung. Damit Sie im Urlaub nicht als geizig gelten oder ungewollt beleidigen, haben wir hier die wichtigsten Tipps zum "Tip".

Von: Petra Martin Stand: 19.07.2013
Teller mit Trinkgeld | Bild: colourbox.com

Grundsätzlich freut sich jede Servicekraft über Trinkgeld, schließlich gilt es als Wertschätzung der Dienstleistung. Je weiter nördlich man fährt, desto geringer fällt das Trinkgeld aus. In Skandinavien ist es zum Teil gänzlich unüblich, hier reicht es aus, den Betrag aufzurunden oder fünf Prozent der Summe zu geben.

Südliche Länder

In vielen südlichen Ländern ist es sehr unhöflich, kein Trinkgeld zu geben.

In den südlichen Ländern ist die Trinkgeld-Kultur hingegen stark ausgeprägt. In Ägypten oder der Türkei läuft nichts ohne "Bakschisch", Trinkgeld wird immer und für alles erwartet. Im Restaurant sogar bis 15 Prozent, gar nichts geben gilt sogar als unhöflich. Allerdings kann man in der Türkei als Dankeschön auch eine Zigarette oder Ähnliches anbieten.

ADAC und das österreichische Pendant, der ÖAMTC, haben für viele Urlaubsländer die wichtigsten Tipps zum Trinkgeld zusammengefasst:

Europa im Überblick (alphabethische Reihenfolge)

Benelux-Länder

In Hotels und Restaurants sind die Preise "Inklusivpreise". Je nach Zufriedenheit ist ein zusätzliches Trinkgeld zwischen fünf und zehn Prozent üblich.

Frankreich

Sofern das Trinkgeld nicht bereits in der Hotel- oder Restaurantrechnung enthalten ist, gibt man 15 Prozent. Trinkgeld ist auch üblich für Taxifahrer und Platzanweiserinnen in Kinos und Theatern. "Le pourboire" wird im Restaurant dezent auf dem Tisch liegengelassen.

Griechenland

In den Hotels und Restaurants ist der Bedienungszuschlag meist in der Rechnung inbegriffen, üblich sind Trinkgelder von fünf bis zehn Prozent. In einer Taverna sollten Sie jedoch maximal einen Euro Trinkgeld geben.

Großbritannien und Irland

Sofern in der Hotel- oder Restaurantrechnung kein Bedienungszuschlag enthalten ist, sind zehn Trinkgeld üblich. Pubs sind trinkgeldfreie Zone; wer den Barkeeper belohnen möchte, spendiert ihm ein Getränk. Gepäckträger erhalten normalerweise 50 bis 75 Pence pro Koffer und Taxifahrer erwarten etwa zehn bis 15 Prozent vom Fahrpreis.

Italien

Im Restaurant zahlen Sie fürs Gedeck "coperto" ohnehin, ein zusätzliches Trinkgeld wird nicht erwartet. Wer zufrieden ist, kann ein paar Münzen auf dem Tisch liegen lassen. In den Bars steht oft ein Sparschwein oder ein Tellerchen für ein freiwilliges Trinkgeld. Im Hotel ist Trinkgeld in Höhe von ein bis fünf Euro für Zimmermädchen üblich.

Malta

Wenn auf der Rechnung im Hotel oder Restaurant kein Bediengeld im Preis enthalten ist, sind zehn Prozent Trinkgeld üblich. Taxifahrer erwarten zehn Prozent Trinkgeld.

Österreich

In Hotels und Restaurants sind "Inklusivpreise" angegeben, d.h. Bedienung und Steuern sind bereits in den Preisen enthalten; allgemein wird jedoch noch ein Trinkgeld von zehn Prozent erwartet und gegeben. Trinkgelder erhalten auch Taxifahrer, Theaterportiers und das Tankstellenpersonal. In Restaurants ist ein Trinkgeld üblich, die Höhe liegt im eigenen Ermessen, meist jedoch bei etwa fünf bis zehn Prozent. Taxifahrer erhalten zehn Prozent, auch Aufmerksamkeiten für kleinere Gefälligkeiten sind gern gesehen.

Schweiz

In allen Dienstleistungen ist der Bedienzuschlag bereits im Preis enthalten. Mit dem zusätzlichen freiwilligen Trinkgeld können Sie Ihre Zufriedenheit zum Ausdruck bringen.

Skandinavien

Trinkgelder sind in Skandinavien nicht üblich, der Rechnungsbetrag wird höchstens aufgerundet. Hotel-, Restaurant- und Taxirechnungen enthalten bereits eine Servicegebühr.

Spanien und Portugal

Das Trinkgeld wird dezent gegeben: Lassen Sie sich im Restaurant das komplette Wechselgeld zuerst herausgeben, das Trinkgeld (etwa zehn Prozent) legen Sie auf den Tisch, allerdings keine kleinen Centmünzen, das gilt als Beleidigung. Im Taxi wird einfach aufgerundet.

Slowakei, Slowenien, Tschechien, Kroatien

Zu dem in der Rechnung angegebenen Service-Anteil ist ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent der Summe üblich.

Türkei

In der Gastronomie sind zehn Prozent "Bakschisch" üblich. Nichts geben gilt als unhöflich. Für kleine Gefälligkeiten kann man als Dankeschön übrigens eine Zigarette oder Ähnliches anbieten. Im Taxi sollte der Gast den Betrag nur aufrunden.

Ungarn

Die Bedienung ist im Hotel- und Restaurantbereich bereits im Preis enthalten, trotzdem sind zehn bis 15 Prozent Trinkgeld üblich; auch beim Friseur oder Taxifahrer. An der Tankstelle gibt man 20 bis 50 Forint.

Zypern

Bedienzuschlag und Mehrwertsteuer sind nicht immer im Übernachtungspreis enthalten. Hierfür werden zehn bzw. 15 Prozent fällig; ein zusätzliches Trinkgeld von zehn Prozent wird erwartet. Portier, Taxifahrer und Friseur erwarten stets ein kleines Trinkgeld.



Wem das alles zu kompliziert ist, sei gesagt, dass er mit einem Trinkgeld von bis zu zehn Prozent nicht viel falsch macht. Gerade in südlichen Ländern wird mit dem Trinkgeld das oft sehr niedrige Gehalt aufgebessert.

Asien und USA

Außerhalb von Europa, zum Beispiel in Japan, China, Australien und der Südsee ist Trinkgeld unüblich. Das Service-Personal ist jedoch in den Touristenregionen mittlerweile an ein Trinkgeld von etwa zehn Prozent gewöhnt. In Japan kann man seine Dankbarkeit auch mit einem kleinen Geschenk ausdrücken. Ein zu geringes Trinkgeld wird in Thailand allerdings als Beleidigung empfunden, Sie sollten mindestens zehn Baht (entspricht etwa zwei Cent) geben.

In den USA ist das Trinkgeld Pflicht.

Ganz anders ist das in den USA: Hier sind die Mitarbeiter in Restaurants und Hotels sowie anderer Dienstleistungsbereiche auf das Trinkgeld angewiesen, der "Tip" ist Pflicht und beträgt etwa 15 bis 20 Prozent. Auf der Rechnung ist üblicherweise nur der Steuerbetrag ausgewiesen. In den meisten Bundesstaaten können Sie den Steuerbetrag einfach verdoppeln, dann haben Sie die richtige Höhe fürs Trinkgeld.

Bei jedem Trinkgeld gilt laut ADAC: Der Aufschlag ist freiwillig. Wenn Sie also mit dem Service nicht zufrieden waren, können Sie das mit dem Trinkgeld zeigen.


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