Bayern 2 - Notizbuch


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Leihwagen Im Ausland mit Vorsicht zu mieten

Eigentlich hat Norbert Auer alles richtig gemacht: Das Auto auf Kuba hat er von Deutschland aus gemietet und bezahlt, vor Ort sollte er nur noch seinen Gutschein einlösen. Doch dann verlangt die kubanische Firma nochmal Geld.

Stand: 17.07.2013

Familie im Urlaub packt Auto | Bild: colourbox.com

500 Euro - so viel hat Norbert Auer in Deutschland bei TUI Cars für seinen Mietwagen im Kuba-Urlaub bezahlt. Die Autovermietung vor Ort erkennt rund 240 Euro weniger an - Norbert Auer soll nachzahlen. Hinzu kommt das Geld für eine höhere Versicherung auf dem Insel-Staat. Tatsächlich ist für Kuba eine zusätzliche Vollkasko-Versicherung vorgeschrieben. TUI Cars hat das auch auf dem Gutschein vermerkt - im Kleingedruckten. Norbert Auer hatte am Ende nur die Wahl: Zahlt er den verlangten Aufpreis oder steht er am Ende ohne Auto da?

"Das Risiko ist, dass man vor Ort natürlich immer einer fremden Rechtsordnung unterliegt und man möglicherweise der Sprache auch gar nicht so mächtig ist. Im Zweifelsfall setzt der Autoverleiher dem Urlauber das Messer auf die Brust mit der Maßgabe: 'Friss oder stirb, Vogel'."

Klaus Heimgärtner, Verbraucherjurist beim ADAC

Vertragspartner oder Vermittler - an wen wenden?

Bezahlt in Deutschland, gemietet im Ausland - wenn was schief geht, hängen Urlauber zwischen allen Stühlen.

Norbert Auer will das nicht auf sich sitzen lassen, er wendet sich an TUI Cars. Die Firma teilt mit, der Gutschein sei im vollen Wert angerechnet worden. Sie könnte nicht schlüssig aufklären, wie es dazu gekommen sei, denn für ihren Partner, also die kubanische Autovermietung, könne es sich nur um einen Fehler handeln. Juristisch ist die Firma auf der sicheren Seite, schließlich war TUI Cars nur Vermittlerin in dem Geschäft, nicht Vertragspartner. So bleibt die Frage nach der hohen Preisdifferenz unbeantwortet - und der Verdacht, dass sich jemand anders die 200 Euro eingesteckt hat.

Damit das Mietauto kein Reinfall wird: Tipps für Urlauber

Grundsätzlich ist es richtig, sein Mietauto von Deutschland aus zu buchen, sagt der ADAC. Zum einen hat man so mehr Zeit für Preisvergleiche, zum anderen kann man dann eine deutsche Hotline anrufen, wenn es vor Ort Probleme gibt. Das ändert allerdings wenig, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist - denn dann können sich Kunden kaum wehren - schließlich müssten sie ihr Geld bei der Verleihfirma im Ausland einklagen. Trotzdem gibt es noch ein paar weitere Dinge, die man bei der Leihwagen-Buchung beachten sollte:

Der ADAC empfiehlt:

Vertragsbedingungen

Achten Sie auf einen klar ausgewiesenen Gesamtmietpreis und auf die Rückgabemodalitäten. Alle Vereinbarungen sollten immer schriftlich festgehalten und der Vertrag nie blind unterschrieben werden. Der Mietvertrag sollte neben der Landessprache wenigstens in englischer Sprache abgefasst sein. Und: Lesen Sie das Kleingedruckte!

Versicherungen

Vorsicht bei der Haftpflichtversicherung: In manchen Ländern unterscheiden sich die gesetzlichen Mindestdeckungssummen erheblich. Die Haftpflicht sollte mindestens eine Million Euro betragen. Ohne eine Vollkasko loszufahren, ist nicht ratsam. Am besten ist es, diese ohne Selbstbeteiligung abzuschließen und auf die Leistungen zu achten. Oft sind Schäden an Reifen, Felgen, Unterboden oder durch Steinschlag ausgenommen. Eine Diebstahlversicherung lohnt sich, sofern sie nicht in der Vollkasko enthalten ist.

Tanken

Lokale Autovermieter im Ausland verlangen häufig überhöhte Tankpauschalen. Entweder werden völlig überzogene Tankgebühren berechnet oder die Kunden müssen für den ersten Tankinhalt viel zu viel bezahlen. Daher Vorsicht vor vermeintlichen Schnäppchen! Anbieter, die die Mietbedingungen vorab bzw. vor dem Buchungsabschluss nicht nennen wollen, sind mit besonderer Vorsicht zu genießen. Rückgabe: Vor Fahrtbeginn ist immer zu klären, ob das Fahrzeug mit vollem Tank zurückgegeben werden kann. Teuer kann es werden, wenn das Auto abweichend von der vereinbarten Station zurückgegeben wird.

Mängel

Prüfen Sie das Fahrzeug vor der Übernahme genau und lassen Sie sich Mängel schriftlich bestätigen. Bei Rückgabe sollte ein Mitarbeiter des Vermieters zugegen sein. Generell gilt, kein Fahrzeug von einem Vermieter akzeptieren, der nicht vertrauenswürdig erscheint und kein Fahrzeug mit offensichtlichen Mängeln übernehmen.


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