Handwerker Warum sind sie so teuer?
Sie ziehen um und müssen Ihre Wohnung streichen? Keine Lust und Zeit, es selber zu machen? Also, schnell mal ein Angebot vom Malermeister einholen. Hups, das wird ja teuer! 45 Euro pro Stunde? Kann das sein?
Ja, das kann sein. Splittet man die Kosten auf, die ein Malermeister zu tragen hat, dann bleiben ihm von den 45 Euro, die er für eine Arbeitsstunde seines Mitarbeiters verlangt, gerade mal drei Euro übrig. Unsere Beispielrechnung hier splittet die Kosten für einen Handwerksbetrieb auf. Je nach Wohnort variiert der Stundenlohn, so wird in der Großstadt deutlich mehr verlangt als auf dem Land.
Bruttoarbeitslohn: rund 15 Euro
Der ausführende Maler erhält - sofern er nach Tarif bezahlt wird - 14,41 Euro Bruttolohn, rund 15 Euro. Davon bleibt nach Abzug von Lohn- und Kirchensteuer, Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung sowie dem Solidaritätszuschlag ein Nettostundenlohn von 8,65 Euro übrig.
Arbeitgeberkosten: rund 27 Euro
Der Arbeitgeber muss ebenfalls Sozialabgaben zahlen, zusammen mit dem Urlaubsgeld beträgt das pro Arbeitsstunde rund zwölf Euro. Außerdem fallen noch sogenannte Sachgemeinkosten an: Darunter versteht man die Kosten für die Miete des Büroraums oder der Werkstatt, Heizung, Reinigung, Telefon, Steuerberatung, Buchführung etc. Außerdem muss normalerweise ein Fuhrpark unterhalten und die Beiträge für die Berufsorganisation gezahlt werden. Die Sachgemeinkosten summieren sich auf rund 15 Euro pro Arbeitsstunde.
Gewinn: rund 3 Euro
Von den 45 Euro, die der Kunde bezahlt, bleiben dem Malermeister dann noch 18 Euro übrig, von denen er wiederum rund 15 Euro dem ausführenden Angestellten als Lohn auszahlt. Vorausgesetzt alles läuft gut und es tauchen keine weiteren Kosten auf, die vorher nicht kalkulierbar waren, bleiben dem Malermeister also rund drei Euro pro Arbeitsstunde übrig.
Viel Spielraum bleibt da nicht - die Kalkulation ist sozusagen "auf Kante genäht", wie der ehemalige Finanzminister Hans Eichel das ausgedrückt hat. Von Auktionen im Internet, bei denen sich Handwerker preislich gegenseitig unterbieten, um den Zuschlag zu bekommen, halten deshalb viele Handwerksbetriebe nichts.
"Für mich ein absolutes Unding. Das kann von ordentlich ausführenden, angemeldeten Betrieben nicht geleistet werden. Ich bin mir sicher, dass geschätzte 90 Prozent Schwarzarbeit sind - sonst funktioniert es nicht."
Andreas Romanow, Maler- und Lackiermeister
Fazit: Wer gute Arbeit erwartet und nicht betrügen will, muss einen angemessenen Preis zahlen. Und selbst dann bleibt für den Maler - angestellt oder in Chefposition - davon nicht sehr viel übrig.

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Martin, Mittwoch, 08.Februar, 16:26 Uhr
4. Handwerkerstunde
wenn der Kundendienst in der Werkstatt gemacht wird werden
80 - 120 €/h verrechnet, da jammert keiner,
und der Meister??, der ein Objekt anschaut, fährt hin, schaut, berät,
schreibt noch ein Angebot, besorgt material, kann 5 h Facharbeiter abrechnen, was ist noch verdient?? leben und leben lassen,
grüße aus Unterfranken,
Klaus Englbrecht, Mittwoch, 08.Februar, 10:32 Uhr
3. Handwerker-Rechnungen
Liebes Radio-Team,
ich bin auch Handwerksmeister und kann nur mit Kopfschütteln die Preisgestaltung meiner Handwerkskollegen nachvollziehen.
In meinem Gewerbe - nämlich Zahntechnik- würde ich auch gerne die Neben- und Unkosten in meine Preise kalkulieren, das geht leider nicht weil wir einen Preiskatalog von den Krankenkassen vorgeschrieben bekommen. Der gilt dann für ganz Bayern.
Somit kann ich bei steigenden Nebenkosten und Inflation die Preiste nicht hochsetzen sondern müsste beim Fachpersonal kürzen. Fazit - ich habe keine Angestellten...
Wohl dem, der hier nach oben kalkulieren kann, bei uns geht das leider nicht. Mittlerweile könnte ich einem ausgelernten Facharbeiter nicht mal mehr 1200€ Brutto bezahlen und dafür nimmt niemand mehr eine 3 1/2 Jahre dauernde Ausbildung zur späteren Vollbringung von Höchsleistungen im Gesundheitswesen in Kauf.
Für das was wir lernen und erschaffen dürfen sind wir weit unter dem durchschnittlichen Einkommen und nehmen nicht an dem allgemeinen Aufschwung der Handwerker teil.
Viele Grüße
Englbrecht
info@dentallabor-englbrecht.de
Irion Helmut, Mittwoch, 08.Februar, 10:25 Uhr
2. Handwerker
Es kann alles schöngerechnet werden !
Oder wie erklären Sie sich die tatsach das der Unternehmer davon Leben kann und schneller zu einem größeren Vermögen Kommt als der Arbeiter.
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