Carsharing Die Alternative zum eigenen Auto
Sich ein Auto mit anderen zu teilen: Das ist in Großstädten mittlerweile eine echte Alternative zum klassischen Mietwagen oder dem eigenen Auto. Deutschlandweit gab es 2012 bereits über 250.000 registrierte Carsharing-Nutzer. Wie aber funktioniert Carsharing? Und wer zahlt bei einem Unfall?
Wer beim Carsharing mitmachen möchte, zahlt dem Anbieter meist eine Einlage von mehreren hundert Euro und unterschreibt einen Mietvertrag. Dieser regelt die Konditionen, etwa, dass ein Schaden sofort zu melden ist oder dass das Fahrzeug sauber wieder abgegeben werden muss. Gebucht werden kann ein Auto bereits ab einer Viertelstunde - im Gegensatz zum klassischen Mietwagen, der mindestens für einen Tag entliehen werden muss. Das gewünschte Auto kann beim Carsharing in aller Regel bequem im Internet bestellt werden.
Günstig ist das Carsharing vor allem, wenn man den Wagen nur stundenweise benötigt. Ein kurzer Trip zum Einkaufen kostet für zehn Kilometer etwa drei Euro - Benzinkosten inklusive. Braucht man den Wagen allerdings für einen längeren Zeitraum, ist ein Mietwagen meist günstiger als Carsharing.
Carsharing: Sieben Tipps für Einsteiger
Wie buche ich ein Auto?
Die Fahrzeuge können rund um die Uhr gebucht werden. Carsharing-Anbieter arbeiten mit Buchungszentralen zusammen, die den Überblick darüber haben, wann welcher Wagen frei ist. Wünsche zum Übergabeort, Zeitraum und Fahrzeugmodell werden am Telefon oder - ganz ohne ohne fremde Hilfe - im Internet festgelegt.
Wie lange darf und muss ich fahren?
Die meisten Anbieter bieten Nutzungsdauern ab einer oder einer halben Stunde an. In manchen Fällen müssen die Autos nach einigen Tagen zurückgebracht werden - meist aber ist der Zeitraum unbegrenzt. Wer Tage oder Wochen unterwegs ist, fährt aber oft mit einem klassischen Mietwagen günstiger.
Welcher Tarif ist der richtige?
Wirkliches Carsharing koppelt Zeit- und Kilometertarif. Für Vielfahrer bietet sich ein Monatstarif an, der niedrigere Nutzungsgebühren bietet.
Kann ich Carsharing testen, bevor ich Mitglied werde?
Viele Anbieter ermöglichen es, in die Welt des Carsharings hineinzuschnuppern. Der potenzielle Kinde hinterlegt als Sicherheit einen Scheck. Die Dienstleistung darf einige Wochen lang ausprobiert werden. Falls dem Interessenten das Angebot zusagt, wird er nach der Probezeit Kunde oder Mitglied. Falls nicht, bezahlt er die durchgeführten Fahrten und erhält seinen Scheck zurück.
Darf ich auch ins Ausland fahren?
Mit einem Carsharing-Fahrzeug darf der Kunde in die meisten Länder der Europäischen Union fahren. Allerdings verlangen einige Anbieter eine vorherige Anmeldung dafür.
Wo muss ich das Auto am Ende parken?
Das Auto wird am vereinbarten Platz abgeholt - und genau dort muss es am Ende auch wieder hin. Ein Carsharing-Fahrzeug an einem anderen Stellplatz abzugeben, ist bislang noch nicht möglich - im Gegensatz zum klassischen Mietwagen.
Was mache ich, wenn ich nicht rechtzeitig zurückkomme?
Am besten informiert man die Buchungszentrale über eine Verspätung, sobald diese absehbar ist - auf jeden Fall aber vor Ablauf ihrer Buchungszeit, sonst gibt es drastische Zuschläge. In vielen Fällen kann verlängert und für den Folgekunden eine Alternative organisiert werden.
Carsharing: Wer ist versichert?
Unter Freunden oder Kollegen funktioniert das relativ einfach: Einer stellt sein Fahrzeug zur Verfügung, bleibt aber Eigentümer und Halter, sagt Christian Weishuber von der Allianz. Die Versicherung müsse allerdings auf einen "unbegrenzten Personenkreis" erweitert werden. "Dadurch wird die Versicherung zwar ein bisschen teurer, aber alle können mit dem Auto versichert herumfahren." Dieses Prinzip greift auch bei großen Car-Sharing-Gemeinschaften, die in Vereinen organisiert sind, oder bei kommerziellen Anbietern.
Erhebliche Unterschiede bei der Selbstbeteiligung
In aller Regel sind die Fahrzeuge vollkaskoversichert, die Versicherung ist im Mietpreis enthalten. In der Höhe der Selbstbeteiligung gibt es je nach Anbieter jedoch zum Teil enorme Unterschiede: Der Betrag variiert zwischen 200 und 2.000 Euro. Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto billiger fällt die Versicherung für den Anbieter aus: Vor allem professionelle Großanbieter entscheiden sich für die günstige Versicherungsvariante - der Fahrer trägt also ein hohes Selbstbeteiligungsrisiko.
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