Bayern 2 - Notizbuch


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Selbstversorgung Anbauen, ernten, einmachen

Obst und Gemüse anbauen, ernten und lagern. Tiere halten. Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Seife und Salben aus Wildkräutern herstellen. Was vor Jahrzehnten als Hippie- und Aussteigertraum begann, stößt mittlerweile bei immer mehr Menschen auf fruchtbaren Boden. Ein eigener Garten ist dabei längst keine Voraussetzung mehr fürs Selbstversorgen.

Von: Chris Köhler, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 28.09.2017

Wir leben vor allem von weltweiten Importen und täglich rollenden Lebensmitteltransportern. In den Städten sichern große Supermarktketten die Versorgung der Bevölkerung. Doch immer mehr Menschen suchen eine Alternative zum modernen Lebensstil, wollen sich unabhängig machen.

"Fachausbildung für Selbstversorgung" und Kurse im "Lebensfeld"

In Bayern gibt es Kurse, die Wissen für eine autarke Selbstversorgung vermitteln - zum Beispiel auch, wie man Seife herstellt oder Salben aus Wildkräutern.

Die Mitwirkenden an der Sendung

Fachausbildung für Selbstversorgung

Der Verein Allgäuer Kräuterland bietet eine Fachausbildung für Selbstversorgung an. Sie kann mit einer freiwilligen Prüfung samt Zertifikat abgeschlossen werden. Der Kurs läuft von März bis November. In sieben Wochenend-Modulen geht es unter anderem ums Planen und Anlegen eines Gartens, ums Pflanzen, um verschiedene Methoden des Haltbarmachens von Obst und Gemüse, um Tierhaltung und das Bestimmen von Wildpflanzen.

Die Kursgebühr für die gesamte Ausbildung beträgt für Nichtvereinsmitglieder rund 1.500 Euro.
Nähere Informationen gibt es auf folgender Internetseite: shttps://www.allgaeuer-kraeuterland.de/die-akademie/selbstversorger/

Lebensfeld Jaksch

Auf dem Lebensfeld Jaksch wirtschaftet Hubert Jaksch auf etwa der Hälfte seiner Flächen zusammen mit landwirtschaftlichen Laien. Bei ihm kann man zum Beispiel lernen, wie man ein Feld vorbereitet, Saatgut zieht oder die verschiedenen Gemüse- und Obstkulturen pflegt. Ebenfalls auf dem Programm: Unterricht in Sachen Ernte und Vorratshaltung. Dabei lernt man zum Beispiel, wie Lebensmittel haltbar gemacht werden - etwa durch milchsaures Einlegen oder durch die Einlagerung in Erdmieten.
Spezielle Vorkenntnisse müssen Interessenten nicht mitbringen. Alles, was die Gemeinschaft erzeugt, wird gemeinschaftlich aufgeteilt.

Der Jahresbeitrag beträgt zurzeit 360 Euro pro Person und Jahr.
Nähere Informationen bietet die Internetseite: http://lebensfeld-jaksch.de/

Weitere Link- und Lesetipps

Wer sich im Internet umschaut, findet zum Beispiel auf Seiten wie www.selbstversorger.de Tipps, Links und Onlineshops zum Thema Erzeugung und Haltbarmachen von Nahrungsmitteln.

Wer Literatur zum Thema Selbstversorgung sucht, könnte einen Blick zum Beispiel in folgende Bücher werfen:
"Selbstversorgt - Das Startprogramm für Einsteiger" von Silke Kluth (GU-Verlag)
"Der Selbstversorger" von Wolf-Dieter Storl (GU Verlag)
"Das große Buch der Selbstversorgung" von Dick & James Strawbridge (DK Verlag)
"Das neue Buch vom Leben auf dem Lande" von John Seymour (DK Verlag)
"Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen" von Markus Bogner (oekom Verlag)


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