Bayern 2 - Notizbuch


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Reha vor Rente Rehabilitation bei psychischen Erkrankungen

Rehabilitation vor Rente - dieser Grundsatz gilt auch, wenn jemand an einer psychischen Störung erkrankt ist. In Deutschland sind bis zu 43 % der Bevölkerung irgendwann in ihrem Leben von einer psychischen Störung betroffen. Sie bilden die zweithöchste Krankheitsgruppe bei der Arbeitsunfähigkeit. Spezielle Reha-Kuren helfen dem Patienten, sich wieder zu stabilisieren, um auch langfristig im Berufsleben bleiben zu können.

Von: Klaus Boffo

Stand: 14.12.2016

Patientin mit einer Burn-out Erkrankung steht auf einem Steg  | Bild: picture-alliance/dpa

Stark engagiert: die gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung hat 25 eigene Kliniken und ca. 170 Vertragseinrichtungen, in denen psychosomatische Erkrankungen individuell behandelt werden. Dabei ist das Angebot in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut worden. Die durchschnittliche Behandlungsdauer umfasst 5 Wochen. In der Regel sollte der Rehabilitation wegen psychischer Erkrankung eine ambulante fachspezifische Behandlung beim Arzt vorausgehen. Hält die Erkrankung an und zeigt sich keine ausreichende Besserung, so wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt besprochen, ob eine Rehabilitation sinnvoll ist. 

Erste Adresse: die Reha-Service-Stelle

Reha-Leistungen können viele verschiedene Stellen erbringen: Krankenkassen, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften sowie die Agenturen für Arbeit. Den zuständigen Rehabilitationsträger festzustellen, ist für den Laien nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Zunächst empfiehlt es sich deshalb, eine Reha-Service-Stelle zu Rate zu ziehen. 

"Reha-Service-Stellen sind spezielle Beratungsstellen. Man findet sie bei der Rentenversicherung, der Krankenkasse oder der Arbeitsagentur, aber auch bei den Versicherungsämtern in Landkreisen und kreisfreien Städten - also im Rathaus oder Landratsamt. Dort sitzen Experten, die meinen individuellen Hilfebedarf klären, die wissen, welcher Träger für mich zuständig ist, und die das Ganze dann in die Wege leiten."

Thomas Büttner, Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd

Die Wahl der Reha-Klinik

Die Höhenklinik Bischofsgrün gehört zum Klinikverbund der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern

Beim Termin und bei der Wahl der Reha-Klinik spielen medizinische, aber auch wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle. Wünsche zur Region, zum Ort, oder einer speziellen Einrichtung können im Antrag genannt werden und  werden soweit wie möglich berücksichtigt.

… und wer sorgt einstweilen für die Kinder?


Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt für die Dauer der Reha die Kosten für eine Haushaltshilfe. Zum Beispiel,  wenn das Kind, das im Haushalt lebt, unter 12 Jahre alt ist. Voraussetzung ist, dass der Haushalt nicht anderweitig, z.B durch den Ehepartner, weitergeführt werden kann. Dieser kann z.B. auch unbezahlten Urlaub nehmen. Der Lohnausfall würde dann ersetzt werden. Dies gilt auch für Freunde oder Bekannte. In Einzelfällen besteht die Möglichkeit, Kinder mit in die Rehaklinik zu nehmen. Hier entscheidet jedoch die Klinik, ob dies möglich ist; ein Anspruch drauf besteht nicht. Wenn die Kinder älter als 12 Jahre alt sind, können Kinderbetreuungskosten übernommen werden. Eine klassische Mutter-Kind Kur gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung nicht.


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