Bayern 2 - Notizbuch


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Leben ohne Plastik So können Sie Kunststoff vermeiden

Plastik wird zu einem immer größeren Problem: Die Herstellung kostet Energie und Rohstoffe, und der entstehende Müll verschmutzt Meere und Umwelt. Im Alltag auf Plastik zu verzichten, ist oft schwierig. Mit unseren Tipps gelingt es leichter.

Stand: 07.03.2017

Ein Mann steht in Berlin in der Humboldt-Box in der Ausstellung "Extreme! Natur und Kultur am Humboldtstrom". Im Vordergrund ist aus dem Meer geborgener Plastikmüll in Gläsern gestapelt. | Bild: picture-alliance/dpa

Ein gigantischer Strudel von der Größe von Texas kreist unaufhörlich im Nordpazifik. Er besteht aus Plastikteilen, wächst seit 60 Jahren und wird immer größer. Denn was für Verbraucher praktisch daher kommt - Tüten, Verpackungen, Kanister und Kisten -, reichert sich in der Umwelt und speziell in den Meeren an. Mehr als 300 Millionen Tonnen Plastik werden jedes Jahr weltweit produziert, doch die Entsorgung ist oft unzureichend, Recycling lohnt kaum. Immer mehr Verbraucher erkennen das Problem und versuchen, Plastik aus ihrem Alltag zu verbannen. So funktioniert's.

No-Plastic-Basics: Plastik vermeiden leicht gemacht

Tipp: Soda fürs Klo

Sodapulver kann man gut als Toilettenreiniger verwenden - einfach einstreuen und nach etwa 15 Minuten mit der Klobürste schrubben. Je länger die Einwirkzeit, desto größer die Reinigungswirkung. Außerdem bindet Soda Säuren im Abwasser.

Wer auf Kunststoff verzichten will, sollte zuerst auf diese beiden Hilfsmitteln zurückgreifen: Einkaufskorb und Stoffbeutel. So kommt man beim Einkaufen gar nicht erst in die Versuchung, zur Plastiktüte zu greifen. Immer eine hübsche Stofftasche dabei zu haben, kann man sich leicht angewöhnen. Ein wichtiges Körperpflege-Basic ist Seife - je kürzer die Liste der Inhaltsstoffe, desto verträglicher ist sie für Haut und Umwelt. Ein weiterer Kosmetik-Allrounder ist ein Glas Kokosöl: Es ersetzt Babyfeuchttücher, Make-Up-Entferner und feuchtes Toilettenpapier. Es desinfiziert und pflegt die Haut.

Tipp fürs Kinderzimmer: Knete selber machen

Zutaten für selbst hergestellte Spiel-Knete: jeweils zwei Tassen Mehl, Salz und kochendes Wasser, zwei Esslöffel Speiseöl, zwei Teelöffel Weinstein- oder Zitronensäure und flüssige Lebensmittelfarbe.

Zubereitung:
Zuerst alles in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät verrühren, anschließend mit den Händen durchkneten. Nach dem Abkühlen den Teig auf verschiedene Schüsselchen verteilen und mit Lebensmittelfarbe einfärben. Wenn die Knete luftdicht verpackt ist, hält sie mehrere Monate.
(Rezept aus: "Besser leben ohne Plastik" - Buchtipp s.u.)

No-Plastic-Shopping: Plastikfrei einkaufen

Tipp: Kaffee abfüllen lassen

Frischen Kaffee füllen viele Röstereien in selbst mitgebrachte Behälter. Auch kleinere Bäckereien oder andere Läden machen das inzwischen. Einfach nachfragen!

Viele Gemüse- und Obstsorten gibt es ohne Verpackung in Geschäften - einfach lose auf das Kassenband legen. Für den Transport von kleineren Früchten, Bohnen oder Nüssen können Sie beispielsweise Naturtaschen verwenden, das sind besonders leichte Beutel aus Biobaumwolle. Auch Brot kann man in einem Stoffbeutel gut einkaufen und sogar einfrieren. Immer mehr Milchprodukte wie Joghurt, Milch oder Sahne gibt es im Glas, in einigen Biosupermärkten sogar Schmand oder Quark. Risotto, Nudeln, Haferflocken und andere Getreide- und Reisprodukte können Sie in fast jedem Markt in Papierverpackungen kaufen. Käse, Wurst und Fleischwaren von der Frischetheke kann man häufig in einer Papiertüte transportieren. Wenn nicht: Sie können auch ihren eigenen Behälter mitbringen - wenn die Dose auf der Theke stehen bleibt, sind die Hygienevorschriften eingehalten.

Hier können Sie plastikfrei einkaufen

Der Bioloaden "Lebenskunst" in Freising verkauft Haferflocken, Reis, Nudeln, Nüsse oder Hülsenfrüchte unverpackt in großen Abfüll-Behältern.

Bioladen Lebenskunst
Rindermarkt 11
85354 Freising


Der Münchner Laden "Ohne" kommt komplett ohne Verpackungen aus. Die meisten Produkte stammen zudem aus der Region.

OHNE - Der verpackungsfreie Supermarkt GmbH
Schellingstraße 42
80799 München


Im Laden "Plastikfreie Zone" in München sind Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs nicht in Plastik, sondern in Papier oder Pappe verpackt.

naturlieferant
Schloßstrasse 7
81675 München

No-Plastic-Hygiene: Pflegen, Putzen und Waschen

Tipp: Backpulver als Weißmacher

Grauschleier in der weißen Wäsche oder in Gardinen? Geben Sie einfach etwas Backpulver mit in die Waschmaschine - das lässt ihn verschwinden.

Gute Alternativen zu herkömmlichem Shampoo sind Haarseife oder Shampoostein. Letzerer kommt ohne Seife und Flüssigkeit aus, schäumt, riecht und pflegt aber wie Shampoo. Haarspülung können Sie durch einen Mischung aus fünf Teilen Wasser und einem Teil Apfelessig ersetzen. Statt Zahnpasta kann man Zahnputztabs verwenden. Das sind kleine Tabletten, die nach Menthol schmecken und zerkaut werden - mit dem Pulver können Sie dann die Zähne putzen. In der Küche ist Kernseife ein guter Ersatz für Spülmittel in Plastikverpackungen. Ein Esslöffel Essig im Spülwasser bringt außerdem Gläser zum strahlen. Waschnüsse sollten Sie möglichst vermeiden, da ihr Verkauf in Europa in ihren Herkunftsländern eher Schaden angerichtet hat. Besser sind Waschkastanien oder Efeu für Waschmaschinen.

Buchtipp

Anneliese Bunk, Nadine Schubert:
Besser leben ohne Plastik

oekom Verlag, 112 Seiten


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Iris Lautenbach, Freitag, 19.Februar, 09:49 Uhr

26. Hundetrockenfutter ohne Plastikverpackung

Ich suche das Internet durch nach Hundetrockenfutter ohne Plastikverpackung. Bisher hab ich nur höchstpreisiges gefunden. Scheint sehr schwierig zu sein, ähnlich wie Toilettenpapier!

Tolle Aktion auf jeden Fall. Wenn man bewusst einkauft, ist es erstaunlich, wie viel Tier und Plastik in Produkten ist, wo man es nicht vermutet oder nicht beachtet.

Liebe Grüße

Iris Lautenbach

Hannes Weber, Mittwoch, 17.Februar, 19:38 Uhr

25. Plastik vermeiden

Liebes Bayern1-Team,

seit Jahren vermeide ich Plastik sowie Verpackungen und Gegenstände aus diesem Material.
Deshalb kann ich künftig auch nicht Radio hören. Alle Fernbedienungen oder On-Out-Knöpfe sind aus, richtig, Plastik!

Liebe Grüße
Hannes Weber

Jürgen Brandt, Mittwoch, 17.Februar, 18:45 Uhr

24. Leben ohne Plastik (Kunststoff)

Wenn wir ehrlich sind gibt es 2 Dinge ohne die unser Leben heute nicht mehr möglich ist. -Strom und Kunststoff - Wobei Plastik im Prinzip als das Wichtigste erscheint, denn in allen Teilen welche mit Strom angetrieben werden (Computer, Radio,Fernseher, Kabel,Steckdosen usw.) ist Dieses verarbeitet und oder dient als Gehäuse. Weiter mit der Kleidung, es gibt praktisch keine mehr, in der kein Kunststoff verarbeitet wird, von der Unterwäsche bis zur Jacke, außer sauteuer. Möbelstoffe sind nicht ausgenommen. Körperpflege - Pustekuchen, alles mit Microplastik. Auch das heute gekaufte Waschpulver (17.2.) , entweder ist der Pappkarton innen mit Plastik beschichtet oder ab 5 kg mit Plastiktragschlaufe. Auf jedem Fall enthält das Pulver Microplastik, da ja mit immer niedrigeren Temperaturen gewaschen wird um Elektroenergie (Heizen) und Wasser zu sparen. Also wie wir früher in der DDR gesagt haben: "Sparen um jedem Preis, koste es was es wolle." Dadurch wird Wasser und Strom immer teurer.

Böhm Gisela, Mittwoch, 17.Februar, 14:46 Uhr

23. Heuballen in Plasikfolie gewickelt / verpackter Hundekot

Auf den Feldern und Wiesen warten Jahr für Jahr, die mit verschiedenenen Folien verpackten Heuballen auf ihren Abtransport. Nicht nur dass diese Folien mit Chemikalien sehr belastet sind, sondern viele große und kleine Teilstücke der Folien fliegen durch die Flur und bleiben irgendwo liegen. Bei der Ernte kommen diese dann in den Futter- bzw. Lebensmittelkreislauf. Warum wird das nicht verboten ? Manchmal sieht man auch mit Netzen verpackte Heuballen.
Auch der wunderbar mit Plastik verpackte Hundekot ist auf den Wiesen Feldern und Gehwegen verteilt. Gibt es eine Studie ob es nicht umweltverträglicher wäre den Hundekot wieder unverpackt liegen zu lassn ? Ich bin keine Hundebesitzerin.

My Greenfactory - Anette Fecher, Mittwoch, 17.Februar, 12:43 Uhr

22. Verpackungen und Einweggeschirr aus Zuckerrohr

Liebes B1 Team,
wir gehen diesem Thema Vermeidung von Plastik seit 9 Jahren nach, doch leider ohne wirtschaftlichen Erfolg. Dennoch halten wir immer noch an den Produkten fest, da wir absolut davon überzeugt sind. Die Verpackungen aus Zuckerrohrfasern sind kompostierbar und haben eine CO² Bilanz wie Recyclingkarton. Denn die Produkte werden aus den Pressrückständen des Zuckerrohrs hergestellt. Wir haben unsere Verpackungen auch an der Uni in Graz testen lassen und diese hat festgestellt, dass z. B. Champignons doppelt so lange haltbar sind als in den Plastikschalen in den sie heute verkauft werden. Unsere Zuckerrohrschalen sind jedoch 2 Cent teurer und finden daher keinen Zuspruch bei den Einkäufern, obwohl diese Mehrkosten mit der längeren Haltbarkeit sofort wieder kompensierbar wäre.
Wenn es mal Einweggeschirr sein muss, kann man auf unsere Teller zurückgreifen, die weitaus bessere Eigenschaften haben als Plastik oder Styropor.
Gerne geben wir nähere Infos (Link entfernt) Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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