Gute Banken, schlechte Banken Wie gut meinen es die Sparkassen mit ihren Kunden?
Die meisten Deutschen kennen es bereits von Kindesbeinen an: das rote Sparkassen-S. Klar, denn heute noch gibt es oft zur Einschulung oder zur Kommunion ein Sparbuch mit 5 Euro geschenkt. Ein kleiner Köder sozusagen. Die Sparkassen haben einen öffentlichen Auftrag zu erfüllen: Bevölkerung, Wirtschaft und öffentliche Hand mit Geld versorgen. Und: vor Ort sein. Das ist gut für das Handwerk, für Industrie und Handel. Aber wie schaut es mit den Kunden aus? Müssen sie dafür bezahlen, dass in jedem noch so kleinen Ort eine Sparkasse sitzt?
Immer vor Ort
16.000 Filialen Sparkassen gibt es deutschlandweit, rund 130.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Das heißt auch für die Privatanleger, dass sie nahezu überall eine Filiale finden
Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind für mittelständische Unternehmen unentbehrlich. Rund 87 Prozent aller Kreditfälle, die im Handwerk auftreten, werden über diese beiden Bankengruppen abgewickelt, schätzt der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger. Gerade für die kleinen und mittleren Betriebe sei es wichtig, dass die Sparkassenmitarbeiter vor Ort seien und sich in die Bedürfnisse ihrer Kunden einfühlen könnten.
"Sparkassen gibt es überall. In manchen Gemeinden, in denen es schon lange kein Pfarrhaus, kein Schulhaus, kein Rathaus mehr gibt, gibt es noch eine Sparkassenfiliale und Mitarbeiter."
Heinrich Haasis Präsident vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband
Öffentlicher Auftrag wird teuer bezahlt
Die Sparkassen haben einen öffentlichen Auftrag und der lautet zusammengefasst: Die Sparkassen müssen der Bevölkerung die Möglichkeit zur sicheren und verzinslichen Geldanlage geben, zudem sollen sie die örtlichen Kreditbedürfnisse befriedigen. Diesen Auftrag nehmen sie auch wahr, erklären die Verbraucherschützer. Doch lassen sie ihn sich auch bezahlen. Die Sparkassen forderten relativ hohe Gebühren, wie beispielsweise für die Führung eines Girokontos. Auch beim so genannten P-Konto, das einen Pfändungsschutz garantiert, würden höhere Gebühren als bei anderen Banken verlangt. Und auch die Dispozinsen seien vergleichsweise höher.
"Weiter muss man auch festhalten, dass die Verzinsung von einlagengesicherten Produkten auch nicht so gut ist. Sie liegen dort auch deutlich im unteren Drittel, wenn man das jetzt vergleicht."
Sascha Straub, Referent Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Bayern.
Neuer Präsident will den Charakter erhalten
Am 16. Mai bekommt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband einen neuen Präsidenten: Der ehemalige bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon folgt auf Heinrich Haasis. Fahrenschon betonte bereits bei seiner Wahl: Der Charakter der Sparkassen als dezentrale, kundennahe Institute solle erhalten bleiben. Und so wird das typische deutsche Dorfbild nach wie vor so aussehen: Kirche, Wirtschaft, Sparkasse.

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