Ein Beispiel aus Bayern Kleinere Klassen, mehr Platz, mehr Personal
Die Luise-Kiesselbach-Grundschule in München ist die erste wirklich inklusive Schule in Bayern. Träger der Schule ist das Integrationszentrum für Cerebralparesen (ICP). Die Schule steht sowohl Kindern mit als auch ohne Behinderung offen. Mit mehr Platz, kleineren Klassen und mehr Personal praktiziert die Schule echte Inklusion. Mit einer ersten Klasse hat die Schule 2011 gestartet, jedes Jahr soll eine neue Grundschulklasse hinzu kommen.
Mit 15 bis 16 Kindern ist die erste Klasse der Luise-Kiesselbach-Grundschule, die sich im September 2010 zusammengefunden hat, angenehm klein. Sechs dieser Kinder haben speziellen Förderbedarf, weil sie mit ganz unterschiedlichen Behinderungen tun haben. Ein Kind ist kleinwüchsig, eines hat epileptische Anfälle, ein anderes Sprachstörungen, um nur einige Beispiele zu nennen.
Viel Personal
Auf den besonderen Förderbedarf wird an der inklusiven Schule personell eingegangen: Alle Kinder werden gemeinsam von einer Sonderschul- und einer Grundschullehrerin unterrichtet, außerdem ist in der Regel noch eine Erzieherin beziehungsweise Heilpädagogin aus dem Hort mit dabei. Die Kinder haben gemeinsamen Unterricht, häufig auch in Kleingruppen, wo sie zusammen Aufgaben lösen. Hat ein Kind irgendwo Schwierigkeiten, setzt sich die Lehrerin oder Erzieherin mit dazu und hilft.
Großes Interesse
Die Schule erregt derzeit viel Interesse in Fachkreisen, aber auch bei den Eltern. Für die nächste Klasse gibt es bereits mehr Anmeldungen als Plätze, wenngleich bislang vor allem von Eltern behinderter Kinder. Auch das Bayerische Kultusministerium betont immer wieder, wie wichtig Inklusion sei und richtet sein Augenmerk auf die inklusive Luise-Kiesselbach-Grundschule. So sind Schulbesuche durch das Kultusministerium sowie eine Evaluation durch das Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) geplant.
Inklusion in Italien:
Was bei uns noch als Pilotprojekt läuft, ist in Italien bereits seit 1977 gesetzlich vorgeschrieben. Dort gibt es Kindergärten, Grund-, Mittel- und Oberschulen, sowie Berufsschulen. Sonder- oder Förderschulen gibt es nicht. Alle Kinder - mit oder ohne Behinderung - gehen in Italien in die gleichen Schulen. In vielen Bereichen gesteht der Staat den Schulen finanzielle Autonomie zu. Dadurch ist gezielte Förderung besonders gut möglich. Für Schüler mit Förderbedarf stehen zusätzliche Lehrkräfte mit Spezialausbildung zur Verfügung.

Wetter



