Krippe, Kindergarten oder Tagesmutter?
Immer mehr Kinder im Alter unter sechs Jahren werden tagsüber in Kinderkrippen, Kindergärten oder von Tagesmüttern betreut. Bis zum Jahr 2013 verspricht die Bundesregierung 35 Prozent von ihnen einen Platz in einer Betreuungseinrichtung - mit "Rechtsgarantie", so schreibt es das "Kinderförderungsgesetz" vor. Aber jenseits der Quantität - wie sieht gute Qualität aus? Wie kann gute Erziehung in Kindergärten und Krippen gelingen?
Das Image der Kinderbetreuung hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt: Längst geht es nicht mehr darum, Kinder nur zu betreuen. Vor dem Hintergrund von hohen Schulabbrecher-Quoten, mangelnder Bildungsbeteiligung von Migrantenkindern und schlecht ausgebildeten Schulabsolventen wird eine qualifizierte Kinderbetreuung vielmehr zum Politikum. "Frühförderung" heißt das Schlagwort. Zeitfenster sollen genutzt werden, ehe sie sich schließen. So ist es nur konsequent, dass sich die Bundesregierung den Ausbau der Kinderbetreuung für die Unter-Dreijährigen als Topthema behandelt. Und dafür auch Geld in die Hand nimmt.
Betreuung vorgeschrieben: Kinderförderungsgesetz
Bis zum Jahr 2013 sollen bundesweit 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren einen Platz in einer Betreuungseinrichtung haben - mit Rechtsgarantie, so schreibt es das "Kinderförderungsgesetz" vor. Geschaffen werden sowohl Krippenplätze als auch zusätzliche Tagesmütterstellen. Von den 12 Milliarden Euro für den Ausbau übernimmt der Bund vier Milliarden - den Rest müssen die Bundesländer und die Kommunen gemeinsam stemmen. Ab 2014 beteiligt sich der Bund mit jährlich 770 Millionen Euro an den Betriebskosten.
Regionale Unterschiede im Krippenausbau
Wie weit die Bundesländer mit ihren Ausbauplänen sind, ist sehr unterschiedlich: So besuchen in Ostdeutschland derzeit 46 Prozent aller Kinder unter drei Jahren eine Betreuungseinrichtung, während es in Westdeutschland nur 14,6 Prozent sind. Bayern hat zwar mit einem Anteil von rund 22 Prozent (Juni 2010) deutlich aufgeholt, ist aber von der angestrebten Zielmarke von 35 Prozent noch weit entfernt.
Erzieher fehlen überall
Derzeit liegt der politische Schwerpunkt darauf, die Qualität in den Kinderbetreuungseinrichtungen zu verbessern, aber auch, überhaupt genügend Erzieher für den Ausbau zu bekommen. Rund 40.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen, wenn das Ausbauziel umgesetzt werden soll. Das Bundesfamilienministerium wirbt in einer Kampagne um mehr männliche Erzieher - nicht nur, um den Erziehermangel zu beheben, sondern damit Kinder mehr Männer im Alltag erleben und männliche Vorbilder in ihrer Erziehung bekommen. Im Weg steht da die schlechte Bezahlung von Erziehern - Kritiker monieren, dass sie den gestiegenen Anforderungen des Erzieherberufs als Frühförderer endlich gerecht werden müsse.

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