Bayern 2 - Notizbuch


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Die Mütterrente Mehr Rente pro Kind

Bisher haben Frauen, deren Kind vor 1992 geboren wurde, weniger Rente bekommen, als Mütter jüngerer Kinder. Das soll sich nun ändern. "Gleichberechtigung" sagt die CDU, "unfinanzierbares Wahlkampfgeschenk" die anderen Parteien.

Stand: 14.06.2013
Mütter mit Kinderwagen | Bild: picture-alliance/dpa

Die Fakten

Je nachdem, wann Mütter ihre Kinder bekommen haben, bekommen sie bisher für die Rente unterschiedlich viele Rentenpunkte (offiziell: Entgeltpunkte) für die Erziehung der Kinder angerechnet. Für Kinder, die vor dem 1. Januar 1992 geboren wurden, gibt es einen Punkt. Für Kinder, die danach geboren wurden, gibt es drei Punkte.

Ein Rentenpunkt entspricht 28 Euro im Westen Deutschlands und 25 Euro im Osten. Mütter mit nach 1992 geborenen Kindern bekommen damit 56 Euro bzw. 50 Euro mehr pro Monat als Mütter mit älteren Kindern. Nach CDU-Plänen soll Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, nun ein Rentenpunkt mehr anerkannt werden.

Die Finanzierung der höhreren Mütterrente

Alt gegen Jung? Mütter älterer Kinder bekommen weniger für die Rente angerechnet...

Schätzungen nach kosten die höheren Mütterrenten 7,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Die CDU will diese Anhebung aus der Rentenversicherung finanzieren und nicht aus dem Bundeshaushalt. "Die Rentenkasse ist übervoll", sagte die zuständige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble sehen Spielräume in der Rentenversicherung.

CDU und CSU wollen die Anhebung der Mütterrente in ihr Wahlprogramm aufnehmen, das am 24. Juni beschlossen werden soll.
Bereits zum 1. Januar 2014 sollen die höheren Renten dann gezahlt werden.

Kritik an Finanzierung der höheren Rente

... als Mütter jüngerer Kinder. Klar, dass die Forderung nach Gleichberechtigung hoch ist.

Die Idee der höheren Mütterrenten ist wegen der Finanzierung umstritten. Der Koalitionspartner FDP hält die Anhebung für nicht bezahlbar. Die Opposition kritisiert, dass für die Pläne die Rentenversicherung genutzt werden soll. "Wenn Frau Merkel auf die Rücklagen der Rentenversicherung zurückgreifen will, dann sind diese binnen weniger Jahre komplett aufgebraucht", sagte Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier warf Merkel vor, die Wähler bewusst zu täuschen.

Auch die Industrie warnt vor teuren aber nicht finanzierbaren Wahlgeschenken. Frauenverbände begrüßen dagegen die Pläne.


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