Notizbuch kulinarisch Türkisch (kochen) für Anfänger - Spinatbörek
"Feiger Fischteich", "vollgestopfte Muscheln" und "Blutgeschwür-Reis" - solche und ähnlich kuriose Übersetzungen türkischer Rezepte findet Filiz im Internet. Ob so die Rückkehr zu den türkischen Wurzeln gelingt? Mal abwarten!
Um meine Türkischwerdung voranzutreiben, will ich meine Mutter mit einem traditionell türkischen Gericht überraschen. Weil ich zur Generation Internet gehöre, recherchiere ich statt in Kochbüchern im Internet, allerdings auf die altmodische Art - am Rechner statt mit dem Smartphone. Ich gebe "türkische Gerichte" in die Suchmaschine ein und werde schnell fündig. Auf der Seite eines türkischen Reiseführers finde ich ein vielfältiges Repertoire an Rezepten - übersetzt ins Deutsche.
Der "feige Fischteich" - übrigens unter der Rubrik Geflügel - haut mich nicht auf Anhieb um. Für die "vollgestopften Muscheln" fehlen mir 100 Gramm "Kiefernwahnsinnige". Ich weiß noch nicht mal, wo man die normalen Wahnsinnigen herbekommen soll, die man für das Gericht "Pilav mit Leber und Wahnsinnigen" benötigt. Für die "Schenkel der Frau Köfte", braucht man "Blutgeschwür-Reis". Das finde ich echt eklig. Genauso wie das gebratene Schäferfleisch. So ein alter Schäfer schmeckt bestimmt ganz schön zäh. Außerdem finde ich das moralisch grenzwertig.
Als meine Mutter von der Arbeit nach Hause kommt, findet sie mich bleich und aufgelöst am Küchentisch vorm Laptop sitzen. "Alles okay?", fragt sie. Ich schüttle matt den Kopf. Mutter sagt, sie habe was vom Türken mitgebracht. "Ist es Schäferfleisch?", frage ich. "Nein", sagt Mutter. "Hat es was mit Kieferwahnsinnigen zu tun?" Mutter schaut mich an, als wäre ICH wahnsinnig. "Nein", sagt sie. "Schluss jetzt." Sie öffnet die Plastiktüte und öffnet eines der Alufolien-Päckchen. Ich atme erleichtert auf, als ich das Mitgebachte als Spinatbörek identifiziere. Mutter fährt mir seufzend über die Haare. "Vielleicht brauchst du mal eine Pause", sagt sie. Ich antworte nicht. Das Spinatbörek schmeckt großartig.
Rezept:
Spinatbörek
Zutaten:
- 2 Pack. Blätterteig
- 2 Pack. gefrorenen Blattspinat (oder frisch ca. 600 g)
- 500 g Schafskäse
- 100 g gehackte Oliven
- 1 Becher Süßrahm
- 1 Ei
- 2 Zehen Knoblauch
- Pfeffer
- Salz
- Paprikapulver, süß
- Öl
Zubereitung:
Backblech mit Öl einfetten und den Inhalt der ersten Blätterteigpackung darauf ausbreiten. Den Blattspinat gleichmäßig auf dem Blätterteig verteilen. Anschließend wird der Schafskäse zerbröckelt über den Spinat gestreut. Süßrahm sorgt für eine besonders saftige Füllung - einfach einen halben Becher über Spinat und Käse gießen. Wer es gerne pikant mag, gibt zerhackten Knoblauch und Oliven dazu und würzt alles mit Salz, Paprikapulver und Pfeffer.
Die Füllung mit den Teigblättern aus der 2. Packung bedecken und mit einem scharfen Messer Quadrate in die Teigdecke ritzen.
Die restliche Sahne mit dem Ei verquirlen und gleichmäßig mit einem Pinsel auftragen.
Im Backofen bei 220 Grad ca. 30 Minuten lang backen.
Lecker dazu: Mal wieder Knoblauchjoghurt.
Tipp: Zwischen den zwei Blätterteigdeckeln bleibt viel Raum für Phantasien. Als Börek-Füllung schmecken Hackfleisch und Fisch genauso wie Kartoffeln, Tomaten und bestimmt noch vieles mehr.

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