Bayern 2 - Notizbuch


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Kinder und Natur Unsere Jüngsten wieder "auswildern"

Gehen Sie raus mit ihren Sprösslingen in die Natur. Kinder von heute verbringen viel weniger freie Zeit in der Natur als frühere Generationen. Im Freien zu spielen, im Wald zum Beispiel, gehört längst nicht mehr zu den selbstverständlichen Erlebnissen. Experten sprechen sogar von Natur-Entfremdung. Dabei ist die Natur wie ein riesiger Abenteuerspielplatz. Kein Spielzeug kann da mithalten. Das Beste daran: Kinder können ihrem Forschergeist freien Lauf lassen und eine ganze Menge lernen, Spaß inklusive.

Von: Chris Köhler

Stand: 28.04.2016

Kinder auf einem Steg schauen ins Wasser: Im Freien zu spielen, im Wald zum Beispiel, gehört längst nicht mehr zu den selbstverständlichen Erlebnissen. | Bild: imago/Westend61

Viele Eltern meinen, wenn sie Zeit mit den Kindern verbringen, müsse alles laufen wie am Schnürchen. Und um garantiert mit der Familie Spaß zu haben, entscheiden sie sich für einen Besuch in einem Indoor-Spielplatz oder im Kino. Doch das lässt sich nicht vergleichen mit einem Nachmittag im Wald oder einem Spaziergang durch den Park. Die Augenblicke des Staunens über die Wunder der Natur sind etwas ganz Besonderes. Vor allem aber erweitert sich im wörtlichen wie im übertragenen Sinn der Horizont, und die Welt ist plötzlich viel viel größer als das Kugelbad im Freizeitpark oder das eigene Wohnzimmer.

Den Horizont erweitern

Dabei braucht man kein Haus in einem Nationalpark und keine ländliche Idylle, man braucht weder ein Naturschutzgebiet noch einen Park vor der eigenen Haustür. Solange es irgendwo in der Nähe einen kleinen Flecken Grün gibt, kann man eine ganze Welt entdecken und unzählige Geheimnisse erfahren. Und keine Sorge: Eltern müssen keine Naturexperten sein, wenn bei all den Beobachtungen den Kindern zig Fragen auf den Nägeln brennen, wenn sie zum Beispiel einen Froschlaich im Tümpel entdecken.

"Finden wir es heraus"

Eine der wichtigsten Techniken ist nämlich die Aufforderung: "Ich weiß es nicht. Komm', finden wir es heraus!" Schreiben Sie die Fragen auf und schlagen Sie sie zu Hause mit den Kindern in einem Buch oder im Internet nach. Wer als Eltern selber den Draht zur Natur verloren hat, sollte sich zum 'Wiedereinstieg' mit seinem Kind einfach mal ins Gras legen und den Himmel betrachten und es fragen, was es fühlen, hören, berühren, riechen und sehen kann.

Buchtipps

  • Kate Blincoe: Green Parenting - wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird. Oekom Verlag, München 2016
  • Ulrich Gebhard: Kind und Natur. Die Bedeutung der Natur für die psychische Entwicklung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009
  • Richard Louv: Last Child in the Woods. Saving our Children from Nature-Deficit Disorder. Paperback by Atlantic Books, London 2009
  • Alexander Mitscherlich: Die Unwirtlichkeit der Städte. Anstiftung zum Unfrieden. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1965

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