Das Geheimnis der Heilung Therapeutisches Berühren
Handauflegen, das die Wundheilung beschleunigt? Im Experiment an der State University in New York wurde nachgewiesen, dass Berührungen tatsächlich heilende Botenstoffe freisetzen können.
Im St. Gertrauden-Krankenhaus in Berlin sind die Krankenschwestern nicht nur für den Verbandswechsel zuständig. Sie bieten eine besondere Form der Behandlung an, das therapeutische Berühren. In den USA wird das Verfahren schon lange an vielen Krankenpflegeschulen gelehrt. TT, wie die englische Abkürzung lautet, kann in St. Gertrauden jeder Patient anfordern, es ist selbstverständlicher Teil der Pflege.
Heilsames Handauflegen?
Aus der Forschung ist bekannt, dass Patienten in Narkose weniger Medikamente benötigen, wenn während der Operation eine für sie bedeutsame Musik gespielt wird. Lässt sich dieser hilfreiche Effekt auch durch TT erreichen? Das ist bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen, aber Dr. Lotz sammelt im Experiment erste Erfahrungen.
"Ich habe auch das schon gesehen, dass die Herzfrequenz, die anfänglich für meine Begriffe zu schnell war, sich durch das Handauflegen beruhigt hat, also heruntergegangen ist. Oder dass der Blutdruck von höheren Werten auf niedrigere Werte, stabilere Werte gegangen ist, einfach durch ein langdauerndes oder auch langwierigeres Auflegen der Hände an bestimmten Stellen."
Dr. Gabriele Lotz, Oberärztin der Anästhesie
Auch auf der Intensivstation können die Patienten eine TT-Behandlung erhalten.
Berührung setzt Botenstoffe frei
Dass die Berührung die Wundheilung beschleunigen kann, das legt auch ein Experiment an der State University in New York nahe: Als die Forscher Gewebeproben in einer Laborschale intensiv berührten, wurden in der Probe heilende Botenstoffe freigesetzt.
"Die Patienten haben entweder keine Schmerzen mehr, wenn sie vorher Schmerzen hatten, oder aber die Wundheilung wird gefördert. Es gibt sogar Studien, dass die Knochenheilung gefördert wird, dass anstelle von sechs Wochen nach einer Fraktur nur vier Wochen benötigt werden, bis der Knochen wieder fest zusammen ist. Natürlich werden da regelmäßige Behandlungen benötigt von mindestens zwei, drei Mal am Tag."
Martina Horner, Stationsleiterin Unfallchirurgie
Therapeutisches Berühren und High-Tech-Medizin: in St. Gertrauden ist das kein Widerspruch.

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