Junge Menschen erzählen Abi 2011 - und dann?
Ein Jahr lang haben junge Menschen für den Bayerischen Rundfunk ihre Erlebnisse im doppelten Abiturjahrgang gebloggt. Wie sie die Prüfungen überstanden haben, was sie jetzt machen - darüber sprechen drei von ihnen im Notizbuch Freitagsforum.
Miriam, Tony und Julius sind drei von einem Dutzend bayerischer Abiturienten, die seit einem Jahr für den Bayerischen Rundfunk regelmäßig Internet-Einträge verfassen. "Abi 2011 - Die Expedition" heißt der Blog, den bereits Tausende angeklickt haben. Darin beschreiben junge Menschen, wie sie den Countdown vor den Abiprüfungen überstanden haben, was sie anschließend erlebt haben und wie es ihnen jetzt geht.
Wie hat Miriam ihren Weg vom "orientierungslosen Planlos" an die Uni gefunden? Wie hat Tony die Ablehnung auf seine einzige Studien-Bewerbung verkraftet? Warum hat sich Julius für das Lehramt und gegen das Psychologiestudium entschieden? Leben die drei jetzt ihre Träume? Und welche Rolle spielt es, ein G8- oder ein G9-Abiturient zu sein?
Zu Gast bei Jutta Prediger:
Miriam Buchmann
Miriam kommt aus Regenstauf und hat am Regensburger Marien-Gymnasium im ersten G8-Jahrgang ihr Abitur gemacht. Heute studiert sie in ihrer Lieblingsstadt Regensburg Politikwissenschaft und Anglistik. Privat brennt sie für Poetry Slams, wo sie natürlich nicht nur zusieht, sondern eigene Texte vorträgt. Obwohl Miriam die Stadt wie ihre Westentasche kennt, war die erste Woche an der Uni doch ein kleiner Kulturschock für sie. Zum Beispiel hatte sie irgendwie nicht eingeplant, ihre Lehrbücher auf einmal selbst zu bezahlen. Doch offensichtlich mag sie Kulturschocks, denn sie spart schon auf den nächsten: Ein Auslandsstudium.
Anton Knoblach
Tony stammt aus Ingolstadt und hat dort am Reuchlin-Gymnasium sein Abitur gemacht - im letzten G9-Jahrgang Bayerns. Bereits als Schüler arbeitete Tony als freier Journalist und Fotograf für lokale Medien und tut das immer noch. Sein favorisierter Plan nach dem Abi war eigentlich, an der Designhochschule in Nürnberg zu studieren. Doch er schaffte es nicht durch die Eignungsprüfung, im August kam die Absage. Seither schaut sich Tony Arbeitswelten an: in einer Onlineredaktion, bei einer Marketingagentur, in einem Filmprojekt. Spätestens im nächsten Wintersemester will er im Hörsaal Platz nehmen. Es könnte gut sein, dass er dort eine Film-Vorlesung hört.
Julius Mayer
Julius Mayer stammt aus dem unterfränkischen Thüngen. Am Friedrich-Liszt-Gymnasium in Gemünden hat er im ersten G8-Jahrgang Abitur geschrieben. Nach einigem Überlegen, ob er nun Lehramt, "irgendetwas mit Medien" oder doch eher Wirtschaft studieren soll, entschied er, diese Überlegung während eines Studiums fortzuführen. Seine Fächerkombination Deutsch und Englisch auf Lehramt begreift Julius als Studium Generale, währenddessen er seine endgültige Entscheidung weiter reifen lassen will. Im Sommer kommt die praktische Komponente der Entscheidungsfindung hinzu: In einem Pausensemester will Julius zwei Monate lang an Schulen hospitieren, zwei Monate in den Medien, dann zwei Monate arbeiten zum Geld Verdienen und anschließend reisen und "einfach mal den Kopf frei kriegen".

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