Bayern 2 - Notizbuch


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Entsaften Jetzt ernten - im Winter trinken

Wenn das Obst aus dem eigenen Garten reif ist, weiß man oft gar nicht, wohin mit der Fülle. Eine Möglichkeit wäre natürlich, Freunde und Nachbarn mit diesen Gaben der Natur zu bedenken. Man könnte sich aber auch die Mühe machen, einen Vielfruchtsaft aus dem Obst zu machen. Wer den Aufwand nicht scheut, wird mit einem Hochgenuss belohnt.

Von: Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 18.09.2017

Ein gemischter Obstsaft ist eine Vitaminbombe, vom Geschmackserlebnis ganz zu schweigen. In den Saft-Mix kann alles an Obst, was jetzt draußen im Garten reif ist. Hollerbeeren, Brombeeren, Äpfel und Birnen. Aber auch eingefrorene Früchte, wie zum Bespiel Rhabarber und Johannisbeeren, lassen sich prima verarbeiten.

Werden viele Beeren verarbeitet, empfiehlt sich das Entsaften mit Dampf

Dampfentsafter

Der Dampfentsafter besteht aus drei Töpfen. In den untersten kommt das Wasser, das über einen Trichtereinsatz in den zweiten Topf steigt. Darüber wird der dritte Topf mit den Früchten gestellt. Dieser Topf hat einen Siebeinsatz, so dass der heiße Dampf von unten das Obst oben erreicht. Der Saft tropft dann in den zweiten Topf zurück und läuft von dort dann in den Abfüllschlauch. Wichtig: Der Schlauch, aus dem der Saft rausläuft, muss luftfrei und mit einer Klemme gesichert sein, sonst läuft der Saft statt in die Flasche auf den Boden.

Zucker nach Geschmack

Zucker nach Geschmack

Das Obst wird in Schichten eingelegt. Die groben Stücke nach unten, die feinen nach oben. Also erst Rhabarber und Äpfel, darauf Holunder, Brombeeren und Johannisbeeren. Nach Gefühl kommt jetzt noch Zucker auf die Früchte -je nach gewollter Süße und Art der Früchte zwischen 40 und 200 Gramm pro Kilogramm Obst. Tipp: Auf drei Kilo Obst 500 Gramm Zucker nehmen. Das sind dann etwas mehr als 150 Gramm pro Kilo. Damit wird der Saft nicht zu süß, kann aber gut verdünnt als Saftschorle getrunken werden.

Abfüllflaschen müssen steril sein, sonst war die Mühe vergebens

Flaschen mit Bügelverschluss

Ist das Obst im Topf, wird das Wasser erhitzt. Mindestens eine halbe Stunde sollte der Entsafter arbeiten, bevor der Saft in Flaschen abgefüllt wird. Jetzt heißt es also warten. Die Zeit kann man gut nutzen, um derweil die Abfüllflaschen sauberzumachen und mit kochendem Wasser auszuspülen. Die Flaschen müssen steril sein, sonst beginnt der Saft nach kurzer Zeit zu schimmeln und ist ungenießbar. Vorsicht: An die heißen Flaschen darf jetzt kein kühler Zug kommen, sie könnten sonst platzen. Das müssen keine neuen oder spezielle Saftflaschen sein, nur hitzebeständig muss das Glas sein, und der Verschluss muss gut schließen. Selbst in Bier-Bügelflaschen kann Saft eingefüllt werden. Sobald die Flasche randvoll ist, wird sie verschlossen. So kommen keine Keime in den Saft.

Hinweis zum Entsaften mit der Presse

Maschine zum Entsaften

Zum Entsaften kann man auch elektrische Saftpressen verwenden. Sie eignen sich zum Beispiel gut für Äpfel oder Birnen, weil die Saftausbeute höher ist.
Der Nachteil ist: Die kleinen Siebe vor dem Auslauf verstopfen leicht. Der Saft kann dann nicht ablaufen, und die Siebe müssen zwischendurch immer wieder gereinigt werden.

Erst haltbar durchs Erhitzen

Auch beim Saftpressen ist Sauberkeit das A und O, damit nichts schimmelt. Der Saft muss nach dem Pressen auf 76 bis 80 Grad erhitzt werden. So bleiben Vitamine erhalten, die Bakterien werden aber abgetötet. Ob der Saft dann in sogenannte Bag-in-Box-Systeme, also Kartons mit einem Plastikschlauch, abgefüllt wird oder in Flaschen, spielt keine Rolle. Der Saft wird allein durch das Erhitzen haltbar.


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