Backpulver und Natron Mutters kleine Helfer
Es macht den Kuchen schön locker, aber es kann noch viel mehr: Flecken aus Porzellan lösen, Fliesenfugen wieder in Weiß erstrahlen lassen oder Wäsche bleichen. Backpulver ist sehr vielseitig - ein vielseitiger Helfer im Haushalt.
In Australien wird Backpulver und Natron nicht - wie hierzulande - in kleinen Tütchen verkauft, sondern in 500-Gramm-Packungen. Kein Wunder, denn die Australier verwenden Natron, das auch Baking Soda, Bikarbonat oder Speisenatron genannt wird, in vielen Bereichen des Haushalts:
"Ich bin Australierin und ich benutze Natron zum Backen. Ich nehme es aber - wie viele andere Australier - auch zum Putzen. Es ist fantastisch, etwa um Teeflecken aus feinen Porzellantassen zu entfernen oder auch aus allen anderen Tassen und Bechern. Man kann damit prima die Spüle reinigen. Aufgelöst in Essig bekommt man damit Angebranntes aus Kochtöpfen."
Sandra Monru
Das können Backpulver und Natron
Fliesenfugen
Verschmutzte Fliesenfugen werden mit Backpulver und Zahnbürste wieder weiß.
Gerüche binden
In die Spülmaschine gestreut oder in einem Schälchen in den Kühlschrank aufgestellt, bindet Backpulver Gerüche. Auch in Schuhen soll es gegen Schweißgeruch wirken.
Mundhygiene
Wenn keine Zahnpasta zur Hand ist, kann man auch mit Backpulver die Zähne putzen - allerdings nicht oft, denn das Backpulver greift auf Dauer den Zahnschmelz an. Mundspülungen mit Backpulver sollen Mundgeruch beseitigen.
Sodbrennen
Backpulver in Zitronenwasser soll gegen Sodbrennen helfen.
Deodorant
Backpulver kann man auch als Deodorant unter die Achseln stäuben.
Abfluss reinigen
Mit Essig vermischt, reinigt Backpulver verstopfte Abflüsse: Dazu sollte man aber mindestens eine halbe Tasse Backpulver oder Natron verwenden und hinterher mit kochendem Wasser nachspülen.
Thermoskannen
Man kann mit Backpulver und Wasser Thermoskannen säubern: Das vertreibt muffige Gerüche und Teebeläge.
Wäsche
Wäsche wird wieder weißer, wenn man Backpulver mit ins Waschmittelfach gibt.
Pfannen
Verkrustete Pfannen löst man leicht, indem man sie kurz mit Backpulver und Wasser einweicht. Bei stark angetrockneten Speiseresten nimmt man noch einen Schuss Essig dazu.
Natron oder auch Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) ist der Hauptbestandteil von Backpulver. Darin ist das Natron mit einem Säuerungsmittel kombiniert - und nur in dieser Kombination erfüllt das Natron seine Aufgabe als Backtriebmittel: Es reagiert mit der Säure, Kohlendioxid wird freigesetzt - und durch die Gasbläschen geht der Kuchen auf.
Das Säuerungsmittel in herkömmlichem Backpulver sind saure Salze der Phosphorsäure. Phosphate sollen aber die Aufnahme von Kalzium hemmen, daher sind viele Hobbybäcker auf phosphatfreie, natürliche Backpulver umgestiegen, die als Säuerungsmittel Zitronensäure oder Weinsäure enthalten.
Will man reines Natron als Backpulver-Ersatz verwenden, muss man es mit Essig kombinieren. Für 500 Gramm Mehl verwendet man fünf Gramm Natron und gibt vor dem Backen noch fünf bis sechs Esslöffel neutralen Essig, zum Beispiel Obstessig, dazu.
Natron ist ein Neutralisator
Natriumhydrogentcarbonat neutralisiert Säuren, denn es ist basisch. Darauf begründet ist die Empfehlung, Natron als Hausmittel bei Völlegefühl und als Spülung bei Mundgeruch zu verwenden. Auch Gerüche - etwa den von Schweißfüßen in Schuhen oder Socken - soll Natron binden. Ins Waschmittelfach der Waschmaschine zusätzlich zum Waschmittel ein Esslöffel Natron gibt man, wenn man Angegrautes wieder weißer haben möchte oder Schweißsockengeruch vertreiben will.
Antikes Ägypten: Verwendung als Mittel zur Mumifizierung
Bereits im antiken Ägypten nutzte man Natron: In den dortigen natürlichen Natron-Seen legte man Leichname ein, um sie zu mumifizieren. Ein Päckchen Backpulver hätte es dabei allerdings nicht getan: Um eine Leiche zu mumifizieren, benötigte man damals wohl an die 250 Kilogramm Natron, berichtet Friedhelm Hoffmann, Professor für Ägyptologie in München.

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