Bayern 2 - Nahaufnahme

Auf den Spuren deportierter Juden Tod im Osten

70 Jahre nach dem Beginn der Deportationen hat der Künstler Paul Huf eine Forschungsreise an die Orte initiiert, an die fast dreieinhalbtausend Juden aus München verschleppt wurden. Gemeinsam mit dem Holocaust-Überlebenden Ernst Grube und dessen Frau Helga Hanusa machte er sich auf den Weg. Renate Eichmeier hat die Reise journalistisch begleitet.

Autor: Renate Eichmeier Stand: 26.01.2012
Gedenkstätte Belzec bei Lublin | Bild: BR / Renate Eichmeier

Der Weg führte über Tschechien nach Polen und Litauen. Die SS hatte in den besetzten Gebieten ein dichtes Netz an Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslagern aufgebaut, das unter anderem der Ermordung der jüdischen Bevölkerung diente.

Aus der tschechischen Stadt Terezin haben die deutschen Besatzer 1941 das Ghetto Theresienstadt gemacht, in dem Juden aus ganz Europa interniert wurden. Wer nicht an den furchtbaren Lebensbedingungen im Ghetto starb, wurde zur Ermordung in den Osten geschickt. Am Ortsrand der polnischen Stadt Oswiecim errichtete die SS das größte Vernichtungslager. Auschwitz-Birkenau ist heute eines der bekanntesten Museen, das sich mit dem nationalsozialistischen Massenmord beschäftigt. 1,4 Millionen Besucher kommen jährlich.

Die Holocaust-Überlebenden Ernst Grube und Fruma Kucinskiene

Weniger bekannt sind die Verbrechen im Umkreis des ostpolnischen Lublin und im litauischen Kaunas. Hier haben die Nazis und ihre Helfer fast die gesamte jüdische Bevölkerung ermordet und mit ihnen all jene, die dorthin deportiert wurden. 1000 Menschen aus München wurden nach Kaunas verschleppt und 800 nach Piaski in der Nähe von Lublin. Soweit bekannt, hat keiner überlebt.