Flüchtlinge kämpfen um ein dauerhaftes Bleiberecht Integration schwer gemacht
2007 wurde für Flüchtlinge ein Bleiberecht eingeführt. Etwa 60.000 Menschen erhielten so nach jahrelangem Kampf eine Perspektive, dauerhaft in Deutschland bleiben zu können. Doch das Bleiberecht wurde auf Probe gewährt: Nur wer seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann, darf sich in Deutschland endgültig niederlassen.
Alle anderen - und das sind schätzungsweise 15.000 Betroffene - fallen zurück in die Duldung mit der Androhung einer Abschiebung. Dabei sind es oft Kriegs- oder Fluchttraumen, dadurch verursachte familiäre Probleme oder nicht zuletzt die psychischen Folgen des jahrelangen Kampfs um ein Aufenthaltsrecht, die verhindern, dass die Flüchtlinge sich und ihre Familien ernähren können.
Darüber hinaus gibt es etwa 75.000 Geduldete in Deutschland, die noch immer um ein dauerhaftes Bleiberecht kämpfen. Sie leben viele Jahre in oft verwahrlosten Gemeinschaftsunterkünften, lernen kaum Deutsch und haben sehr viel schlechtere Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt als andere Ausländer. Die Integration wird von staatlicher Seite bewusst verzögert, schließlich könnten die Menschen ja immer noch abgeschoben werden, sollte sich die Situation im Heimatland einmal bessern.
Die Nahaufnahme hat vier Jahre lang Flüchtlinge auf ihrem Weg in ein dauerhaftes Bleiberecht begleitet. Die Frauen, Männer und Kinder mussten viel Geduld und starke Nerven beweisen – nicht selten hat die jahrelange Ungewissheit die Gesundheit der Betroffenen ruiniert. Es ist eine bittere Lehre, die die meist jungen Menschen aus ihrem Kampf um ein menschenwürdiges Dasein ziehen: Sie haben durch das lange Warten auf ein Bleiberecht die wertvollsten Jahre ihres Lebens verloren. Und auch für Deutschland fällt die Bilanz schlecht aus: Viel Energie wurde in die systematische Desintegration der Flüchtlinge gesteckt, statt alles dafür zu tun, dass Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten sich möglichst schnell in die deutsche Gesellschaft integrieren.

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