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Pyeongchang 2018 Olympische Spiele in einem geteilten Land

Die gesamte koreanische Halbinsel auf weißem Grund – das Symbol auf der Einigkeitsflagge, mit dem Nord- und Südkorea ein Bild der Einheit bei den Olympischen Winterspielen abgeben wollen. Es ist aber auch das Zusammenarbeiten einer modernen Demokratie und einer strengen Diktatur. Südkorea hatte Anfang 2017 einen Regierungswechsel, ausgelöst durch Korruptionsenthüllungen.

Von: Frank Hollmann

Stand: 08.02.2018

Der Wechsel brachte auch eine neue Gangart in den Verhandlungen mit dem direkten Nachbarn. Die neue liberale Führung setzt im Vergleich zu ihren Vorgängern auf mehr Zusammenarbeit mit Nordkorea.

BR-Reporter Frank Hollmann in Alpensia

Daraus resultieren auch beispielsweise der gemeinsame Einlauf bei der Eröffnungsfeier und die gemischte Eishockeymannschaft der nord- und südkoreanischen Frauen. Neben den damit verbundenen Hoffnungen werden aber auch Ängste der Bürger laut, die in der besonderen Teilnahme Nordkoreas reine Propaganda sehen. Kang Young-sik vom Korean Sharing Movement setzt trotzdem auf Annäherung. Er weiß, dass weitere Gespräche folgen müssen, auf politischer und militärischer Ebene:

"In den letzten Jahren haben wir gar nicht miteinander gesprochen. Jetzt finden wir vielleicht heraus, was der Norden will, und der Norden erfährt, was wir wollen... Natürlich besteht die Gefahr, dass Nordkorea diese Spiele für seine Propaganda nutzt. Aber Nordkorea ist kein normales Land, das müssen wir einfach begreifen und wir müssen es akzeptieren."

Kang Young-sik

Ex-Bundesliga-Fußballer Bum Kun-Cha (re.) war einer der olympischen Fackelläufer

Viele Südkoreaner sagen weiter, die Spiele seien für Kim Jong-un nur ein taktisches Mittel, den Gesprächsfaden zu den USA nicht ganz abreißen zu lassen und um die Sanktionen gegen sein Land loszuwerden. Auch die hohen Kosten und Umweltschäden, die die Organisation der Winterspiele mit sich bringt, trüben die gute Stimmung in Südkorea. Die Olympischen Spiele sind weltweit dafür bekannt, Nationen zusammenzubringen - ob das aber auch für eine Staatenversöhnung reicht, bleibt abzuwarten.


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