Max Frisch zum 100. "Man gibt Zeichen von sich"
Pfeife, Brille, Schullektüre: diese Merkmale prägen das Bild von Max Frisch heute, zwanzig Jahre nach seinem Tod. Der Schriftsteller aus der Schweiz war einer der erfolgreichsten im 20. Jahrhundert. Was bleibt von Max Frisch, und welche seiner Werke sind bis heute aktuell und wirkungsmächtig?
Ein Autor – ein verstorbener allemal – kann sich kaum wehren gegen die Art und Weise, in der er und seine Werke rezipiert werden. Max Frisch hat ein zwiespältiges Schicksal ereilt: Einerseits gehört er zu den meist gelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts, neben Bertolt Brecht, Hermann Hesse und Franz Kafka. Andererseits wurde er – gerade durch den schulischen Lehrplan – einseitig reduziert auf einige seiner Theaterstücke und Romane: "Andorra" und "Biedermann und die Brandstifter" hier, "Homo Faber" und "Stiller" dort.
Max Frisch heute
Dass Max Frisch daneben noch zahlreiche Romane, Interventionen und Erzählungen schrieb, ging darüber beinahe unter. Doch gerade diese nicht so bekannten Texte, seine Tagebücher oder "Der Mensch erscheint im Holozän" zeigen ihn auch heute als großen Schriftsteller. Sein Leben begann und endete in Zürich, 1911 bis 1991, am 15. Mai 2011 wäre er hundert Jahre alt geworden. "Man gibt Zeichen von sich", sagte Max Frisch einmal. Um diese seine Zeichen als Schriftsteller, als moralische Instanz und als Architekt soll es im folgenden gehen.

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