Bayern 2 - Nachtstudio

Essay und Diskurs nachtstudio.kleinformat

Das nachtstudio.kleinformat stellt im März Fragen zu Politik und Globalisierung. Mit Beiträgen von Mercedes Bunz, Hans-Martin Schönherr-Mann und Thomas Palzer.

Stand: 21.03.2013
Briefkästen | Bild: picture-alliance/dpa

Mit folgenden Rubriken:

kiosk - Die internationale Zeitschriftenschau von Thomas Palzer

Im Mittelpunkt steht diesmal Lettre International: Dieser Tage ist die 100. Ausgabe dieses weit blickenden europäischen Magazins erschienen. Außerdem widmet sich der Kolumnist der Zeitschrift Reportagen aus der Schweizer Bundestadt Bern und dem Debattenmagazin The European aus Berlin.

der kurze essay - "Alles bleibt anders. Begriffe nach dem digitalen Wandel: Globalisierung" von Mercedes Bunz

Der digitale Wandel verbiegt munter und ungefragt unsere wohlgeachteten Begriffe und dieser Tätigkeit wollen wir hier weiter auf den Grund gehen. Nach dem Begriff der "Arbeit" - zu hören im nachtstudio.kleinformat im Januar - beleuchtet dieser zweite Beitrag deshalb dieses Mal den Begriff der "Globalisierung". Das Interessante ist nämlich: Globalisierung bedeutete zu Beginn des Internets, also in den neunziger Jahren, noch etwas ganz anderes als heute. Und wie sich dieser Begriff über die Jahre verzogen und verändert hat, dem wollen wir hier neugierig nachgehen. Schließlich betrifft uns das ja alle.

Rede und Antwort - Begegnungen mit dem Original - Hans-Martin Schönherr-Mann über eine Begegnung von Henry Kissinger mit Michael Stürmer

Der berühmteste Außenpolitiker der USA, Henry Kissinger, war im Januar 1996 Gast im Nachtstudio. In einem ausführlichen Gespräch mit Michael Stürmer, damals Berater von Bundekanzler Helmut Kohl, stellte Henry Kissinger dar, wie er die politische Welt nach dem Ende des Kalten Krieges sah.

"Das gab es noch nie, dass die ganze Welt in einem internationalen System war. Das gab es noch nie, dass es keine wirkliche Ordnungsmacht gibt. Denn Amerika ist zwar die stärkste Macht, aber Amerika hat kein Gefühl für Weltordnung als solche, außer zu glauben, dass wenn die ganze Welt demokratisch und marktwirtschaftlich wird, es dann Weltordnung geben wird. Aber da die ganze Welt nicht demokratisch und nicht marktwirtschaftlich sein wird, ist das Problem der Weltordnung komplizierter als man sich das in Amerika vorstellt."

Henry Kissinger

Henry Kissinger im Jahr 1997

Während des kalten Krieges schien die Welt stabil geordnet in zwei Blöcke, die sich feindlich gegenüberstanden. In ihren jeweiligen Machtbereichen spielten die USA und die Sowjetunion hegemoniale Rollen. Ab Anfang der neunziger Jahre gab es nur noch eine Weltmacht, die USA, die seitdem auch immer wieder weltweit intervenierten, sei es in Bosnien, im Konflikt um den Kosovo, in Afghanistan nach dem 11. September 2001 und zuletzt massiv im Irak beim Sturz Saddam Husseins. Doch von den USA als einziger hegemonialer Weltmacht kann man schwerlich sprechen. Dazu reichen ihre Kräfte nicht.

Wird es dann auf absehbare Zeit keine neue Weltordnung geben, wenn es keine dominante Macht gibt, die eine solche Weltordnung sichert? Diese Frage stellte sich 1996. Fast zwanzig Jahre später hat Hans-Martin Schönherr-Mann das Gespräch zwischen Henry Kissinger und Michael Stürmer erneut abgehört und zieht daraus seine Schlüsse, wie eine neue Weltordnung im 21. Jarhundert aussehen könnte.

Moderation: Barbara Schäfer


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