Bayern 2 - Nachtmix

Freiheit und Abenteuer Animal Collective

Beständigkeit, Glück und Gemeinschaftssinn hat das New Yorker Quartett zur großen Hoffnung auf Fortschritte in der Popmusik gemacht.

Von: Roderich Fabian Stand: 24.08.2012
Pressebilder von Animal Collective | Bild: Domino Records/ Animal Collective

Nicht nur die großartige Krimiserie „The Wire“, auch die Band Animal Collective hat seine Ursprünge in Baltimore im Ostküstenstaat Maryland. Und obwohl der Sound der Band so sehr nach Freiheit und Abenteuer klingt, ist dies eine sehr konstante und auf alten Seil- und Freundschaften aufgebaute Kapelle.

In Maryland trafen sich in den Mittleren Neunzigern David Portner (=Avey Tare), Noah Lennox (= Panda Bear), Josh Dibb (=Deakin) und Brian Weitz (=Geologist), um als Teenager zunächst mal Musik ihrer Lieblingsband Pavement nachzuspielen. Alle „Animals“ sind Ende der 70er Jahre geboren, wurden also von Post-Punk-Bands wie Pavement sozialisiert. Aber mit der Plattensammlung wuchsen auch die Einflüsse auf die angehenden Musiker.

Nach der Schule kommt die Band

Tourplakat 2007 von Animal Collective

Der große Break kommt für jede junge Band dann, wenn die Schule zu Ende ist und man schaut, wo man das Studium absolviert. Das Kollektiv wurde zunächst mal auseinandergerissen: Zwei studierten im naheliegenden Boston, zwei im attraktiveren New York.

Aber das Interesse an experimenteller Musik, an Sounds von Bands wie Can und dem Sun Ra Arkestra war stärker als die Sehnsucht nach einer bürgerlichen Karriere. Also versammelten sich schließlich alle vier Musiker in New York und gründeten 1999 offiziell das Animal Collective. Damals (inzwischen waren alle um die 20) war man auch noch fasziniert vom performativen Einlagen. Deswegen trat die Band gern in Tiermasken auf und auch die Transformation der bürgerlichen Namen stammt aus dieser Zeit.  

In Tiermasken auf der Bühne

Erstmals ernst wurde es für die Band bei der ersten Amerika-Tour, die sie an der Seite der befreundeten Black Dice absolvierten und dabei auch gleich die unangenehmen Seiten des Musikmachens kennenlernten (pleite sein, beklaut werden, im Tourbus fast erfrieren etc.).

Doch das Animal Collective blieb am Ball. Seit zehn Jahren fließt ein unablässiger Strom von Musik durch die vier Musiker. Wobei vor allem Avey Tare und Panda Bear auch immer wieder Solo-Tracks und –alben produzieren, Sobald aber mindestens zwei der vier Musiker mitwirken, gilt der Track als Produkt des Animal Collectives.

Sieben Alben, diverse EPs und ungezählte Einzeltracks sind seit 2000 erschienen, wobei das bislang jüngste Album „Merryweather Post Pavillon“ das Kunststück fertig brachte, in die amerikanischen Top-20 einzuziehen, ohne dass die Band deswegen wesentlich kommerzieller hätte werden müssen. Nun kommt das neueste Werke „Centipede Hz“ über uns – und bald werden wir wissen, ob der Aufstieg des Animal Collectives noch weiter geht.


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