Experimente in Langsamkeit Dead Can Dance
Lisa Gerrard und Brendan Perry haben beschlossen, ihre Band wiederzubeleben, die der Post-Punk-Ära der 80er Jahre eine ganz eigene Note verlieh.
Dead Can Dance wurden 1981 im australischen Melbourne gegründet, zunächst als fünfköpfige Band. Doch als Gitarrist Brendan Perry und Sängerin Lisa Gerrard beschlossen, nach London umzuziehen, stiegen die restlichen Mitglieder aus. Für die beiden sollten sich in der englischen Hauptstadt aber schon bald fast alle Träume erfüllen. Das damals noch am Anfang stehende Indie-Label 4AD Records, geleitet von Ivo Watts-Russell nahm Dead Can Dance unter Vertrag. 4AD pflegte mit Bands wie Bauhaus, Nick Cave’s Birthday Party oder den Cocteau Twins die dunkle Seite der Post-Punk-Ära, ohne regelrechte Goth-Musik zu vertreten.
Dunkle Melancholie - dafür standen auch von Anfang an Dead Can Dance. Perrys elektronische Experimente in Langsamkeit wurden durch den ätherischen Gesang Lisa Gerrards zu atmosphärischen Meditationen. Berühmt wurde die Band zunächst als Teil des 4AD-Großprojektes „This Mortal Coil“ und mit der legendären Single „Song for the Siren“, auf der Lisa Gerrard zu Sound von Cocteau Twin Robin Guthrie einen alten Song von Tim Buckley in einen psychedelischen Traum verwandelten, dem sich kaum jemand entziehen konnte. Danach waren auch Dead Can Dance bestens im Geschäft und präsentierten zwischen 1985 und 1995 eine Reihe von klassischen Alben, von denen das letzte „Spiritchaser“ das erfolgreichste war.
Big in Hollywood
1999 wurden Dead Can Dance auf Eis gelegt. Perry zog sich nach Irland zurück und gründete dort eine Musikschule mit angeschlossenem Studio. Lisa Gerrards Stern war da aber gerade erst aufgegangen. Da sich ihre Musik ohnehin immer gut für die Unterstreichung von optischen Effekten eignete, wurde sie zu einer höchst erfolgreichen Soundtrack-Komponistin. Große Hollywoodproduktionen wie „Black Hawk Down“ oder „The Insider“ tragen musikalisch die Handschrift von Lisa Gerrard. Für ihre Arbeit an dem Oscar-gekrönten Film „Gladiator“ (mit Russel Crowe) bekam sie - zusammen mit Hans Zimmer - einen Golden Globe. Eher zum Vergnügen tourte sie vor einigen Jahren mit dem deutschen Krautrock-Elektroniker Klaus Schulze und nahm eine Live-Platte auf.
Zur Überraschung aller wurde in den letzten Jahren Dead Can Dance rekonstruiert. Brendan Perry und Lisa Gerrard traten bei diversen Festivals mit einer Art Greatest-Hits-Programm auf, und nun erscheint mit „Anastasis“ das erste neue Album der Band seit 16 Jahren. Musikalisch müssen sich die Beiden nicht viel verbiegen. Wenn es ein Attribut gibt, das den Sound von Dead Can Dance schon immer ausgezeichnet hat, so ist das Zeitlosigkeit.

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