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Gekränkte Geliebte. Geniale Künstlerin Der eigene Weg der Gabriele Münter

Zeitlebens stand sie im Schatten von Wassily Kandinsky. - Julie Metzdorf hat die Kunsthistorikerin Isabelle Jansen besucht, die seit fast einem Jahrzehnt an einem Werkverzeichnis der Malerin arbeitet.

Von: Julie Metzdorf

Stand: 20.05.2012

Gabriele Münters Bild "Stilleben mit Buch" | Bild: picture-alliance/dpa

Als Frau an der Seite Wassily Kandinskys wurde sie berühmt, doch Gabriele Münter war mehr als seine Schülerin und Geliebte: Sie war eine geniale Künstlerin mit einem eigenständigen Stil. Neben Paula Modersohn-Becker gilt sie heute als bedeutendste deutsche Malerin der Klassischen Moderne.

Ihre Malerei blieb stets gegenständlich

Gabriele Münter

Kandinskys Weg in die Abstraktion ist sie dabei nie gefolgt, abgesehen von einigen Versuchen blieb ihre Malerei stets gegenständlich. Zudem geht ihr Schaffen weit über die Jahre des "Blauen Reiter" hinaus. 85 Jahre ist Gabriele Münter alt geworden (1877-1962) und schätzungsweise 2200 Ölgemälde hat sie im Lauf dieses Lebens angefertigt, dazu unzählige Zeichnungen und Aquarelle, Druckgrafiken und Hinterglasbilder, Fotografien und Stickereien. Doch gerade die Fülle des Materials hat dazu geführt, dass sich lange niemand an ein Werksverzeichnis wagte.

Der Versuch einer Dokumentation von Gabriele Münters Werk

Das "Russen-Haus" in Murnau

Seit nun fast einem Jahrzehnt arbeitet die Kunsthistorikerin Isabelle Jansen von der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung an solch einem Verzeichnis, dokumentiert Vorhandenes und sucht nach verschollenen Gemälden. - Julie Metzdorf hat Isabelle Jansen bei der Arbeit begleitet und dabei Münter als eine Künstlerin kennengelernt, die trotz persönlicher Verletzungen und Missachtung ihres Werks stets unbeirrt eigenen Intentionen folgte.

Undatierte Aufnahme der Malerin  | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Gabriele Münter "Meine Sache ist das Sehen"

Zusammen mit Kandinsky gründete sie den "Blauen Reiter". Gabriele Münter war eine der bedeutendsten Malerinnen ihrer Zeit. In ihrem Haus traf sich vor dem Ersten Weltkrieg die expressionistische Kunstszene des süddeutschen Raums. [mehr]


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