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Regiedebüt Brückner inszeniert am Volkstheater

Schauspieler Maximilian Brückner wechselt die Seiten: Der 33-Jährige führt am Münchner Volkstheater zum ersten Mal Regie. Ausgesucht hat er sich hierfür ein altes Stück von Ludwig Thoma, das er durch einen Kniff aktuell macht.

Stand: 22.02.2012

Brückner wandelt zwischen den Welten. Vor kurzem noch stand er in einer Minirolle für Steven Spielbergs "Gefährten" vor der Kamera, nun ist er zurück am Münchner Volkstheater, wo er 2001 sein erstes Engagement als Schauspieler ergattert hatte und seitdem regelmäßig auf der Bühne zu sehen ist. Zwischendurch ermittelte er als Tatort-Kommissar für den Saarländischen Rundfunk und spielte in zahlreichen Film- und Fernsehfilmen. Sein Zuhause hat er allerdings immer noch in einem Dorf etwa eine Autostunde entfernt von München, wo er mit zwei seiner sieben Geschwister in einem Haus wohnt. Ein Umzug in die Stadt kommt für ihn nicht in Frage, denn die Fahrt auf das Land braucht er, um den Kopf freizubekommen, sagt er.

Alter Stoff - aktuelles Thema

Maximilian Brückner

Offensichtlich gibt es die Diskrepanz zwischen der Großstadt und dem Land immer noch - zumindest in Bayern. Brückner erlebt diese Grenzüberschreitung Tag für Tag mit seinen Fahrten vom Dorf in die Stadt, und genau darum geht es auch in seinem Regiedebüt "Magdalena" von Ludwig Thoma, das am 23. Februar am Volkstheater Premiere feiert. Das Stück wurde vor 100 Jahren in Berlin uraufgeführt und funktioniert immer noch, als wäre es brandneu. Die unterschiedliche Moralvorstellungen eines Rückkehrers aus der Stadt und der Landbewohner prallen aufeinander, es beginnt das Tuscheln und Mauscheln, bis sich die Situation schließlich in einer Verzweiflungstat entlädt.

Zukunft des Regisseurs Brückner unklar

Brückner greift in seinem Regiedebüt eine uralte Thematik auf, die wohl nie an Aktualität verlieren wird: die Angst vor dem Fremden und die Ablehnung anderer Lebensentwürfe. Noch aktueller wird der Konflikt bei ihm, indem er das Geschlecht der Hauptfigur vertauscht hat. Aus der Tochter Leni wird bei ihm Sohn Leni, aus weiblicher Prostutition die männliche Prostitution - bis heute ein Tabuthema. Ob sein Ausflug in die Regie ein einmaliger bleiben wird, weiß Brückner noch nicht. Das hängt wohl auch vom Erfolg und der Kritik an seinem Regiedebüt ab. Und damit, ob er selbst mit seiner Arbeit zufrieden ist. Auch dann noch, wenn er nach einstündiger Autofahrt zu Hause ankommt und endlich wieder Landluft atmet.