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Der "Kleine Klebeband" "Nationales Denkmal der Kunstgeschichte"

Von "klein" kann keine Rede sein - er ist vielmehr eine Sensation für die Forschung: Der "Kleine Klebeband" enthält mehr als 500 Jahre alte Zeichenkunst. Nun wird der Band in einer Augsburger Sonderausstellung erstmals öffentlich präsentiert.

Stand: 16.12.2011
Bildnis eines jungen Mannes, Süddeutsch (Bayern ?), um 1470/80 | Bild: Eigentum des Kupferstichkabinetts – Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, der Kunstsammlungen und Museen Augsburg, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Freistaates Bayern; erworben mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Rudolf-August Oetker Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege

Wie haben die Menschen damals gelebt? Welche Wappen lassen auf welche Familie schließen? Und zu welcher Handwerkergilde gehörte der junge Mann mit dem Hut? Die 120 Handzeichnungen aus dem Spätmittelalter und der Renaissance geben den Forschern einige Rätsel auf und bedeuten Arbeit für mehrere Jahre. Nicht nur deshalb ist der äußerlich unscheinbare braune Lederband eine echte Sensation. Als ein "nationales Denkmal der zentraleuropäischen Kunstgeschichte" bezeichnet etwa Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, den "Kleinen Klebeband", der nun erstmals öffentlich in einer Sonderausstellung in Augsburg präsentiert wird.

Vorstudien zu Kunstwerken in Augsburg

Möglich wurde der Ankauf, weil sich verschiedene Institutionen zusammengeschlossen haben: mehrere Stiftungen mit den Staatlichen Museen zu Berlin und den Kunstsammlungen Augsburg, die in Zukunft gemeinsam daran forschen werden. Für die Stadt Augsburg hat der Neuerwerb eine besondere Bedeutung: Der Band enthält zwei Studien zu Gemälden von Hans Holbein dem Älteren. Unter anderem eine Werkstattzeichnung zu einem Porträt der Heiligen Thekla, die in der Staatsgalerie in der Augsburger Katharinenkirche zu besichtigen ist.

Sonderausstellung

Vom 16. Dezember bis 1. Januar 2012 sind Teile des Zeichnungskonvoluts im Grafischen Kabinett der Kunstsammlungen und Museen Augsburg (Maximilianstraße 48, 86150 Augsburg) zu sehen. Der Eintritt ist frei.