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Schwarzenbach/Saale Stadtrat stimmt für die Enten

Der Stadtrat von Schwarzenbach an der Saale (Lkr. Hof) hat mit großer Mehrheit für den Bau eines Donald-Duck-Museums gestimmt. Im Frühsommer soll das Projekt starten. Die Comic-Übersetzerin Erika Fuchs lebte in Schwarzenbach.

Stand: 29.02.2012
Ausstellungs-Modell des Erika-Fuchs-Museums Schwarzenbach | Bild: Stadt Schwarzenbach/Saale

Bei der Abstimmung über den Bau des Museums gab es nur eine Gegenstimme. Dem Museum steht damit nichts mehr im Wege. Die Comic-Übersetzerin Erika Fuchs hat mehr als vier Jahrzehnte in Oberfranken gelebt und gearbeitet. Dabei hat sie aber nicht nur stur übersetzt, sondern die Comic-Geschichten auch in die Region verlegt. In ihren Texten tauchen beispielsweise die Luisenburg oder die weltbekannte Eisenbahnstrecke "Schiefe Ebene" auf. Und wenn Donald mit seiner geliebten Daisy spazieren geht, dann durchs Höllental im Frankenwald. Enten-Onkel Dagobert betreibt sogar einen Skilift am Ochsenkopf.

Peng, Boing, Ächtz!

Sprechblasen-Modell aus dem Museumskonzept

Neben dem heimatgeschichtlichen Aspekt soll das Museum auch den großen Einfluss von Erika Fuchs auf die deutsche Sprache zeigen: Aussprüche wie "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" und andere berühmte Sätze aus Entenhausen stammen aus ihrer Feder. Auch die Lesbarkeit von Geräuschen wie "Peng" und "Ächtz" geht auf sie zurück. All das soll das neue Museum auch mit interaktiven Elementen zeigen. Unterstützt wird das Erika-Fuchs-Museum auch von Walt Disney und Ehapa, dem Mickey Maus-Verlag.

Museum ab Ende 2013

Gerhard Severin, Initiator des neuen Donald Duck Museums

Ende 2013 soll das Erika-Fuchs-Museum fertig sein und jährlich rund 15.000 Besucher nach Schwarzenbach ziehen. Das Projekt ist mit 4,3-Millionen Euro veranschlagt. Finanziert wird der Bau zu 90 Prozent aus Fördergeldern.

Stichwort: Erika Fuchs

Comic-Übersetzerin Erika Fuchs

Die Kunsthistorikerin ist das berühmteste Kind der 7.500-Einwohner-Stadt Schwarzenbach an der Saale. Sie war die erste deutsche Übersetzerin der Disney-Comics. Mit ihren legendären Wortschöpfungen hat sie die deutsche Sprache geprägt. 1998 wurde sie mit dem Deutschen Fantasy-Preis ausgezeichnet, 2001 bekam sie den Sonderpreis des "Heimito von Doderer Literaturpreises" verliehen. Für Comic- und insbesondere Micky Maus-Fans wird sie immer die Grande Dame des deutschen Comics bleiben. Sie starb 2005 im Alter von 98 Jahren.

2 Kommentare

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Ralf Lauer, Samstag, 14.April, 16:38 Uhr

2. Dr. Erika Fuchs

Ich freue mich, zu lesen, daß Erika Fuchs dieses Denkmal gesetzt wird. Sie ist für mich wichtiger als Donald & Co., weil ich all diese herrlichen Figuren über ihre Sprache aufgenommen habe, nicht über die Zeichnungen, so meisterhaft diese auch waren. Sie hat mir klassische, bürgerliche Bildung vermittelt, kein einziger Lehrer konnte das. (Nebenbei: Keiner wollte das!) Man soll mit Superlativen sparsam und vorsichtig sein, aber ich halte sie für ein Genie und ihr Beitrag zur Kultur der deutschen Sprache im 20. Jahrhundert ist für mich der bedeutendste. So lange sie in uns, ihren Lesern, fortlebt, wird sie unsterblich sein.

Kendzia, Dienstag, 06.März, 18:49 Uhr

1. Erika Fuchs Haus

Schwarzenbach Saale hat laut Stand Ende 2012 knapp 7.200 Einwohner Herr Seberin heisst Severin, und die Idee einer publikumswirksamen Nutzung des Schaffens von Frau Dr. Erika Fuchs wurde schon Ende der 90er Jahre von Herrn Dr. Dr. Eitschberger verbreitet. Die derzeitige Ausstellung der Donaldsammlung von Herrn Severin in den Räumen des Alten Rathauses fand bisher nur geringe Beachtung . Die geplante Besucherzahl liegt nur für das Erste Rumpfbetriebsjahr bei geplanten 15000 Besuchern, danach bei geplanten 20000, die durch Ihre Eintrittsgelder und sonstige Ausgaben im Schnitt 5 Euro pro Besucher zum Unterhalt des Museums beitragen sollen.
D.h. geplante Einnahmen von ca 100.000 Euro.
Sollte dies nicht gelingen wird der zukünftige Haushalt der "Großstadt" Entenhausen/Schwarzenbach weit mehr Belastungen aushlaten müssen als die geplanten 50.000 Euro jährliche Kosten.
Hoffentlich finden dann die Panzerknacker einen dauerhaften Weg zu Onkel Dagoberts (Seehofers?) Geldschrank. Sonst gehen die Entenhausener das was Enten gerne tun baden. - Obwohl vielleicht kann man das ja dann gar nicht mehr wenn der Zuschuss für das Schwimmbad fehlt und dieses geschlossen werden muß.
Manche Geschenke sind eben ganz schön teuer. Hier ist Donald oft zu blauäugig, Mickey ist hier oft viel schlauer