Bayern 2 - Jazz & Politik

Was tun? Wie uns das Böse überfordert

Newtown könnte zum Synonym für einen besonders grausamen Amoklauf selbst gegen kleine Kinder und die Ohnmacht der Gesellschaft werden. Was tun gegen blindwütige junge Männer? Aber auch: Was tun gegen Attentäter, gegen Neonazis? Das Böse ist da, auch kurz vor Weihnachten.

Von: Lukas Hammerstein Stand: 22.12.2012

Der Amoklauf eines jungen Mannes in Neuengland ist nur das letzte Glied in einer ganzen Kette böser Taten. Die Gesellschaft ist schockiert - ob sich etwas ändern wird? Das Böse wohnt unter uns, wir wissen nicht, wie wir ihm begegnen. Ob wir es überhaupt erkennen.

Warum?

Newtown in Connecticut, USA, eröffnet eine neue Dimension in der Geschichte des Amoklaufs. Ein junger Mann bringt 20 kleine Kinder um. In ihrer Schule werden sie zu Zufallsopfern eines Blindwütigen, die Lehrer können sie nicht beschützen. Der Mörder tötet gezielt und grausam, 100 Schüsse gibt er ab. Was ihn zu dieser Tat trieb, wissen wir (noch) nicht. Seine Mutter, die vielleicht Licht ins Dunkel hätte bringen können, war sein allererstes Opfer.

Viele dieser Amokläufer leben unauffällig, zurückgezogen, sind nicht selten schüchtern, isoliert. Sie fallen erst in dem Augenblick auf, da sie zur fürchterlichen Tat schreiten. Nun hat Amerika ein ganz besonderes Verhältnis zu Waffen. Doch auch in Deutschland hat es Amokläufer gegeben, in Erfurt, in Winnenden. Was also tun? 

Das Böse ist immer und überall

Nicht allein ein Amokläufer bringt am helllichten Tag das Böse über die Menschen.

Auch Terroristen tun es wie Al Quaida am 11. September 2001 in New York. Andere versuchen es nur - wie gerade am Bonner Hauptbahnhof geschehen. Ein stümperhafter Zünder hat das Böse noch einmal aufgehalten. Die Polizei sucht in der Umgebung der Salafisten nach Hintermännern. In den siebziger Jahren gingen linke deutsche Terroristen auf Unschuldige los. Und erst vor gut einem Jahr flog der NSU auf, jene kleine Gruppe Neonazis, die zehn Morde und mehr auf dem Gewissen hat. Mitunter tun sich finstere Geister zu einer Partei zusammen, um Politik zu machen, Politik im Geist der alten bösen Zeit oder einer vermeintlich neuen nationalistischen (Wahn-)Vorstellung. Kein Wunder, dass die Republik versucht, solch eine Partei zu verbieten. Aber können wir das Böse überhaupt an der Wurzel bekämpfen? 

Verbieten, verhindern, verwalten

Wir können es anstellen, wie wir wollen, wir können aufklären, das Böse beim Namen nennen, unsere Kinder zu Menschen erziehen, die andere Menschen lieben oder nur respektieren. Den nächsten Amoklauf wird es dennoch gegen, schon weil viele Täter Nachahmer sind. Einmal berühmt werden, durch eine fürchterliche Tat. Wir können die NPD verbieten, den Terrorismus bekämpfen und alle Waffen verbieten. Das Böse wird bleiben. Schon darum ist es gut, dass Weihnachten kommt, das Fest der Liebe. Zeit, sich auf das Gute zu besinnen.

Die Themen im Einzelnen

  • Warum? Newtown oder die Frage, die wir uns - schon wieder - stellen müssen (Anton Rauch)
  • Die Tränen des Präsidenten. Und was, wenn sie getrocknet sind? (Klaus Kastan)
  • Das Böse verbieten? Die NPD zum Verschwinden bringen (Ina Krauß)
  • Bonn, Hauptbahnhof. Das Böse scheint uns manchmal sehr fremd (Moritz Pompl)
  • Das Böse verwalten? Gedanken eines offiziellen Stasibeauftragten (Lutz Rathenow)
  • Das Gute? Wie wir Weihnachten mit Wünschen überfrachten (Wilhelm Warning)

Redaktion und Moderation: Lukas Hammerstein
Musikauswahl: Roland Spiegel


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