Bayern 2 - IQ - Wissenschaft und Forschung


0

Ferner Nachbar Mond Gelbe Scheibe voller Geheimnisse

Angedichtet, angeheult und vielfach besungen - der Mond. Er war fern und daher gut für allerhand Fantasien. Als vor gut 40 Jahren die ersten Astronauten zum Mond flogen, änderte sich das.

Von: Florian Hildebrand Stand: 15.06.2011
Neil Armstrong und Edwin Aldrin auf dem Mond | Bild: picture-alliance/dpa

Seit vor gut 40 Jahren die ersten Astronauten zum Mond flogen, versuchen etliche Wissenschaftler, die Geheimnisse um den fernen Nachbarn zu lüften. Aber noch heute ist die gelbe Scheibe voller Rätsel.

"Der Mond ist grau, im Grunde farblos. Er sieht aus wie aus Gips oder aus tiefem, grauen Sand."

James Lovell, Astronaut, der 1968 als erster Mensch den Mond umrundete

Als James Lovell, der 1968 als erster Mensch den Mond umrundete, seine ersten Eindrücke zur Erde funkte, klang das ziemlich ernüchternd und passte gar nicht zu den romantischen Vorstellungen über den Trabant am Nachthimmel. Überdies empfanden es viele Menschen als Sakrileg gegenüber dem "Mann im Mond", dass ihm nun buchstäblich auf der Nase herumgetanzt wurde. Sechs Mal musste das der Mond hinnehmen, dann war mit Apollo wieder Schluss.

Mitbringsel aus dem Orbit

Was Neil Armstrong und Kollegen damals vom Mondboden aufgeklaubt und mitgebracht hatten, war für die Mondwissenschaftler äußerst wertvoll. Denn eine rechte Vorstellung von der Zusammensetzung des Erdtrabanten hatten sie nicht. Und vieles andere ist auch heute noch ein Rätsel: Wie ist der Mond entstanden?

"Bei der 'Giant Impact-Theory' geht man davon aus, dass die frühe Erde von einem etwa marsgroßen Körper getroffen wurde. Dass Material ausgeschleudert wurde und sich im Orbit um die Erde daraus der Mond gebildet hat. Mit dieser Theorie kann man viele Mond-Beobachtungen relativ einfach und sinnvoll erklären. Und deswegen ist diese Hypothese sehr attraktiv für die Wissenschaftler."

Prof. Harald Hiesinger, Planetologe an der Universität Münster

Einer Theorie zufolge hat vor 4,5 Milliarden Jahren ein planetenartiger Riesenkörper aus der Erde ungeheuer viel Material herausgeschlagen. Das driftete Tausende von Jahren um die Erde und ballte sich allmählich zu einem eigenen Himmelskörper zusammen. Aber ob diese Theorie stimmt, ist nicht hundertprozentig sicher.

Weitere Fragen schließen sich an: Gibt es Wasser auf dem Mond? Hat er vulkanische Energie? Warum bewegt er sich von der Erde fort? Fragen über Fragen, die jetzt neue, unbemannte Satelliten-Missionen beantworten sollen.

"Ohne den Mond gäbe es uns sicher nicht. Punkt. Warum nicht? Weil ohne Mond sich die Erde mit zehn Stunden pro Tag drehen würde. Wir hätten hier dann ein Wetter - das ja sehr stark von der Rotation abhängt - mit Windgeschwindigkeiten von 400 bis 500 Stundenkilometern."

Prof. Harald Lesch, Astrophysiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München


0