Bayern 2 - IQ - Wissenschaft und Forschung

Gefahr aus dem All? Asteroiden, Kometen, Weltraumschrott

In Asterix-Comics befürchten die Gallier, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen. Manche Weltraumforscher stimmen dem zu, denn Asteroiden und Kometen kommen bei uns häufig vor. Ein Zusammenstoß mit der Erde hätte katastrophale Folgen.

Autor: Klaus Uhrig / Redaktion: Miriam Stumpfe Stand: 25.01.2012

Kosmischer Zusammenstoß mit der Erde: Zwar ist die Wahrscheinlichkeit für die meisten dieser Szenarien äußerst gering. Doch der Einschlag eines wirklich großen Asteroiden könnte nichts weniger bedeuten als das Ende allen menschlichen Lebens auf der Erde.

Dauerfeuer aus dem All

Den letzten Asteroiden-Alarm gab es Ende 2005, als Wissenschaftler berechneten, dass der Asteroid "Apophis" mit der Erde kollidieren könnte - ein Brocken mit einem Durchmesser von 270 Metern. Auch den Tag der möglichen Kollision nennen die Forscher: Es ist der 13. April 2029. Freitag, der 13. Inzwischen haben internationale Forscherteams diese Voraussage zum Glück korrigiert: Apophis fliegt wahrscheinlich in 30.000 Kilometern Entfernung an uns vorbei.

"Das Problem ist: Je kleinere Objekte man in Augenschein nimmt, desto mehr Objekte findet man. Der nächste große Einschlag auf der Erde wird wahrscheinlich ein kleineres Objekt sein - mit einem Durchmesser von vielleicht 30 oder 50 Metern. Ein Objekt dieser Größenklasse ist 1908 in Sibirien heruntergekommen. Das hat zur Zerstörung von 80 Millionen Bäumen geführt. So etwas über einer Stadt wäre einfach katastrophal!"

Alan Harris, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Asteroid im Anflug

Asteroid Vesta - aufgenommen von der NASA Raumsonde Dawn (9.7.2011)

Auch wenn 2029 die große Katastrophe wohl ausbleibt, hat der Fall "Apophis" doch den Blick der Öffentlichkeit auf die ganz realen Gefahren aus dem Weltall gelenkt. Wie ernst diese sein können, das war lange auch für die Astronomen relativ unklar. Erst die Erforschung des Weltalls und die fortschreitende geologische Kartierung der Erde haben im Laufe des 20. Jahrhunderts langsam gezeigt, dass immer wieder große Asteroiden auf unserem Planeten eingeschlagen sind - zum Beispiel im Nördlinger Ries und auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan.

Momentan ist nur ein großer Asteroid wirklich weit oben auf der Sorgenliste der Forscher: Es handelt sich um den Asteroiden mit der Codenummer 29075 1950 DA. Durchmesser - ein Kilometer. Einschlags-Wahrscheinlichkeit - immerhin eins zu 300. Allerdings erst in knapp 900 Jahren.

Abwehr-Pläne wie in Hollywood

Bruce Willis in Weltraum-Thriller "Armageddon"

Seit einigen Jahrzenten denken Wissenschaftler - vor allem in Amerika - darüber nach, was man gegen diese Bedrohung aus dem All unternehmen könnte. Abschießen? Ablenken? Oder ins All fliegen wie Bruce Willis im Hollywood-Streifen "Armageddon", ein Loch in den Asteroiden bohren und dann sprengen? Auch einige der ganz ernsthaft untersuchten Abwehrstrategien wirken wie von einem Science-Fiction-Film inspiriert: So untersuchte die Europäische Union vor einigen Jahren die Möglichkeit einer "Kamikaze-Sonde", die sich auf einen anfliegenden Asteroiden stürzen und ihn so von seiner Bahn lenken könnte. Das Projekt endete wie so viele Ideen in diesem Bereich: eingemottet - aus Geldgründen - und ständig begleitet von der Diskussion, ob die Menschheit so eine Asteroiden-Abwehr überhaupt brauche.

"Da gibt es nichts, was nicht schon überlegt wurde: Dass man den Asteroiden sozusagen in eine Folie einpackt, wo dann die Sonne draufstrahlt und durch den Strahlungsdruck wegschiebt. Dass man irgendwelche Triebwerke draufschnallt, die man dann zündet. Dass man Atombomben draufschmeißt und den Asteroiden dann in Stücke sprengt."

Prof. Roger Förster, Universität der Bundeswehr

Auch das noch - Weltraumschrott

Während sich diese Debatte schon seit Jahrzehnten hinzieht, wächst in der Erdumlaufbahn eine weitere Gefahr heran: Weltraumschrott- vor allem alte Satellitenteile. Große Katastrophen dürften sie zwar nicht auslösen. Doch Weltraumschrott macht nicht nur Astronauten und der internationalen Raumstation ISS das Leben schwer, sondern könnte bei einem Absturz durchaus auch Schaden auf der Erde anrichten.