Bayern 2 - IQ - Wissenschaft und Forschung


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Welcher Computer für wen? Windows, Mac OS oder Linux?

"Alle Jahre wieder" verschenken wir zu Weihnachten auch Computer. Das Angebot ist heute breiter denn je: Netbook, Notebook oder Desktop-Rechner. Doch die entscheidende Frage heißt: Windows, Apple oder Linux?

Von: Wolfgang Kasenbacher Stand: 15.12.2011

Welches Betriebssystem passt zu mir?

  • Sollte ich mich für Windows von Microsoft entscheiden, weil es die größte Verbreitung hat?
  • Oder lieber für Apples Mac OS, vielleicht weil ich mich über Windows-Software schon so oft geärgert habe und Apple zutraue, das bedienungsfreundlichere Konzept anzubieten?
  • Oder soll dieses Mal die Trennung von den großen kommerziellen Anbietern vollzogen werden, und soll's deshalb das 'freie' Linux sein - meistens dann in seiner anwenderfreundlichen Version namens Ubuntu?

Die entsprechende Hardware - vom dünnen Notebook bis zur leistungsstarken Workstation - gibt's heute für all diese Plattformen: Windows und Linux laufen sowieso auf den gleichen Rechnern. Apple baut zwar seine eigenen Computer, aber Prozessoren, Speicher und Festplatten stammen inzwischen meistens von denselben Herstellern.

Mein persönliches Nutzungs-Szenario

Wichtig ist, sich sorgfältig zu überlegen:

  • was man später mit dem Rechner tun möchte.
  • wie wichtig es ist, die nahezu grenzenlose Zahl von Software für Windows nutzen zu können.
  • oder ob einfache, intuitive Bedienung oberste Priorität hat - ohne dicke Handbücher zu lesen oder Kurse besuchen zu müssen.

Wichtig ist auch, realistisch einzuschätzen, wie gefährdet man im Internet ist: Surft man überwiegend auf bekannten Websites? Oder probiert man öfter auch neue Seiten aus, folgt Links ins Unbekannte? Wie oft kauft man im Web ein? Und auch hier: Nur bei großen, bekannten Anbietern? Oder nimmt man auch mal das Schnäppchen im Exoten-Shop mit?

Chancen und Risiken

Windows bietet die meisten Angriffsmöglichkeiten für Hacker

Mehr denn je gilt: Windows bietet die meisten Möglichkeiten. Damit aber zugleich auch vielfältige Angriffsmöglichkeiten für Hacker. Die Bedienerfreundlichkeit von Windows ist besser geworden. Aber die Maßstäbe bei einfacher Bedienung setzt nach wie vor Apple. Apples Mac OS ist für Hacker schwerer anzugreifen als Windows. Aber als noch sicherer gelten die Linux-Betriebssysteme wie Ubuntu. Wer also viel im Internet 'unterwegs' ist, vielleicht auch über öffentliche Drahtlos-Netzwerke oder auf unsicheren Seiten, der möchte seine persönlichen Daten und wichtige Unterlagen vor Daten-Dieben schützen. Andere wollen vielleicht ihre Kinder so umfassend wie derzeit überhaupt möglich vor Angriffen aus dem Internet bewahren. Für beide Szenarien könnte eine "sichere Surf-Umgebung" unter Linux-Ubuntu hilfreich sein.

Kein 'entweder oder', sondern 'sowohl als auch'

Möglich wäre inzwischen auch, auf demselben Rechner sowohl Windows als auch ein Linux-Ubuntu zu betreiben: Dual-Boot heißt das Verfahren, mit dem man beim Starten des Rechners wählen kann, mit welchem der Betriebssysteme man arbeiten möchte.

Und in Zukunft könnte es noch deutlich einfacher werden, mehrere Betriebssysteme auf dem gleichen Rechner parallel zu betreiben. Dann könnte am Ende die Entscheidung ganz entfallen, ob man sich nun in der Windows-Welt, bei Apple oder unter Linux bewegen möchte: Virtualisierung heißt das Stichwort. Auf sehr leistungsstarken Computern geht das heute schon: So wie wir heute zwischen verschiedenen Anwendungsprogrammen wechseln, werden wir dann zwischen verschiedenen Betriebssystemen wechseln können - einfach während der laufenden Arbeit.


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