Ausgezeichnet Preisgekrönte Sendungen
Weil das, was Forscher tun, uns alle angeht, brauchen wir gute Wissenschaftsjournalisten: Sie machen aus dicken Büchern und komplexen Experimenten eine verständliche Geschichte. Wir stellen unsere preisgekrönten Sendungen vor.
Journalistenpreis Informatik 2011 - Martin Schramm
In einem Slum in Kenias Hauptstadt Nairobi erhalten die Ärmsten der Armen ganz besondere Nachrichten auf ihr Handy: Nahrungsgutscheine via SMS. Denn obwohl es dort an fast allem fehlt - ein Handy haben die meisten. In einem Land, in dem Festnetz- und Internetanschlüsse rar sind, greifen Menschen zunehmend via Handy auf Informations- und Finanzdienste zu - um Geld zu überweisen, um AIDS- und Malaria-Ferndiagnosen abzurufen oder um sich über tagesaktuelle Preise für Kaffee zu informieren. Kurzum: Das Handy mausert sich zu Afrikas PC.
Martin Schramm hat für sein Feature Digitale Kluft - Wie das Handy Afrika erobert (Redaktion: Wolfgang Kasenbacher) den Sonderpreis des Journalistenpreises Informatik erhalten - verliehen vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam mit dem Exzellenzcluster der Saar-Uni, dem Max-Planck-Institut für Informatik und dem Max-Planck-Institut für Softwaresysteme.
Martin Schramm arbeitet als Autor, Moderator und Redakteur für die Redaktion Wissenschaft und Bildung. Er interessiert sich für Themen an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft, Kultur und Politik.
Expopharm Medienpreis 2011 - Anne Kleinknecht
Am schockierendsten war der Blick in den Arzneischrank einer zehn Jahre alten Patientin: Dutzende von Dosen und Fläschchen, Packungen und Tütchen, die ihre Mutter in aller Welt bestellt hat. Wer eine seltene Krankheit hat, geht eben nicht einfach zur Apotheke nebenan. Obwohl es schätzungsweise 6.000 bis 8.000 verschiedene seltene Leiden gibt, ähnelt sich die Geschichte der Patienten: Sie handelt von zahllosen Fehldiagnosen, Streitereien mit der Krankenkasse und der Hoffnung darauf, dass endlich ein geeignetes Medikament auf den Markt kommt. Denn ungewöhnliche Erkrankungen sind die Stiefkinder der Medizin.
Anne Kleinknecht hat für ihre Sendung "Die Stiefkinder der Medizin - Ungewöhnliche Krankheiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen" (Redaktion: Jeanne Turczynski) den Expopharm Medienpreis 2011 in der Kategorie "Pharmazie und Forschung" bekommen. Verliehen wird der Preis von der Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker mbH.
Anne Kleinknecht arbeitet als Hörfunk- und Online-Journalistin für den Bayerischen Rundfunk und andere ARD-Anstalten. Sie interessiert sich vor allem für Themen aus den Bereichen Medizin, Tierhaltung und Umwelt.
Medienpreis Entwicklungspolitik 2010 - Martin Schramm
Warum bitte gibt es einen "Welttoilettentag"? Das wollte auch Martin Schramm wissen und stieß bei seinen Recherchen auf eine packende Geschichte: Vier von zehn Menschen auf diesem Planeten haben keinen Zugang zu sanitären Anlagen. An den Folgen, vor allem an Durchfall, sterben vier- bis fünftausend Kinder pro Tag.
Für seine Sendung Die Not mit der Notdurft - Auswege aus der globalen Sanitärkrise (Redaktion: Prisca Straub) hat Martin Schramm den Medienpreis Entwicklungspolitik 2010 bekommen, verliehen vom Bundespräsidenten und dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Martin Schramm arbeitet als Autor, Moderator und Redakteur für die Redaktion Wissenschaft und Bildung. Er interessiert sich für Themen an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft, Kultur und Politik.
Europäischer Journalistenpreis 2010 - Hellmuth Nordwig
Die Sendung Die Unterwelt der Medikamentenfälscher - Falsche Pillen aus finsteren Kanälen von Hellmuth Nordwig (Redaktion: Susanne Poelchau) wird mit dem Europäischen Journalistenpreis 2010 ausgezeichnet, verliehen vom Verband Deutscher Medizinjournalisten.
"Sie müssen selbst wissen, ob Ihnen die Medikamente gut tun" - mit dieser Äußerung ermunterte die freundliche Mitarbeiterin einer kostenfreien Hotline den BR-Wissenschaftsjournalisten dazu, die Rezeptpflicht für Potenzpillen kurzerhand zu ignorieren. Gut, dass er nicht wirklich vorgehabt hatte, die berühmten blauen Tabletten zu bestellen. Was die Dame am Telefon nicht wissen konnte: Sie lieferte den letzten Anstoß zu einer Recherche über Arzneimittelfälschungen, die fast zwei Jahre dauern sollte.
Krimis sind auch eine private Leidenschaft von Hellmuth Nordwig. Dass der Preis in Turin verliehen wird, freut ihn besonders. Denn er fährt ohnehin regelmäßig nach Italien - sonst würde ihm etwas fehlen.
Journalistenpreis Herzkranke Kinder 2010 - Monika Dollinger
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen: Ihr Körper baut Medikamente langsamer ab. Ihre Organe reagieren mitunter anders auf medizinische Wirkstoffe. Doch fundiertes Wissen über die Wirkung von Medikamenten bei Kindern fehlt. Und das kann gefährlich werden.
Für ihre Sendung Gefährliche Grauzone - Arzneimittel für Kinder (Redaktion: Nicole Ruchlak) hat Monika Dollinger den Journalistenpreis "Herzkranke Kinder" 2010 erhalten. Den Preis stiftet der Bundesverband Herzkranke Kinder e.V.
Deutscher Journalistenpreis für Luft- und Raumfahrt 2010 - Florian Hildebrand
Der Deutsche Journalistenpreis für Luft- und Raumfahrt 2010 für die Sparte Hörfunk geht an Florian Hildebrand. In seiner Sendung Blaue Murmel vor schwarzem Horizont - Wie die erste Mondlandung den Blick auf die Welt verändert hat (Redaktion: Wolfgang Kasenbacher) wirft er einen Blick zurück auf ein Bild, das um die Welt ging: Am 21. Juli 1969 sehen die beiden US-Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin die Erde über einem dunklen Mondhorizont aufgehen.
Privat steigt er gerne auf hohe Berge, doch beruflich will er noch weiter: Florian Hildebrand beschäftigt sich hauptsächlich mit Themen zu Raumfahrt, Astronomie und Kosmologie. Seine Leidenschaft gilt außerdem der Archäologie und der Evolutionsbiologie.
HEUREKA-Journalistenpreis 2009 - Jenny von Sperber
Für ihre Sendung Der Mensch und sein Tier - Sklaverei oder Teamwork? (Redaktion: Ellen Norten) wurde die BR-Autorin Jenny von Sperber mit dem HEUREKA-Preis für junge Wissenschaftsjournalisten ausgezeichnet.
Wissen Blindenhunde wirklich, was ihr Besitzer "sieht"? Können sie kategorisieren und sogar Symbole verstehen? Sind sie in der Lage, Körpersignale früher zu erkennen und zu deuten als ihr Besitzer? Können Tiere uns Menschen also besser verstehen als Forscher bislang angenommen haben? Mit diesen Fragen hat sich Jenny von Sperber in ihrem Hörfunk-Feature beschäftigt.
Jenny von Sperber beschäftigt sich hauptsächlich mit Themen zu Natur und Umwelt aber auch mit Psychologie und Gesellschaft. Für ihre Recherchen war sie unter anderem auch im Libanon, in Afrika und in Indonesien unterwegs.
Doppelpreisträger 2008/2009 - Thomas Kruchem
Für seine Sendung Fistula - Das unbekannte Leiden (Redaktion: Susanne Poelchau) hat Thomas Kruchem gleich zwei Preise erhalten: den Medienpreis Entwicklungspolitik 2009 - ausgelobt vom Bundespräsidenten und dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - und den 2. Preis Journalistenpreis Weltbevölkerung 2008 der "Deutschen Stiftung Weltbevölkerung" (DSW). Thomas Kruchem beschreibt, welche Qualen vor allem junge Frauen in armen Ländern erleiden, wenn sie bei der Entbindung, durch Beschneidung oder Vergewaltigung schwer verletzt werden.
Thomas Kruchem, BR-Autor seit einem Vierteljahrhundert, bereist regelmäßig Entwicklungsländer, in denen er Antworten auf soziale, ökologische und (bisweilen) auch weltanschaulich-religiöse Fragen sucht. Der Vater von fünf Kindern ist vierfacher Träger des "Medienpreises Entwicklungspolitik".
Journalistenpreis Informatik 2008 - Wolfgang Schiller
Der Journalistenpreis Informatik 2008 geht an Wolfgang Schiller. Gewürdigt wurde sein Feature Hinter der Großen Mauer - Internet in China zwischen Geldmaschine und Gedankenpolizei (Redaktion: Susanne Poelchau).
Wolfgang Schiller war bis 2009 Autor und Redakteur für die BR-Wissenschaftsredaktion. Heute ist er bei DRadio Wissen in Köln.
Deutscher Journalistenpreis Neurologie 2008 - Martin Schramm
Martin Schramm hat für sein Feature Der Blick ins Gehirn - Wie Wissenschaftler unsere Absichten entschlüsseln den "Deutschen Journalistenpreis Neurologie" erhalten (Redaktion: Susanne Poelchau). Der Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e.V. gestiftet.
Martin Schramm arbeitet als Autor, Moderator und Redakteur für die Redaktion Wissenschaft und Bildung. Er interessiert sich für Themen an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft, Kultur und Politik.
proDente Journalistenpreis 2008 - Stefan Geier
Gewinner des "Abdruck 2008" wurde Stefan Geier (1. Preis, Kategorie elektronische Medien) mit seinem Feature Leiden für die Schönheit (Redaktion: Ellen Norten). Die zähnärztliche Initiative pro Dente vergibt diese Auszeichnung für besonderes journalistisches Engagement im Bereich Zahnmedizin und Zahntechnik.
Stefan Geier ist seit 2005 Autor und Moderator in der Redaktion Wissenschaft und Bildung. Seine Schwerpunkte: Physik, Mathematik, Medizintechnik, Biologie, Energietechnik.

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