Katrin Seybold/Michael Farin Wagnis Weiße Rose: Es lebe die Freiheit!
Ein Dokumentarhörspiel aus Briefen der jungen Widerstandskämpfer, Flugblättern der Weißen Rose und Erinnerungssplittern von Begleitern der Widerstandsarbeit der Münchner Studenten in den Kriegsjahren 1942/43.
BR Ursendung 2012
Komposition: zeitblom
Realisation: Katrin Seybold/Michael Farin
BR 2012, Länge: 51’10
Wagnis Weiße Rose: ein Dokumentarhörspiel aus Briefen der jungen Widerstandskämpfer, eine Montage aus den Flugblättern der Weißen Rose, gelesen von jungen Schauspielern, und ein Mosaik aus Erinnerungssplittern von Begleitern der Widerstandsarbeit der Münchner Studenten in den Kriegsjahren 1942 und 1943. Gefährten, Freundinnen und Geschwister, darunter manche, die niemand vorher gefragt hat, sprechen über die Kerngruppe des Münchner Freundeskreises: über Alexander Schmorell, die Geschwister Scholl, Willi Graf, Christoph Probst und Professor Kurt Huber. Sie erzählen, wie sie Flugblattaktionen unterstützten, wie sie Gestapoverhöre und Volksgerichtshof überstanden. Durch ihre Aussagen wird klar, welche Wurzeln, welche Motive und welches Umfeld diese bedeutendste Widerstandsbewegung der Deutschen Studenten ausgemacht haben. Die Zeugen berichten von scheinbar Vergangenem und doch rufen ihre Berichte unausweichlich die Frage nach Gegenwärtigem hervor, nach unserem Verhalten heute. Die Interviews wurden im Zusammenhang mit der Arbeit am Dokumentarfilm Die Widerständigen / Zeugen der Weißen Rose von Katrin Seybold in den Jahren 2000 bis 2004 geführt. Wenn die Zeugen von damals heute sprechen, klingt es so, als erzählten sie Selbstverständliches, als hätte jeder so handeln können. Die Befragungen, 60 Jahre danach, eröffnen Facetten des Widerstands der Weißen Rose aus heutiger Sicht.
Im Sommer 1942 tauchen in Süddeutschland Flugblätter der Weißen Rose auf. Sie prangern zum ersten Mal den Judenmord an, der „das fürchterlichste Verbrechen an der Würde des Menschen“ sei. Die Schriften rufen auf zu Widerstand und Sabotage, „ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln“. Sie enthalten Maximen von Aristoteles, Augustinus, Lao-Tse, Goethe, Schiller und Novalis. Die Flugblätter enthalten auch Texte, die in den Leseabenden von Traute Lafrenz, der Freundin von Hans Scholl, eingebracht wurden, und Themen, die der Freundeskreis diskutierte. Sie sind die Widerspiegelung des Gedankenguts der Studenten und Schüler. Sie sind eine Großtat, in die Politik eingreifend, wie der Oberreichsanwalt Lautz beim Volksgerichtshof an den Reichsminister der Justiz, Dr. Thierack, schreibt: „Es handelt sich... wohl um den schwersten Fall hochverräterischer Flugblattpropaganda, der sich während des Krieges im Altreich ereignet hat.“
Mit den Zeugen Lilo Fürst-Ramdohr, Elisabeth Hartnagel, Hans Hirzel, Anneliese Knoop-Graf, Traute Lafrenz-Page, Franz J. Müller, Dieter Sasse, Erich Schmorell, Herta Siebler-Probst, Birgit Weiß-Huber, Jürgen Wittenstein, Susanne Zeller-Hirzel
sowie Katja Bürkle, Julia Loibl, Tobias Schormann

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