Live-Hörspiel Felix Kubin: Orphée Mécanique
ARD Hörspieltage
Orphée Mécanique - Live-Hörspiel ARD Hörspieltage
8. November 2012, 21 Uhr
Medientheater, ZKM Karlsruhe
Eintritt frei
In seiner Live-Version des Hörspiels Orphée Mécanique (BR 2012) entwickelt Hörspielmacher Felix Kubin seine Neufassung des antiken Orpheus-Mythos als Mischung aus Konzert und Comic. Der exzentrische Popstar Orphée begibt sich in der Hoffnung, seine Geliebte Eura aus dem Totenreich zu befreien, in die Unterwelt. Dort trifft er auf einen fremdartigen und zugleich faszinierenden Kosmos und wird auch hier zum geliebten Star. Nur Eura lässt sich nicht finden und Orphée wiederholt deshalb verzweifelt, getrieben, ja zwanghaft immer wieder den Gang in die Unterwelt. Felix Kubin, der Schauspieler Lars Rudolph und der australische Percussionist Steve Heather bringen diese Endlosschleife der ewigen Suche nach der Liebe mit den Visuals von Mariola Brillowska zur Aufführung.
"Basierend auf Dino Buzzatis Pop-Art-Comic Orphi und Eura von 1968 und seinem eigenen Hörspiel Orpheus' Psykotron von 2006 hat der Hörspielmacher und Musiker Felix Kubin mit Orphée Mécanique ein klangvoll eckiges Hörspiel geschaffen, das sich - wie die Vorlagen - auf eine Suche nach Formen begibt, die den medialen Entwicklungen der Zeit entsprechen.
Der Sänger und Schauspieler Lars Rudolph in der Rolle des mechanischen Orpheus hält in der still gestellten Unterwelt die Erinnerung an das geräuschvolle Leben wach und bringt die Schatten zum Tanzen. Undefinierbare Töne verschmelzen immer wieder mit unerwartet herbei springenden Rhythmen. Das Psykotron – ein Instrument, das Orpheus' Hirnströme direkt in Töne verwandelt - erzeugt eine Kunstform die ohne das Radio nicht denkbar wäre: den 'Hit'. Wenn schon alles Sagbare gesagt ist, muss das Denkbare vertont werden.
So bestimmen die textlich von punkiger Attitüde mit Endreimen und musikalisch in der Tradition von NDW-Elektronik geprägten Songs die zyklische Struktur des Stücks. Orphée Mécanique ist eine Endlosschleife auf der ewigen Suche nach der großen Liebe, die ewige Wiederkehr des immer Gleichen, ein niemals endender Loop ohne Ausweg und Bruch - schwankend zwischen Melancholie und lustvoller Kunstproduktion." (Jurybegründung Hörspiel des Monats März 2012)
"Ich nenne es meine Godard-Version. Mal sehen. Man hat das Buch sozusagen vor Augen, man blättert darin, hin und her, aber man ist nicht mehr IN der Geschichte. Die Form ist flüchtiger, lyrischer. Ich würde das abgegriffene Wort Remix gerne vermeiden, es ist eher ein Schleudersitz, der den Hörer aus der Linearität der Geschichte wirft, die Durchtrennung des roten Fadens, der roten Nabelschnur, so etwas wie ein Metahörspiel, eine Parabel, eine poetische Auflösung, die Motive der ursprünglichen Geschichte verwendet, aber offener, experimenteller. Ein Traum, eine poetische Collage vielleicht. Es ist Orpheus’ musique mécanique."
Felix Kubin
Felix Kubin: Orphée Mécanique
Mit Lars Rudolph, Gerhard Garbers, Yvon Jansen, Charlotte Crome, Traugott Buhre, Marlen Diekhoff
Chor: Yvon Jansen, Leéna Fahje, Nikola Duric
Orchester: ensemble Intégrales
Komposition und Realisation: Felix Kubin
Dramaturgie: Katarina Agathos
BR 2006/2012, Länge: 50'57
Felix Kubin, geb. 1969 in Hamburg, Musiker, Komponist, Autor. 1998 Gründung des Plattenlabels "Gagarin Records". Zahlreiche Kompositionen für Film- und Theatermusik. Hörspiele u.a. "Syndikat für Gegenlärm" (DLR 2001), "Nachtspeicher" (mit Boris D. Hegenbart, WDR 2003), "Territerrortorium" (mit Wojtek Kucharczyk, ORF/DLR 2004), "Paralektronoia" (WDR 2004)," Wiederhole 1-8" (WDR 2008).

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